Ausgeliefert einem unberechenbaren Vater, lernt das Kind, auf die feinsten Irritationen zu reagieren. Sensibel nimmt der Bub alles wahr, was um ihn geschieht. Die Herzlosigkeit der Menschen nach dem Krieg, die Flucht in platte Sätze und in Rollen, die jeden knechten. Auch den Vater. Das lernt der Sohn irgendwann verstehen. Dazwischen sucht der Bub seinen Freiraum, indem er alles willkommen heißt, was ihn von diesem dumpfen Leben ablenkt: die Spinnen, die er auf dem Abort füttert, die Skispringer, die er alle mit Namen kennt, die Freude über jedes Wort, mit dem er seine Welt nachzeichnen kann. Und schließlich der Tod. Dadurch, dass der Sohn das Sterben des Vaters schmerzlich genau beschreibt, befreit er sich selbst aus der Erschütterung über das Leben mit dem Vater.
Bernhard Hüttenegger Reihenfolge der Bücher (Chronologisch)
Bernhard Hüttenegger ist ein österreichischer Autor, dessen Werk von einem tiefen Interesse an der menschlichen Psyche und komplexen zwischenmenschlichen Beziehungen geprägt ist. In seinen Texten erforscht er meisterhaft Themen wie Entfremdung, Identitätssuche und die Vergänglichkeit der Existenz. Sein Schreiben wird oft als introspektiv und atmosphärisch beschrieben, mit einem Fokus auf feine Nuancen der Emotionen und Gedanken seiner Charaktere. Leser schätzen seine Fähigkeit, eindringliche Welten zu erschaffen und zum Nachdenken über das Wesen der menschlichen Existenz anzuregen.






Bernhard Hüttenegger lädt mit diesem Buch ein, ihm durch das Innere seiner Gedankenwelt zu folgen. Lakonische Geschichten und sensible Einzelbeobachtungen markieren den Lebensweg einer außergewöhnlichen Schriftstellerpersönlichkeit, jenseits von Anpassung, Opportunismus und Medienlärm. Eine radikale Selbstreflexion ist Voraussetzung für das kritische Bewusstsein eines Einzelgängers, der seine Notizen mit Gedankensplittern zu Erotik und Kunst, Zeitgeist und Mode, letztlich zur Begrenztheit menschlicher Existenz garniert. Eine existenzielle Begegnung findet überdies statt, zwischen dem Leser und dem Autor, ein Austausch der Einsamkeiten.
Auf dem Grund des Brunnens
- 114 Seiten
- 4 Lesestunden
"Im vierten Band der LAGUNA-Roman-Tetrologie beschleißt der Autor Bernhard Hüttenegger seine Lebensbilanz. Er fügt das letzte Puzzle-Stück in seine ganz persönliche Lebenslandkarte - die Lagune von Porto Tolle in der norditalienischen Provinz Rovigo in Venetien. Dort verdichtet sich die Geschichte von Albin Kienberger und Mi, underfiltert und überlagert das Geschehen, während die Welt sich auflöst, verflüchtigt, zerbricht"--Page 4 of cover.
Der Fisch im Wasser
- 151 Seiten
- 6 Lesestunden
Dieser Roman schließt Bernhard Hütteneggers autobiografisch angelehnte Trilogie um einen alternden Schriftsteller, der sein Leben, seine Lieben und seine Laufbahn bilanziert. Der Erzähler, der auch als Angler auftritt, führt uns durch eine Vielzahl berührender Momente und Erfahrungen. Die geschilderten Ereignisse sind stärker mit der unmittelbaren Gegenwart des Erzählers verknüpft und stehen in Wechselbeziehung zu den Vorgängerbänden, ohne sich zu überschneiden. Sie spielen im Spannungsfeld zwischen der Jünglingsheimat in Kärnten, die nicht mehr als Dorf-Exil empfunden wird, und der Weltheimat Wien, die nun in den Hintergrund tritt. Das Verhältnis zu seiner Lebensliebe Mia hat sich entspannt, während andere Themen wie die lebensbedrohliche Erkrankung des Ich-Erzählers und dessen Nisomanie in den Mittelpunkt rücken. Hütteneggers charakteristische subtil-tiefgründige Wortspiele durchziehen den Text und machen ihn zu einem weiteren Höhepunkt seines Schaffens. Der Roman ist kaleidoskopartig, voller aktueller Anspielungen und dennoch von zeitloser literarischer Eleganz und Eindringlichkeit geprägt.
Meine Mutter, meine Sprache
- 138 Seiten
- 5 Lesestunden
Die Mutter und die Sprache – das sind die beiden Zentren, die Bernhard Hütteneggers neuer Roman umkreist und denen er an verschiedenen Orten nachspürt. Ein dichter, poetischer Text über einen Mann, der sich anlässlich des Todes seiner Mutter zwischen der Oberen Adria und der windischen Heimat, zwischen der Sprache der Kindheit und jener der genauen Betrachtung, zwischen den familiären Konflikten und der Suche nach der eigenen Vergangenheit bewegt. Erzählt aus der Sicht des Protagonisten und durchzogen von feinen, häufig durch Eindrücke aus der Natur geprägten Erinnerungsbildern wird so die Ausnahmesituation der menschlichen Existenz erfahr- und nachfühlbar gemacht. Ein Text über das gelebte und das nicht gelebte Leben – und damit österreichische Literatur im besten Sinne.
Rockall
- 112 Seiten
- 4 Lesestunden
Ein Mann sitzt auf einem Vogelfelsen im Nordatlantik und kämpft ums Überleben, nachdem er aus einem untermeerischen Reich verbannt wurde, weil er nicht mehr „funktionierte“. Die Hauptfabel beschreibt seinen Überlebenskampf auf dem Felssplitter, wo er nur einen Monat Proviant hat und gezwungen ist, sich von den Früchten des Meeres und der Luft zu ernähren. Trotz der endgültigen Verbannung hofft er auf ein Ende seiner Isolation, was sich als größte Folter erweist. Rückblenden skizzieren die Vorgeschichte und die historischen Umstände der Atlantis-Bewegung, die die “Rettung des Abendlandes“ gegen den dekadenten Zeitgeist anstrebte. Der Untergang des Amerikanischen Imperiums und ein Sedimentsturz zerstörten die Tiefsee-Kolonie, und die letzten Getreuen zogen sich in den Nordatlantischen Rücken zurück, wo sie als utopisches Fossil lebten. Die „Mechanik der Ausgrenzung“ wird definiert, während sich die Geschichte des Verbannten von traditioneller Erzählung zu aufgesplitterter Prosa wandelt. Innen- und Außeneindrücke amalgamieren, während Hungerphantasien und Wachhalluzinationen einen dämonischen Retter vortäuschen. Die existentielle Zuspitzung wird sichtbar, kurz vor dem Verstummen und dem physischen Ende. Es ist eine radikale Parabel über Ausgrenzung, Isolation und das Individuum als Opfer fataler Geschichte.
Die Unschuld am Morgen
- 184 Seiten
- 7 Lesestunden
Der Maler Janak macht sich auf Motivsuche im östlichen Hügelland. Anfangs gelingt es ihm, in der Zurückgezogenheit zu arbeiten, doch allmählich wird er neugierig auf die zahlreichen Individualisten, die in dieser Gegend leben: Er beginnt, diese mit seinem künstlerischen Auge zu beobachten.
German





