Fazil Iskander Bücher
Wasil Iskander war einer der bedeutendsten abchasischen Schriftsteller, bekannt für seine lebendigen Darstellungen des kaukasischen Lebens, vor allem in russischer Sprache. Seine Werke, darunter berühmte Erzählungen über den gerissenen Jungen Chik und der umfangreiche Roman „Sandro von Tschegem“, zeichnen sich durch Humor, Ironie und einen Hauch von magischem Realismus aus. Iskanders Schaffen konzentrierte sich auf menschliche Schicksale und gesellschaftliche Fragen, oft mit einer kritischen Sicht auf ethnische Vorurteile und Nationalismus, wobei er eine einzigartige, an Mark Twain erinnernde Autorschaft bewahrte.







Im zweiten Band der Erzählungen um ›Sandro von Tschegem‹ begegnen dem Leser aufs neue viele der skurrilen, liebenswerten Einwohner des Bergdorfes Tschegem, die er in ›Belsazars Feste‹ bereits kennenlernen durfte.Iskanders Komik, die vor keinem Mythos zurückschreckt und kaum einem welthistorischen Ereignis die Neuinterpretation aus Tschegemer Sicht erspart, ist getragen von der tiefen Verbundenheit zu seiner abchasischen Heimat. Die sich überstürzenden Ereignisse, die hinreißend witzigen Dialoge werden kontrastiert mit poetischen Landschaftsschilderungen und melancholischen Gedanken über die Zukunft der kleinen Welt von Tschegem. (Dieser Text bezieht sich auf eine frühere Ausgabe.)
Um eine »dörfliche Carmen« geht es in der Titelnovelle dieses vierten Bandes von Fasil Iskander mit sieben weiteren Tschegemer Episoden, die jedoch immer weiter aus dem geschichtsträchtigen Bergdorf hinausführen.Tschegem selbst erscheint nun als nostalgisch verklärter Ort, immer weiter ins Mythische und Unwirkliche entrückt. Der Leser ist aus der wundersamen Welt der Berge vertrieben und findet sich mit Iskanders Helden auf dem flachen Land Dort, wo die Wunden der Kollektivierung, des Terrors, der Diktatur der Bürokraten noch keinesfalls verheilt sind, nun bereits aber neue geschlagen werden durch die Bürgerkriegskämpfe im Kaukasus.(Dieser Text bezieht sich auf eine frühere Ausgabe.)



