roce 1913 vyšlo poprvé, způsobilo značný rozruch pro svůj radikální výklad náboženství jakožto neurotického symptomu. Jedná se o soubor čtyř statí, v nichž Freud zkoumá některé aspekty života přírodních národů a dává je do souvislosti s duševním životem neurotiků. Asi nejslavnější je poslední stať, kde Freud víru v bohy a totem odvozuje od prehistorické události, při níž skupina ze skupiny vyloučených synů zabila svého otce alfa-samce a následně ho snědla, aby vstřebala jeho moc. Když se svůj čin synové snažili odčinit, učinili z mrtvého otce totem a zavedli zákaz jeho pojídání. Prvotní – a v zastřenější podobě jakékoli – náboženství je tak vlastně snahou odčinit prvotní zločin. Málokdo dnes takové interpretaci věří, ale přesto se stala slavnou a nedílnou součástí studia člověka a náboženství. Doslov Václav Soukup.
Ludvík Hošek Reihenfolge der Bücher (Chronologisch)



Das Unbehagen in der Kultur
Freud, Sigmund – Wissen über mentale Gesundheit – 18697
- 148 Seiten
- 6 Lesestunden
In diesem 1930 erschienenen epochemachenden Werk untersucht Freud die Grundlagen der Entwicklung unserer Kultur. Unvermeidlich miteinander verbunden ist für ihn das Anwachsen der Kultur mit dem Anwachsen eines Schuldgefühls. Kulturell bedingter Triebverzicht und die Loslösung innerer Destruktivität prägen die kulturpessimistische Schrift: Die Fortschritte haben den Menschen zu einem »Prothesengott« gemacht. In diesem Sinne erweist sich Freud als denkbar scharfer Kritiker jeder Form von Kultur. Ein detaillierter Zeilenkommentar erlaubt es erstmals, den Text auch in seinem literarischen Anspielungsreichtum zu verstehen.
Totem und Tabu
Einige Übereinstimmungen im Seelenleben der Wilden und der Neurotiker
- 226 Seiten
- 8 Lesestunden
›Totem und Tabu‹ (1912/13) ist Freuds erstes bedeutendes kulturtheoretisches Werk, in dem er psychopathologische und ethnologische Kategorien vergleicht und Parallelen im Seelenleben von Wilden und Neurotikern untersucht. Das Buch war ein Lieblingswerk des Autors und wurde von Thomas Mann als Meisterstück der deutschen Essayistik gewürdigt. Besonders im vierten Essay entwickelt Freud eine spekulative Theorie über die Ursprünge der Kultur, indem er Schuldgefühle und Inzesttabu auf traumatische Ereignisse in der prähistorischen Familie zurückführt, insbesondere den Mord an dem Urvater durch die Brüderhorde. In seiner einleitenden Analyse beschreibt der Ethnopsychoanalytiker Mario Erdheim die historischen und biografischen Kontexte, die zur Entstehung des Werks führten, sowie die kritische Rezeption durch Kulturanthropologen. Anstatt das Buch abzulehnen, fordert Erdheim eine neue, »ent-exotisierende« Lektüre heraus: Freuds Pionierarbeit besteht nicht nur darin, das Unbewusste in kulturellen Strukturen zu erforschen, sondern sie bietet auch Einblicke in die Entstehung von Institutionen, Gewalt, Herrschaft und Rebellion in der modernen Gesellschaft. Die Geschichte handelt nicht nur von den Wilden dort, sondern auch von den Wilden hier.