Olivia verlässt ihren Mann und kehrt mit den Kindern zurück auf den Landsitz ihrer Mutter, mit der sie einst gebrochen hatte, weil diese gegen ihre Ehe war. Die unerwartete Rückkehr Olivias fällt zusammen mit den Vorbereitungen zur Ankunft ihres Bruders Marcus, dessen Frau Sophie soeben ein Kind zur Welt gebracht hat. Doch als die beiden eintreffen, kommt alles anders als erwartet. Ein tragischer Todesfall wird zum Auslöser für eine Reihe von makabren Zwischenfällen, bei denen die lange verdrängten Geheimnisse der Familie auf schmerzhafte Weise offenbar werden. Julia Leigh erzählt eine Familiengeschichte, wie man sie nur selten liest: verstörend, tiefgründig, zugleich eiskalt und hoch poetisch. Der Leser findet sich in einer Welt zwischen morbidem Wahnsinn und naiver Gewalt wieder, einer Welt, die auf den ersten Blick unendlich weit weg zu sein scheint – uns aber gleichzeitig seltsam nah ist.
Julia Leigh Bücher
Julia Leigh ist eine australische Autorin, deren Werke in die Tiefen der menschlichen Psyche vordringen. Ihr Schreiben zeichnet sich durch scharfen Einblick in komplexe Themen und einen unverwechselbaren literarischen Stil aus. Leigh erforscht die dunkleren Aspekte von Begierde und menschlicher Erfahrung, wobei sie sich oft auf die Spannung zwischen der äußeren und inneren Welt ihrer Charaktere konzentriert. Ihre Fähigkeit, spannende und zum Nachdenken anregende Erzählungen zu schaffen, hat ihr kritische Anerkennung eingebracht.



Der Jäger
- 202 Seiten
- 8 Lesestunden
M. ist ein Meister der Tarnung. Er muss das sein: schließlich hat der routinierte Jäger von einer biotechnischen Firma den Auftrag erhalten, für Genversuche das letzte Exemplar des als ausgestorben geltenden tasmanischen Tigers zu erlegen. Ausgehend von der Farm Lucy Armstrongs, die in der Hochebene Tasmaniens auf rätselhafte Weise ihren Mann verlor, macht sich M. -- in der Verkleidung als Naturforscher Martin David -- auf die Jagd nach dem nahezu mythischen Wesen, legt seine Fallen aus -- und kommt nicht zuletzt seinen eigenen Trieben auf die Spur. Im Verlauf der Fabel wird M. immer mehr selbst zum einsamen Tiger, mit geschärften Sinnen, die riechen, hören, sehen können, was seinen Mitmenschen im Dschungel der Zivilisation für gewöhnlich verwehrt bleiben muss: eins mit der Natur, bis zum von Leigh in lauernder Präzision inszenierten Finale. Jenseits aller Instinkte aber werden auch Gefühle wach, die so etwas wie Sozialverhalten -- und Liebe zu Lucy -- erahnen lassen.
Het tijgerspoor
- 189 Seiten
- 7 Lesestunden
Martin David is op zoek naar het laatste exemplaar van de Tasmaanse tijger. Hij is bezeten van zijn doel, voelt zich soms zozeer zelf een roofdier dat hij zich insmeert met uitwerpselen van wilde dieren om toch vooral zijn menselijke geur te verliezen. Naarmate de jacht langer duurt, wordt Davids speurtocht wanhopiger en zijn verhouding tot de tijger emotioneler. Het is de vraag of hij het dier nog zoekt vanwege het genetische materiaal of dat het hem om iets heel anders te doen is. Maar wat eigenlijk? En bovendien, wie zijn die anderen die hij in de verlatenheid van het ruige Tasmaanse landschap meent te zien?