Die Guillotine
- 220 Seiten
- 8 Lesestunden
Ein französischer Kunsthistoriker mit Spezialisierung auf die Renaissance und italienische Kunst. Seine Arbeit widmet sich einem tieferen Verständnis von Kunstwerken und ihren kulturellen Kontexten und bietet neue Perspektiven auf diese Epochen.






Au bref apogée der klassischen Renaissance folgt der Triumph des Manierismus. Dieser entwickelt sich zwischen 1515 und 1525 in Florenz und Rom und breitet sich schnell über ganz Europa aus. Nach dem Gotik ist der Manierismus der erste Stil, der eine wahrhaft internationale und europäische Dimension besitzt. Er umfasst nicht nur die "Kunst des Zeichnens" (Architektur, Malerei und Skulptur), sondern auch die sogenannten "kleinen Künste" - Möbel, Innendekoration, Gartenkunst und Bekleidung - sowie soziale Verhaltensweisen: Die Entwicklung der "schönen Manieren" ist eng mit dem künstlerischen Ideal der maniera verbunden. Auch Literatur, Musik und darstellende Kunst werden vom Manierismus geprägt. Im Dienste des prunkvollen Lebensstils des Fürsten ist der Manierismus untrennbar mit den Krisen (politischer, religiöser, wirtschaftlicher Art) verbunden, die die Macht durchlebt, die er glorifiziert. Seine zahlreichen Paradoxien bieten eine Antwort - manchmal spielerisch, manchmal magisch - auf das Scheitern des messianischen Optimismus, der den "Mythos der Renaissance" prägte. Ein wesentlicher Beitrag dieser Epoche ist die Formulierung einer echten Theorie der künstlerischen Schöpfung: Der manieristische Renaissance markiert die Geburt eines "modernen" Bewusstseins für Kunst und Künstler.
Durch eine historische Analyse von Vermeers Produktionsmethoden und eine eingehende Betrachtung seiner Kunst untersucht Daniel Arasse die Originalität dieses Künstlers innerhalb der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts. Er argumentiert, dass Vermeer kein konventioneller Maler wie seine Zeitgenossen war, sondern in einem persönlichen, ehrgeizigen Bestreben engagiert war, die malerische Praxis innerhalb der klassischen Tradition neu zu definieren. Arasse hebt hervor, dass Vermeers Herangehensweise an die Bildgestaltung die Malerei als Medium offenbart, durch das Betrachter die flüchtige und geheimnisvolle Präsenz des Lebens wahrnehmen. Dieses Konzept setzt nicht nur die Traditionen der klassischen Antike und der Hochrenaissance fort, sondern verbindet sich auch mit katholischen Ideen über spirituelle Meditation und die Kraft der Bilder. Obwohl Vermeer oft weltliche Themen behandelt, unterscheidet sich sein Umgang mit Ikonographie, Licht und Linie erheblich. Die ikonographischen Elemente in seinen Werken scheinen Bedeutung eher in Spannung zu halten als zu klären; blendendes Licht strömt von inneren Objekten aus, und Sfumato evoziert die Präsenz von Objekten ohne direkte Darstellung. Durch die Diskussion dieser Merkmale identifiziert Arasse Vermeers Genie in der reflexiven, meditativen Qualität seiner Werke, von denen jedes wie ein Gemälde über das Malen selbst erscheint.
Internationale Aufmerksamkeit und nationalen Schock löste der Künstler 1980 auf der Biennale von Venedig aus. Heute gehört sein Werk zu den beeindruckendsten der zeitgenössischen Kunst. Zentrales Thema ist die Erinnerung und ihre Ablagerungen im kollektiven Gedächtnis. In seinen frühen Arbeiten setzte er sich mit der Frage auseinander, wie man nach dem Holocaust noch ein „deutscher Künstler“ sein kann, angesichts der Vereinnahmung der nationalen kulturellen Tradition durch die NS-Ideologie. Kiefer „trauerte“ um diese verstellte Tradition in großformatigen Gemälden mit Titeln wie Deutsche Geisteshelden oder Hermannsschlacht. Anfang der 80er Jahre erweiterte sich sein thematisches Spektrum: Der Verlust von Sinn und die Unmöglichkeit, Zugang zu ihm zu finden, wurden zentrale Themen. Zudem zieht Kiefer die Mythen vieler Kulturen an – der jüdisch-christlichen, ägyptischen, orientalischen sowie der germanischen und nordischen – und verarbeitet sie in verschiedenen Bildmedien und Techniken: Fotografie, Gouache, Aquarell, Gemälde, Skulptur, Installation und Buch. 2001 veröffentlichte der französische Kunsthistoriker eine umfassende Monographie, die das Gesamtwerk seit den 60er Jahren behandelt. Diese detaillierte, reich bebilderte Studie ist mittlerweile ein Standardwerk und wird anlässlich der großen Ausstellung 2007 im Pariser Grand Palais als broschierte Sonderausgabe angeboten.
Daniel Arasse zeichnet in diesem dichten und verweisreichen Essay die Veränderungen nach, denen die Darstellung des Bösen in der Kunst unterliegt. Die Bilder der Teufel, Dämonen, Hexen und Höllenbewohner, die ursprünglich rein theologische Figuren waren und eine mnemonische Funktion erfüllten, entwickelten sich im Laufe der Jahrhunderte und der Epochen immer mehr zu Bildern des »Teufels mit menschlichem Antlitz«. Dieser radikalen Umformung im christlichen 15. und 16. Jahrhundert, ihren Gründen, Wegen und Abwegen geht Arasse nach. Er zieht dabei eine Linie über Cesare Lombrosos Verbrecherstudien hin zur polizeilichen Anthropometrie und verweist damit auf das Wiederauftauchen des Teufels in der modernen Sozialmoral.
Nichts ist selbstverständlicher als die Betrachtung eines Kunstwerkes - es lässt sich doch alles mit einem Blick erkennen. "Keineswegs!" Einer der renommiertesten Kunsthistoriker unserer Tage - Daniel Arasse - zeigt, dass nur wer genau hinsieht, auch entdeckt, was die Meister vor unserem flüchtigen Blick verbergen. Es gelingt ihm, den Sinn des Betrachters zu schärfen und in den sechs von einander unabhängigen Essays den Leser direkt anzusprechen, die Spannung zu halten und fernab jeder trockenen Argumantation hinzuführen zu Pointierungen und Schlussfolgerungen, die auch Laien leicht zugänglich sind.
Sämtliche Gemälde und eine große Auswahl der berühmten Zeichnungen in mehr als 300 größtenteils farbigen Abbildungen. Arasse bezieht die Forschungen der letzten Jahre in seinen Text mit leichter Hand ein und zeigt uns einen neuen Leonardo ohne Mythos und Magie – eine außergewöhnliche Persönlichkeit in ihrer Zeit.
What happens when we look at a painting? What do we think about? What do we imagine? How can we explain, even to ourselves, what we see or think we see? And how can art historians interpret with any seriousness what they observe? This title deals with these questions.
Avec l'enthousiasme, l'audace et l'érudition qui, dans la même collection, ont fait le succès d'On n'y voit rien. Descriptions (no 417), Daniel Arasse invite son lecteur à une traversée de l'histoire de la peinture sur six siècles, depuis l'invention de la perspective jusqu'à la disparition de la figure. Evoquant de grandes problématiques - la perspective, l'Annonciation, le statut du détail, les heurs et malheurs de l'anachronisme, la restauration et les conditions de visibilité et d'exposition - mais aussi des peintres ou des tableaux précis, il fait revivre avec perspicacité et ferveur plusieurs moments clés, comme Léonard de Vinci, Michel-Ange, le maniérisme, ou encore Vermeer, Ingres, Manet. Son analyse se nourrit constamment d'exemples concrets - La Madone Sixtine de Raphaël, La Joconde, la Chambre des époux, de Mantegna, Le Verrou de Fragonard... - avant de conclure sur quelques aspects de l'art contemporain. Le lecteur retrouvera le goût de mieux voir de grands épisodes de la peinture, grâce à une approche sensible et ouverte. Toujours il sera surpris, réveillé, entraîné dans un véritable enchantement d'intelligence et d'humour. Ce livre est la transcription de vingt-cinq émissions proposées par l'auteur sur France Culture pendant l'été 2003.
Ce volume s’ouvre sur la représentation du patron de tous les peintres, saint Luc peignant la Vierge. Par cette mise en abyme, ce choix emblématique, Daniel Arasse envisage un programme qui va bien au-delà d’une simple «histoire du détail», car ce qu’il vise est la totale relecture de l’histoire de la peinture occidentale à l’aune du détail. Qu’il soit inopinément ou peu à peu découvert, identifié, scruté, isolé, voire découpé de son ensemble, le détail offre en effet une toute autre manière de voir et d’appréhender la peinture. Ainsi, grâce à cette histoire rapprochée des pratiques du pinceau et du regard, un champ nouveau se dessine, remettant en question les catégories de l’histoire de l’art qui semblent avoir été établies «de loin», sans que jamais l’érudition ne prenne le pas sur le plaisir et les «fêtes de l’œil».
Один из ярчайших французских историков искусства второй половины XX века Даниэль Арасс (1944–2003) в своей небольшой книге, впервые опубликованной в 2000 году, подвергает пристальному анализу несколько классических произведений живописи XVI–XVII веков, в том числе такие хрестоматийные, как «Венера Урбинская» Тициана и «Менины» Веласкеса. Построенная в форме писем ученице, написанная непринужденно и увлекательно, книга показывает, какое большое значение могут иметь в искусстве самые незначительные, на первый взгляд, детали и каким плодотворным оказывается применительно к ним иконологический подход с элементами семиотики.
Questa pubblicazione dell'Institut du Dessin segna l'inizio di una partnership con il Museo Europeo del Disegno, mirata a esplorare la scienza del disegno in diverse forme. Il programma include mostre, seminari e progetti educativi, promuovendo incontri interdisciplinari e pratiche culturali creative.