Der Friedenspreisträger Liao Yiwu über seine bewegende Vergangenheit in China und seine dramatische Flucht nach Deutschland Es gibt Tage, die einem das ganze Leben über immer wieder in Erinnerung kommen. Bei Liao Yiwu gehört der 2. Juli 2011 zu diesen Tagen: als es ihm gelang, den Grenzfluss zwischen China und Vietnam zu überqueren. Nach vielen vergeblichen Versuchen der Flucht war das der entscheidende Schritt, der ihn letztendlich in sein Exil nach Deutschland führte. Die Geschichte seiner langen Flucht bildet den Rahmen seines neuen sprachgewaltigen Buches, in den er Erzählungen aus seiner Vergangenheit in China einbettet und geschickt miteinander verwebt. Ein bewegender Bericht und große Erzählkunst. »Ein chinesischer Schriftsteller, der sprachmächtig und unerschrocken gegen die politische Unterdrückung aufbegehrt und den Entrechteten seines Landes eine weithin hörbare Stimme verleiht.« Aus der Begründung für den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2012 »Liao Yiwu ist einzigartig. Diese Geschichten gehören zu dem großen gemeinsamen Erbe der Weltliteratur.« Philip Gourevitch zu »Fräulein Hallo und der Bauernkaiser«
Liao Yiwu Bücher







Die Kugel und das Opium
Leben und Tod am Platz des Himmlischen Friedens
Am 4. Juni 1989 mobilisierte die chinesische Regierung die Volksbefreiungsarmee, um friedliche Demonstrationen von Studenten zu unterdrücken, die Freiheit und Demokratie forderten. Das Massaker am Platz des Himmlischen Friedens schockierte die Welt, doch die genaue Zahl der Opfer blieb unbekannt. Liao Yiwu, der wegen eines Gedichts über das Massaker vier Jahre inhaftiert war, führte heimlich Interviews mit Augenzeugen und Angehörigen der Opfer. Das Ergebnis ist ein bewegendes Zeugnis der Ereignisse und eine Hommage an die mutigen Menschen, die für ihre Überzeugungen kämpften. Dieses Werk wird als unverzichtbar für Regierungsmitglieder und Wirtschaftsexperten angesehen, die das „aufstrebende China“ besuchen und den Wandel im Land bewundern. Es wird als Mahnmal beschrieben, das den Gesprächspartnern von Liao Yiwu Anerkennung und Würdigung zollt, die für ein besseres Leben einen hohen Preis zahlten. Die Sammlung seiner Gespräche wird als episches Monumentalwerk betrachtet, das Liaos Rolle als Chronist und Kämpfer für die Wahrheit betont. Mit seinem Werk konfrontiert er die totale politische Vertuschung der Ereignisse von 1989 und schafft ein Standardwerk für zukünftige Diskussionen über dieses Thema in China.
In China verboten: Einzigartige Gespräche mit den Verstoßenen und Vergessenen der chinesischen Gesellschaft Eine Prostituierte, ein buddhistischer Abt und der Manager einer öffentlichen Bedürfnisanstalt, ein Falun-Gong-Anhänger, ein ehemaliger Rotgardist und ein Feng-Shui-Meister – sie und viele andere hat Liao Yiwu, einer der bekanntesten Autoren Chinas und selbst ehemaliger politischer Häftling, mit Respekt, Einfühlungsvermögen und Humor nach ihrem Leben und ihren Hoffnungen befragt.Diese einzigartigen Gespräche lassen uns ein China entdecken, das wir sonst nicht zu sehen bekommen – ein China der Ausgestoßenen, der Heimat- und Obdachlosen, der Bettler und Straßenmusiker, deren Würde, Witz und Menschlichkeit ihnen niemand hat nehmen können.
Beeindruckende Einblicke in das Leben der größten verfolgten Minderheit Chinas von dem Friedenspreisträger des deutschen Buchhandels »Der Gott in den schäbigen Bergstraßen ist rot. In den kühlen Höhen Yunnans. Wenn man betrunken ist. Wenn man außer sich ist vor Freude, dass es einen nicht umgebracht hat. Wenn Sonnenstrahlen, golden wie Schafe, über die Gipfel springen.« Liao Yiwu Der Friedenspreisträger Liao Yiwu reiste in die entlegensten Bergdörfer Chinas, um dort Menschen zu treffen, die seit vielen Generationen und allen Widrigkeiten zum Trotz an ihrem christlichen Glauben festhalten. Er erzählt zahlreiche außergewöhnliche Lebensgeschichten, angefangen bei der 100-jährigen Nonne bis hin zum blinden Straßenmusiker. Ein ebenso seltener wie beeindruckender Einblick in das Leben im Untergrund der größten verfolgten Minderheit Chinas, die es offiziell gar nicht gibt. »Liaos Texte über die Christen lassen die Wahrheit im Dunkeln leuchten; das macht die Schönheit seines Schreibens aus.« Liu Xiaobo, Friedensnobelpreisträger 2010
In seinem ERSTEN ROMAN verwebt Liao Yiwu auf poetisch abgründige Weise die Geschichte seiner Familie mit der seines Heimatlandes China, das ihn verstoßen hat. Liao Yiwu saß im Gefängnis, in der Falle des totalitären Wahnsinns, und erfuhr Folter und Demütigung, nur weil er Gedichte schrieb. Allein sein Lieblingsbuch, das wundersame chinesische Orakel ›I Ging‹, half ihm die Hölle der Gefangenschaft zu überleben. Ein starker, ein tief erschütternder Roman, in dem der große Dichter Chinas zu einer neuen, überwältigenden Sprache gefunden hat.
Nach dem Erfolg von »Wuhan« erzählt der Friedenspreisträger und bekannte China-Kritiker Liao Yiwu nun eindrücklich von der Chinesischen Kulturrevolution: die Epoche, in der China zur Diktatur wurde. Im Geheimen entstand Liao Yiwus Roman “Die Liebe in den Zeiten des Mao Zedongs”, der in großartiger Erzählweise den ganzen Widersinn Chinas in einem Leben und vier Liebesgeschichten umreißt. Yiwus großes Buch wurde noch im Gefängnis in Sichuan fertig gestellt und danach Seite für Seite als Kassiber hinausgeschmuggelt. Erst im Berliner Exil fanden die Einzelteile wieder zueinander. Dreh- und Angelpunkt der generationenübergreifenden Geschichte ist die Chinesische Kulturrevolution, die in ihrer Erbarmungslosigkeit zu den schwärzesten Perioden im letzten Jahrhundert zählt. Kinder verrieten ihre Eltern, Liebespaare denunzierten einander - die unterschwellige Angst des Verrats wurde zum täglichen Begleiter. So schildert der Autor authentisch und hautnah die Reise zur Entstehung der Willkür, die China heute erstickt. »Liao Yiwu ist der wohl vielseitigste Chronist des zeitgenössischen Chinas.« Der Tagesspiegel
Ein großes literarisches Zeugnis über das Menschsein in widrigsten Umständen Bis zum Vorabend des 4. Juni 1989 führt Liao Yiwu das Leben eines so unbekannten wie unpolitischen Hippie-Poeten. Doch mit dem Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens ist schlagartig alles anders. Nachdem Liao ein kritisches Gedicht verfasst hat, wird er zu vier Jahren Haft im Gefängnis und in einem Arbeitslager verurteilt. In seinem großen Buch schildert Liao auf literarisch höchst eindringliche Weise die brutale Realität seiner Inhaftierung. Dabei ist er schonungslos, auch sich selbst gegenüber: Er beschreibt, wie er und seine Mithäftlinge zu Halbmenschen degradiert werden und dabei manchmal selbst vergessen, was es bedeutet, Mensch und Mitmensch zu sein. Liao Yiwu zeigt sich in diesem eindrucksvollen Buch abermals als einer der ganz großen Autoren Chinas, als einer der sprach- und bildmächtigsten Schriftsteller unserer Zeit.
Herr Wang, der Mann, der vor den Panzern stand
Texte aus der chinesischen Wirklichkeit
Bis heute wirken die Folgen des Massakers vom 4. Juni 1989 am Platz des Himmlischen Friedens in der chinesischen Wirklichkeit nach. Liao Yiwu versammelt dazu bislang unveröffentlichte Texte. Er schreibt über den bisher nicht identifizierten Mann, der sich allein, mit Einkaufstüten in den Händen, einem Konvoi von Panzern der Volksbefreiungsarmee in den Weg gestellt hat und damit zur Ikone des Widerstands wurde. Er erzählt von dem Leben seiner Knastbrüder und veröffentlicht erstmals Briefe, die er damals aus dem Gefängnis an seine Frau schrieb, ohne sie je abgeschickt zu haben.
Wuhan
Dokumentarroman
»Wir müssen uns die Heimat mit der Seele zurück erkämpfen.« Liao Yiwu Gleich nach dem Ausbruch des Corona-Virus reist der Bürgerjournalist Li in das Epizentrum der Katastrophe. »Weil er keine Angst vor Gespenstern hat«, so die Stellenanzeige, findet er einen Job im Krematorium. Schnell begreift er, dass die offiziellen Opferzahlen nicht stimmen. Doch der kurze Augenblick, in dem er glaubt, die Wahrheit sagen zu dürfen, vergeht über Nacht: Er wird entdeckt, verfolgt und dokumentiert im Internet live, wie er brutal verhaftet wird. In diesem bestürzend aktuellen Dokumentarroman »Wuhan« führt uns Liao Yiwu in das Herz der ungelösten Fragen und erzählt die spannende Recherche der Hintergründe einer gewaltigen Vertuschung. Woher stammt das Virus und was geschah in Wuhan? Protokolle verschwinden, und neue Lügen zementieren die Geschichte vom heroischen Sieg der Partei – Propaganda, die die Menschen vergiftet wie das Virus. »Liao Yiwu ist der wohl vielseitigste Chronist des zeitgenössischen Chinas.« Der Tagesspiegel
Liao Yiwu hält die zweite Stuttgarter Zukunftsrede Der Verfasser der Stuttgarter Zukunftsrede 2023 heißt Liao Yiwu. Als Schriftsteller, Dichter, Musiker, Dissident und Träger des Friedenspreises des deutschen Buchhandels gehört er zu den wichtigsten Chronisten und Analysten Chinas. In seinen Texten kritisiert er Systeme des Machtmissbrauchs, gibt den Entrechteten eine Stimme und greift dafür auch auf eigene Erfahrungen der Inhaftierung und Misshandlung zurück. Mit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine Ende Februar rückten in den ersten Wochen vordringlich die Ukraine und Russland ins Zentrum der Aufmerksamkeit; die Auswirkungen des Krieges sorgen allerdings für sich zuspitzende Spannungen auch in anderen Ländern und Regionen, für neue Allianzen und globale Verschiebungen – China nimmt hier eine wesentliche, machtvolle Rolle ein. Liao Yiwu befragt in seiner Zukunftsrede dieses Land und seine autoritären Regime mit Blick auf die Zukunft.
Die Dongdong-Tänzerin und der Sichuan-Koch
- 490 Seiten
- 18 Lesestunden
Der Friedenspreisträger Liao Yiwu hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, den kleinen, den unterdrückten Leuten in China eine Stimme zu geben. Als »Sprachrohr der Gesellschaft« ist er im Land unterwegs und bringt die Menschen zum Erzählen.Während Liao Yiwu in seinem hoch gelobten Buch ›Fräulein Hallo und der Bauernkaiser‹ sein Augenmerk auf den Zusammenprall politischer Wirklichkeit mit jahrtausendealten Traditionen richtete, berichtet er nun eindrücklich von der chinesischen Gegenwart. Eine Gemüsehändlerin, ein Restaurantbesitzer oder ein Anwalt kommen genauso zu Wort wie Nichtstuer, Geldeintreiber, Spieler, Säufer und Mörder. Spannende und unmittelbare Einblicke in das wahre China von heute. »Ein unbeirrbarer Chronist und Beobachter, der Zeugnis ablegt für die Verstoßenen des modernen China.«Aus der Begründung der Jury zur Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels
God is red : the secret story of how Christianity survived and flourished in Communist China
- 256 Seiten
- 9 Lesestunden
When journalist Liao Yiwu discovered a vibrant Christian community in secular China, he initially knew little about Christianity, having been taught that religion was evil and its followers deluded. However, as a writer whose work faced bans and imprisonment, Liao felt a connection with Chinese Christians, who share a steadfast commitment to freedom of expression and meaning in a chaotic society. Determined to preserve the memory of his nation's past and present, he sought to document the untold stories of courageous believers whose faith remained unbroken by a totalitarian regime. Among them is a centenarian nun who endured beatings, famine, and decades of labor while advocating for the return of church land seized by the government. Another is a surgeon who left a prestigious Communist hospital role to provide free medical care to villagers in remote southwestern China. Liao also highlights a Protestant minister, now honored in Westminster Abbey, who was executed during the Cultural Revolution for being an "incorrigible counterrevolutionary." This inspiring narrative showcases a resilient church flourishing despite oppression, serving as a powerful discourse on politics and spirituality, and paying tribute to China's brave shepherds of faith who demonstrate that a totalitarian government cannot control the human spirit.
The first publication of the poetry of Liu Xia, wife of the imprisoned Nobel Peace Prize recipient Liu Xiaobo I didn't have a chance to say a word before you became a character in the news, everyone looking up to you as I was worn down at the edge of the crowd just smoking and watching the sky. A new myth, maybe, was forming there, but the sun was so bright I couldn't see it. --from "June 2nd, 1989 (for Xiaobo)" Empty Chairs presents the poetry of Liu Xia for the first time freely in both English translation and in the Chinese original. Selected from thirty years of her work, and including some of her haunting photography, this book creates a portrait of a life lived under duress, a voice in danger of being silenced, and a spirit that is shaken but so far indomitable. Liu Xia's poems are potent, acute moments of inquiry that peel back to expose the fraught complexity of an interior world. They are felt and insightful, colored through with political constraints even as they seep beyond those constraints and toward love.
Invisible Warfare
- 80 Seiten
- 3 Lesestunden
As a writer, poet, musician and dissident, Liao Yiwu is one of the most important chroniclers and analysts of contemporary China. In his books, he draws on his own experiences of imprisonment and mistreatment at the hands of the Chinese state to criticise abuses of power and give a voice to the downtrodden and disenfranchised. In this powerful memoir, Liao Yiwu reflects on his own journey from imprisonment in Sichuan to his current life in Berlin, where he now works as a full-time writer. As China’s presence and influence on the international stage grows, this small book is a poignant reminder of the human cost of authoritarianism and of the power of the written word to bear witness to evil.
Bůh je rudý
- 368 Seiten
- 13 Lesestunden
„Náboženství je ztělesněním zla“, v tomto přesvědčení byl vychován také Liao I-wu. V komunistické Číně jsou věřící považováni za fanatiky, anebo rovnou za špiony imperialismu. Liao I-wu, sám politicky pronásledován, našel záhy cestu ke křesťanům své vlasti, obdivoval jejich odhodlání bojovat za svobodu vyznání a projevu, hledání smyslu života v ideologicky nepřátelské společnosti. Proto si vzal za úkol zachránit před zapomněním příběhy odvážných, jejichž víru se totalitnímu režimu zlomit nepodařilo. Jejich neuvěřitelné osudy odhalují málo známou stránku čínské historie. Svojí neskutečnou věrností, skromností a pokorou si křesťané v Číně vysluhují obdiv u velké části obyvatelstva... a děsí režim, který neví, jak se vypořádat s těmito nepoddajnými a zároveň mírumilovnými rebely připravenými zaplatit za svou víru i krví. Stoletá řeholnice, katolík z Tibetu, mladý konvertita, ctihodný protestantský presbyter pocházející z rodu pastorů z doby ještě před revolucí, postižený pouliční muzikant, ambulantní lékař... Tolik barvitých portrétů, v nichž se Liao, sám agnostik, který však nepohrdá mystikou, prosazuje jako jeden z nejoriginálnějších čínských spisovatelů a jako nepostradatelný svědek budoucím pokolením.








