Mit Anfang dreißig spült das Leben Amy Liptrot zurück an den Ort ihrer Kindheit – die Orkneyinseln, im dünn besiedelten Schottland wohl die abgelegenste Region. Hier schwimmt die britische Journalistin morgens im eiskalten Meer, verbringt ihre Tage als Vogelwärterin auf den Spuren von Orkneys Flora und Fauna und ihre Nächte auf der Suche nach den »Merry Dancers«, den Nordlichtern, die irgendwo im Dunkeln strahlen. Und hier beginnt sie nach zehn Jahren Alkoholsucht wieder Boden unter den Füßen zu gewinnen. Mit entwaffnender Ehrlichkeit erzählt Amy Liptrot von ihrer Kindheit, ihrem Aufbruch in die Stadt, nach Edinburgh, weiter nach London. Vom wilden Leben, dem Alkohol, dem Absturz. Vom Entzug und der Rückkehr zu ihren Wurzeln auf Orkney, wo sie der Natur und sich selbst mit neuen Augen begegnet.
Karine Reignier-Guerre Reihenfolge der Bücher (Chronologisch)





Mazie Phillips wächst im New York der 1920er auf. Während ihre jüngere Schwester als Tänzerin durch die Varietés tingelt und die ältere heiratet, weiß Mazie nicht, wohin. Ihr Schwager gibt ihr einen Job in seinem Kino. Tagsüber beobachtet sie aus ihrem Kassenhäuschen das lebhafte Treiben, nachts streift sie durchs Viertel. Während die Prohibition heimliche Treffen in den Bars der Stadt reizvoll macht, lässt die Wirtschaftskrise die Stadt verelenden. Und Mazie beginnt, sich um die Menschen auf der Straße zu kümmern. Diese untypische Heilige hat es wirklich gegeben. Jami Attenberg erweckt sie in einer schillernden Collage aus Mazies Tagebucheinträgen und den Stimmen ihrer Freunde zum Leben.
Boomtown Moskau der neunziger Jahre: Fasziniert und abgestoßen zugleich schaut PR-Manager Lambert zuerst von außen in die Abgründe dieser Welt aus Kommerz, Drogen und Luxus. Dann verliebt er sich in die schöne Sonia und wird, ohne es zu wollen, zum dostojewskischen Helden. Ein literarischer Thriller der Extraklasse. Hier ist alles größer, gewaltiger, opulenter als das, was er bisher kannte: Als der Brite Lambert 1995 in Moskau eintrifft, fühlt er sich wie auf Safari im postsowjetischen Dschungel. Ob es die eisigen Winter oder die überhitzten Partys, die Kaviar- und Wodkamengen, die großen Autos oder die marmorgetäfelten Metro-Stationen sind: Wer kann, säbelt sich ein möglichst großes Stück vom Kuchen ab. Wer nicht, hat Pech gehabt. Klar, Lambert ist hierhergekommen, um das richtige Leben zu spüren. Aber wie alle Ausländer lebt er in einer Parallelwelt, die nicht nur von schönen Nataschas bevölkert wird. Sondern auch von ebenso charismatischen wie hundsgemeinen Verbrechern. Im letzten Moment will Lambert seine moralische Integrität zurückgewinnen, aber da ist es bereits zu spät ... „Ein fesselnder Kenner der russischen Seele, eine Mischung aus Dostojewski und Bret Easton Ellis.“ Le Point
Drei Frauen. Drei Leben. Drei Schicksale. Die 23-jährige Harriet Heron ist wegen ihres Asthmas abgeschnitten von der Außenwelt. Bevor es zu spät ist, muss sie dem Dunst des viktorianischen London entfliehen und einen Ort finden, an dem sie endlich Luft zum Atmen hat. Zusammen mit ihrer Mutter Louisa und ihrer Tante Yael bricht Harriet nach Ägypten auf und erfährt, was Leben bedeutet. Doch eine Zufallsbegegnung auf dem Weg nach Alexandria mündet in eine gefährliche Freundschaft, als Louisa von ihrer Vergangenheit eingeholt wird – in Gestalt eines Mannes, der entschlossen ist, sie zu vernichten. Und Harriet steuert auf ein Schicksal zu, das niemand vorausahnen konnte.
Das Seelenhaus
- 366 Seiten
- 13 Lesestunden
„Sie sagen, ich soll sterben. Sie sagen, ich hätte Männern den Atem gestohlen und jetzt müssten sie mir den meinen stehlen.“ Island, 1828. Agnes, eine selbstbewusste und verschlossene Frau, wird als respektierte Magd angesehen, doch ihre Gedanken und Gefühle behält sie für sich. Als sie des Mordes an zwei Männern beschuldigt wird, steht sie allein da. Bis zur Hinrichtung soll sie im Haus eines Beamten leben, was die Familie in Aufruhr versetzt. Sie sind entsetzt, eine Mörderin beherbergen zu müssen, doch Agnes beginnt, Stück für Stück ihre Lebensgeschichte zu erzählen. Die Tat war brutal: zwei Männer wurden erschlagen, erstochen und verbrannt. Agnes und ein junges Paar werden zum Tode verurteilt, und der Landrat will an Agnes ein Exempel statuieren. Trotz des Urteils und der Ablehnung der Familie nimmt Agnes es scheinbar gelassen hin. Bei der Arbeit findet sie manchmal Trost und kann ihr Schicksal für einen Moment vergessen. Die raue Landschaft und die ärmliche Unterkunft sind ihr vertraut, bis sie einen Mann trifft und sich nach langer Zeit ihre Sehnsucht nach Liebe eingesteht. Der Schmerz über seinen Tod, für den sie verantwortlich gemacht wird, überlagert alles, auch die Angst vor ihrem eigenen Ende. Schließlich öffnet sie sich einem jungen Vikar, der sie auf den Weg der Reue führen soll. Während ihrer Gespräche ahnt vor allem die Hausherrin Margrét, dass die offizielle Wahrheit über Agnes möglicherweise falsch ist.