Es gab eine Epoche, in der man, wenn verschiedene Lebewesen aufeinander trafen, nicht genau wusste, ob es sich um Tiere oder Götter, Dämonen oder Ahnen handelte. Oder einfach um Menschen. Eines Tages, der viele tausend Jahre dauerte, machte Homo etwas, das noch keiner versucht hatte: Er begann die Tiere nachzuahmen, die ihn jagten, die Raubtiere. Er wurde zum Jäger. Es war ein langer und schwieriger Prozess, der Spuren und Narben in Riten und Mythen und im Verhalten hinterließ. Zahlreiche Kulturen, räumlich und zeitlich weit voneinander entfernt, brachten einige dieser dramatischen und erotischen Geschehnisse in Verbindung mit der Himmelsregion zwischen Sirius und Orion: dem Ort des Himmlischen Jägers. Dessen Geschichten, in dieses Buch hineingeflochten, greifen in viele Richtungen aus, reichen vom Paläolithikum über Ägypten und das alte Griechenland bis zur Turingmaschine. Sie erkunden die verborgenen Verbindungen innerhalb dieses einen, nicht einzugrenzenden Territoriums, das der Geist ist.
Roberto Calasso Bücher
Roberto Calasso war ein italienischer Verleger und Schriftsteller, dessen Werke tief in die europäische Kultur und Mythologie eintauchten. Seine Schriften, oft inspiriert von klassischen Erzählungen und literarischen Figuren, untersuchen die Verbindungen zwischen der antiken und der modernen Welt. Calasso verwebt meisterhaft komplexe Themen mit einem einzigartigen, essayistischen Stil, der die Leser einlädt, über die Natur der Moderne und das Erbe der Zivilisation nachzudenken. Sein Einfluss auf die literarische und intellektuelle Landschaft ist unbestreitbar und macht ihn zu einer Schlüsselfigur der zeitgenössischen Essayistik.







Wovon handeln Kafkas Geschichten? Sind es Träume, Allegorien, Symbole? Zahllose Lösungen wurden angeboten, doch es besteht der Verdacht, dass das Geheimnis im Wesentlichen unangetastet blieb. Dieses Buch mischt sich ein in den gewundenen Verlauf von Kafkas Fiktionen, will ergründen, warum K. und Josef K. - die Protagonisten von Kafkas „Schloß“ und „Prozeß“ - so radikal anders sind als alle anderen Figuren in der Geschichte des Romans - und schließlich auch, wer K. ist.
Roberto Calassos Essay ist in drei Kapitel gegliedert. Das dritte Kapitel, zwei Seiten lang, beschreibt einen Traum Baudelaires als Vorahnung der zusammenstürzenden Zwillingstürme (9/11). Im zweiten Kapitel, »Die Wiener Gasgesellschaft«, werden die Jahre 1933 bis 1945 behandelt. Es präsentiert Zitate deutscher und internationaler Autoren, die ihre Eindrücke von Nazi-Deutschland festgehalten haben, darunter Louis-Ferdinand Céline, André Gide und Walter Benjamin. Der Autor führt durch ein Panoptikum, in dem Naivität zunehmend dem Entsetzen weicht, und bietet Perspektiven auf Deutschland jenseits der deutschen Erinnerungskultur, basierend auf unmittelbaren Erfahrungen. Das erste Kapitel, »Touristen und Terroristen«, greift gesellschaftskritische Motive aus Calassos letztem Buch auf und schärft sie. Gesellschaft wird als Gegner von metaphysischem Rang dargestellt, gegen den nur metaphysische Waffen wirksam sind. Diese Arsenale hat die säkularisierte Gesellschaft jedoch geplündert. Die Sorge, in der Immanenz zu ersticken, prägt das »unnennbare Heute«. Alles, was auf ein Anderes, Jenseitiges verweist, hat sich in pervertierter Form dienstbar gemacht: Ritus, Theologie, Metaphysik, selbst das Denken und die Sprache. Calasso interpretiert den Terrorismus, insbesondere den heutigen islamistischen und den historischen, als ein Symptom dieser Situation. »Nichts ist wahr, alles ist erlaubt.«
Das Rosa Tiepolos
- 335 Seiten
- 12 Lesestunden
Die Kunst Giambattista Tiepolos ist zur Signatur einer ganzen Epoche geworden. In Kirchen, Palazzi und Villen schuf der große Maler Gemälde, die von Leichtigkeit und Grazie gekennzeichnet sind. Doch obwohl Zeitgenossen die Ästhetik seiner Malerei schätzten, ergründete keiner das Geheimnis hinter Tiepolos 33 Scherzi und Capricci. In einer faszinierenden Studie dieser merkwürdigen Radierungen erkennt der Autor Roberto Calasso das gelehrte und formsichere Selbstverständnis Tiepolos. In seinem brillanten Buch erzählt er das Werk des berühmten Malers aus Italien im 18. Jahrhundert.
Suhrkamp Taschenbuch - 5034: Der Traum Baudelaires
- 494 Seiten
- 18 Lesestunden
Auf den Spuren Baudelaires, dessen Traum von einer Mischung zwischen Museum und Bordell im Zentrum des Buchs steht, hat Calasso einen Ort geschaffen, wo der Leser dem Dichter selbst begegnet, seinen Zeitgenossen, seiner Stadt und seinen außergewöhnlichen Vorlieben und Abneigungen. Am Ende lässt sich feststellen, dass dieser Ort nichts weniger als das Land der »absoluten Literatur« ist. In einem überraschenden Mosaik aus Geschichten, Interpretationen von Gedichten und Kommentaren zu Gemälden wird das faszinierende Bild des literarischen und künstlerischen Paris zur Zeit Baudelaires lebendig, der Epoche, in der das entstand, was später »die Moderne« genannt wurde.
Die Hochzeit von Kadmos und Harmonia
- 433 Seiten
- 16 Lesestunden
Roberto Calasso, geboren 1941 in Florenz, war Essayist, Kulturphilosoph und Verleger des Mailänder Verlages Adelphi Edizioni. Zuletzt erschien von ihm Der Himmlische Jäger – als neunter Teil eines »work in progress«, das 1983 mit dem Untergang von Kasch begann. Es folgten Die Hochzeit von Kadmos und Harmonia, Ka, K., Das Rosa Tiepolos, Der Traum Baudelaires, Die Glut und Das unnennbare Heute . Calasso starb im Juli 2021 in Mailand.
Der Untergang von Kasch
- 479 Seiten
- 17 Lesestunden
Mit dem Untergang von Kasch legt Roberto Calasso eine Kritik der Moderne vor, die sich nicht wissenschaftlich, nicht analytisch, sondern in Geschichten äußert: Das Zeitalter der Revolutionen erzählt - wie es Schiffbruch erlitt. Durch das Buch führt als »Zeremonienmeister« Talleyrand, der klarsichtigste und verruchteste, modernste und archaischste aller Politiker. Er stellt uns den Hof von Versailles vor und das Indien der Veden, die Abtei von Port-Royal und die Galerien des Palais-Royal, Marie-Antoinette, Bentham, Goethe, Fénelon, Baudelaire, Marx, Chateaubriand, Napoleon, Joseph de Maistre, Stirner, Sainte-Beuve... Jede dieser Figuren ist mit jeder anderen verbunden – und alle führen uns zu demselben Ursprung zurück, der Legende von Kasch.
Die Literatur und die Götter
- 208 Seiten
- 8 Lesestunden
Brillant, inspiriert und kenntnisreich enthüllt Calasso das göttliche Raunen, das sich hinter der besten Poesie, der schönsten Prosa, verbirgt und weiht uns ein in das Geheimnis aller großen Literatur. Er führt in das Reich von Dionysos und Orpheus, von Baudelaire, Novalis, Mallarmé und Hölderlin und zeigt, dass sich die Geschichte der Götter auch lesen lässt als eine verschlüsselte, großartige Geschichte der Literatur.
Ka
- 567 Seiten
- 20 Lesestunden
With The Marriage of Cadmus and Harmony , Calasso turned ancient legends into modern literature and created a postmodern novel out of the ancient myths of classical Greece...in Ka , Calasso attempts to do the same with the far more sprawling and elusive corpus of classical Sanskritt literature...The result is a book as brilliantly original as anything I have ever read on Hinduism...part novel, part mythological epic, part sacred text, at once a work of the imagination and the result of great scholarship...If you want a dazzling, complex, erotic and utterly original European novel of ideas, Calasso is your man, and Ka his masterpiece. The Sunday Times
„Das Buch aller Bücher“ ist der zehnte Teil von Calassos monumentalem Werk, das sich mit der Bibel, insbesondere dem Alten Testament, beschäftigt. Der Autor bietet eine nüchterne Nacherzählung biblischer Geschichten und thematisiert das Opfer, während er die Rolle der Götter in der Kulturgeschichte des Nahen Ostens würdigt.
Der unreine Tor
Die geheime Geschichte des Senatspräsidenten Dr. Daniel Paul Schreber
Roberto Calasso transponiert Schrebers berühmte »Denkwürdigkeiten eines Nervenkranken« (1903), deren Wahnsystem über alle Erklärungsversuche seit Freud hinweg seine Faszination behalten hat, in einen Roman, in dem Mythos und Ironie untrennbar verschmelzen – um Schrebers geheime Geschichte ans Licht zu bringen.
Hundert Briefe an einen unbekannten Leser
- 206 Seiten
- 8 Lesestunden
Mit hundert anregenden, scharfsinnigen Klappentexten macht der Schriftsteller und Verleger Roberto Calasso den »unbekannten Leser« auf hundert Bücher seiner Wahl aufmerksam: Romane und philosophische Werke, Dramen und Gedichte.
Die Glut
- 608 Seiten
- 22 Lesestunden
Vor mehr als 3000 Jahren entwickelte sich in Indien eine so rätselhafte wie faszinierende Kultur. Sie hinterließ keine Kunstwerke und keine Ruinen, wir kennen nur ihren geistigen Kosmos. Die Schriften der Veden kreisen, in Hymnen, Mythen und Anweisungen für komplizierte Rituale, um die einfache und geheimnisvolle Tatsache, dass wir ein Bewusstsein haben. Dieses Bewusstsein verbindet sich für die vedischen Seher mit einer "Glut", die im Geist und in der Welt wirkt. So entstehen die Götter – und am Ende auch die Menschen. Roberto Calasso führt durch die Labyrinthe der vedischen Welt – und wenn wir sie wieder verlassen haben, sehen wir unsere heutige säkulare Welt mit neuen Augen.
Die neunundvierzig Stufen
- 383 Seiten
- 14 Lesestunden
A splendid reimagining of key stories from the Bible, by the author of The Marriage of Cadmus and Harmony. A man named Saul is sent to search for some lost donkeys and on the way is named king of his people. The queen of a remote African realm travels for three years with her multitudinous retinue to meet the king of Jerusalem and pose him a few riddles. A man named Abraham hears a divine voice speaking words that reverberate throughout the Bible: 'Go away from your land, from your kindred and from the house of your father toward the land that I will show you'. In The Book of All Books, Roberto Calasso weaves together stories of promise and separation from one of the founding texts of Western civilisation. These tales of grace and guilt, of the chosen and the damned, cast many Biblical figures and indeed the whole book in a light as astonishing as it is disquieting. The Book of All Books is part of a larger work which began with The Ruin of Kasch (1983) and includes The Marriage of Cadmus and Harmony, Ka, and The Celestial Hunter.
The Unnamable Present
- 208 Seiten
- 8 Lesestunden
Tourists, terrorists, secularists, hackers, fundamentalists, transhumanists, algorithmicians- in this book Roberto Calasso considers the tribes that inhabit and inform the world today. A world that feels more elusive than ever before. Yet once contrasted with the period between 1933 and 1945, when the world made a partially successful attempt at self-annihilation, the new millennium begins to take on an unprecedented form. What emerges is something illusory, ever-shifting and occasionally murderous- the unnamable present. This book, the ninth part of a work in progress,is a meditation on the obscure and ubiquitous process of transformation happening in societies today, where distant echoes of Auden's The Age of Anxiety give way to something altogether more unsettling.
The Tablet of Destinies
- 128 Seiten
- 5 Lesestunden
A beguiling new reimagining of one of the most ancient and mysterious origin myths of human civilization 'The Flood didn't come suddenly as a big surprise. It came at the end of a long, tormented story. Men just went on multiplying and the noise they made was ever more irksome . . . I remember days of desperation.' A long time ago, the gods grew tired of humans and decided to send a flood to destroy them. But Ea, the god of fresh underground water, didn't agree. He advised one of his devotees, Utnapishtim, to build a quadrangular boat to house humans and animals, and saved these living creatures from the Flood. Rather than punish Utnapishtim for his disobedience, Enlil, King of the gods, granted the mortal eternal life and banished him to the island of Dilmun. Thousands of years later, when Sinbad the Sailor is shipwrecked and arrives on that very same island, the two begin a conversation about courage, loss, salvation and sacrifice. Following Calasso's masterful retelling of ancient Greek myths in The Marriage of Cadmus and Harmony and Indic myths in Ka, this richly imaginative work delves into the crucible of our collective consciousness to reimagine the origin stories of one of the earliest human civilizations.
The Art of the Publisher
- 160 Seiten
- 6 Lesestunden
'All the books published by a certain publisher could be seen as links in a single chain' In this fascinating memoir and manifesto the author and publisher Roberto Calasso meditates on the art of book publishing. With his signature erudition and polemical flair, Calasso transcends Adelphi to look at the publishing industry as a whole, from the essential importance of graphics, jackets and cover flaps to the consequences of universal digitization. And he outlines what he describes as the 'most hazardous and ambitious' profile of what a publishing house can be: a book comprising many books, akin to that of other twentieth-century publishers, from Giulio Einaudi to Roger Straus, of whom the book offers brief portraits.
Piccola Biblioteca - 767: Bobi
- 97 Seiten
- 4 Lesestunden
Di Roberto Bazlen, universalmente noto come Bobi, non poco è stato scritto, ma il più rimane da dire e capire. Bazlen attraversò la prima parte del Novecento come un profilo di luce imprendibile. Nell’ultima fase della sua vita, fu l’ideatore di Adelphi, su cui riversò la sua sapienza, che non era solo quella – stupefacente – sui libri, ma investiva il tutto. L’idea e la fisionomia della casa editrice risalgono a lui. Quando Bazlen mi parlò per la prima volta di qualcosa che sarebbe stata Adelphi e non aveva ancora un nome mi disse: «Faremo solo i libri che ci piacciono molto».
L'impuro folle
- 128 Seiten
- 5 Lesestunden
Come ordinare una biblioteca
- 127 Seiten
- 5 Lesestunden
Chi prova a dare un ordine ai propri libri deve al tempo stesso riconoscere e modificare una buona parte del suo paesaggio mentale. Impresa delicata, piena di sorprese e di scoperte, priva di soluzione. Molti l’hanno sperimentata, dal dotto seicentesco Gabriel Naudé ad Aby Warburg. Qui se ne raccontano vari episodi, mescolati a frammenti di una autobiografia involontaria. A cui fanno seguito un profilo del breve momento in cui certe riviste, fra 1920 e 1940, operavano come impollinatrici della letteratura e una cronaca dell’emblematica nascita della recensione, quando Madame de Sablé si trovò nella improba situazione di dar conto pubblicamente delle Massime del suo caro e suscettibile amico La Rochefoucauld. Finché il tema del dare ordine riappare alla fine, questa volta applicato alle librerie di oggi, per le quali è una questione vitale, che si pone ogni giorno.
La rovina di Kasch
- 496 Seiten
- 18 Lesestunden












