Der vorliegende Band enthält Einzelstudien zur politischen Theorie verschiedener Popularphilosophen (Garve, Feder, Abbt, Eberhard, Engel) sowie eine Auswahl von deren Texten, die zeigen, wie diese Philosophen die Französische Revolution aufgenommen und verarbeitet haben. Der Titel dieses Bandes ist Moses Mendelssohns »Morgenstunden« entnommen, philosophischen Vorträgen des großen jüdischen Aufklärers.
Thomas G. Masaryks Begründung einer neuzeitlichen Demokratie
276 Seiten
10 Lesestunden
Für Thomas G. Masaryk (1850-1937), den ersten Präsident der ersten tschechoslowakischen Republik, ist Demokratie eine »Welt- und Lebensauffassung«. Zwi Batscha entfaltet die Weite und Vielschichtigkeit des dieser Auffassung zugrundeliegenden philosophisch-politischen Demokratiebegriffs: eine fundamentaldemokratische Einstellung, die sich von einer auf Philosophie und Wissenschaft gegründeten Weltanschauung über die Geschichtsphilosophie und Verfassungstheorie bis hin zu den zwischenmenschlichen und moralischen Beziehungen auf alle möglichen Bereiche erstreckt. Qualitativ - so Batscha - ist das Oeuvre Masaryks der schottischen Moralphilosophie, den französischen Enzyklopädisten und der deutschen Popularphilosophie zuzuordnen, die alle lebensgestaltend wirken wollten und die Bedeutung des Verstandes, der Toleranz und der Humanität betonten.
Fergusons Versuch präsentiert zentrale und originelle soziologische Leitgedanken, die das Zusammenleben der Menschen in Gruppen sowie deren gesellschaftliche Verhaltensweisen, Normen und Prozesse als „Grundtatsachen“ der menschlichen Geschichte begreifen. Diese soziologischen Einsichten sind jedoch nicht Selbstzweck; sie bilden eine umfassende Kritik an der „verfeinerten“ Kommerzgesellschaft seiner Zeit. Ferguson setzt sich mit den politisch-moralischen Maßstäben des antiken Republikanismus und Humanismus auseinander, um Grundlagen einer wahren „bürgerlichen Gesellschaft“ zu entwickeln und die Unterschiede und Gemeinsamkeiten verschiedener Gesellschaften zu untersuchen. Dabei werden sowohl „wilde“ als auch „barbarische“ Gesellschaften betrachtet, ebenso wie die „verfeinerten“ und „kommerzialisierten“ Gesellschaften seiner Umgebung. Diese Perspektive ermöglicht grundlegende Einsichten, die über die zeitgenössische Zivilisationskritik hinausgehen. Im Zentrum steht der Prozess der gesellschaftlichen Arbeitsteilung, den Ferguson als Quelle von Ökonomie und Produktivität anerkennt und begrüßt. Gleichzeitig kritisiert er die negativen Auswirkungen dieser Arbeitsteilung, die zu Entfremdung, politischer Apathie und Korruption führen können. Er beleuchtet die Grenzen, die dem Fortschritt der Arbeitsteilung und deren Produktivität durch ökonomische, soziale, kulturelle und politische Folgen gesetzt sind.