Ein Psychologe, Psychiater und Psychoanalytiker, der für sein tiefes Interesse an der kindlichen Entwicklung und seine bahnbrechende Arbeit zur Bindungstheorie bekannt ist. Seine Schriften befassen sich eingehend damit, wie frühe Beziehungen die menschliche Psyche und das Verhalten im Erwachsenenalter grundlegend prägen. Er erforschte das wesentliche Bedürfnis nach Sicherheit und Verbundenheit, das unsere lebenslange Beziehungsfähigkeit beeinflusst. Seine Erkenntnisse prägen weiterhin das Verständnis der menschlichen Entwicklung und des psychischen Wohlbefindens.
John Bowlby schildert Anfänge, Grundkonzepte und empirische Prüfung der Bindungstheorie. Er zeigt, wie sich seine Erkenntnisse in der Psychotherapie anwenden lassen: Die Aufarbeitung früher Bindungserfahrungen im Erwachsenenalter hilft bei der Bewältigung schwieriger Lebenssituationen und psychischer Probleme. Der Psychotherapeut übernimmt dann die Rolle der verlässlichen Basis für die Erkundung früherer Erfahrungen und Gefühle. Eltern erkennen, wie ihre eigene Bindungsgeschichte ihr Erziehungsverhalten gegenüber ihren Kindern prägt - damit leidvolle Bindungsbeziehungen nicht über Generationen weitergegeben werden.
Bindung ist ein elementares Bedürfnis, vergleichbar mit Hunger oder Sex, das schon Säuglinge an eine erwachsene Bezugsperson knüpft. Werden kleine Kinder über längere Zeit von ihrer Bezugsperson getrennt, erleiden sie schwere psychische Schäden: von chronischer Trauer und Depression bis zur völligen Apathie, von Aggression bis zur Delinquenz. In seinem Grundlagenwerk stellt John Bowlby ausführlich seine Theorie dar. Jeder Einzelband ist einem thematischen Schwerpunkt gewidmet. Bowlby beobachtete Kinder, die nach dem Zweiten Weltkrieg von ihren Eltern z. B. bei Krankenhausaufenthalten getrennt wurden oder die in Waisenhäusern ohne feste Bezugsperson aufwuchsen. Aus diesen Forschungsergebnissen leitete er therapeutische Maßnahmen ab, um die Kinder in ihrer Entwicklung zu fördern.
John Bowlby untersuchte bereits Mitte des 20. Jahrhunderts, welche gravierenden Folgen für Säuglinge und Kleinkinder eine längere Trennung von den Eltern hat. Aus seinen Erkenntnissen entwickelte er die sog. Bindungstheorie: Eine feinfühlige und beständige Beziehung zur Mutter oder einer anderen Person ist in den ersten Lebensjahren für eine gesunde Entwicklung des Kindes entscheidend. In diesem Buch beschreibt Bowlby hilfreiche Maßnahmen für Adoption, Pflegefamilien, Heimunterbringung und die Betreuung von Kindern mit Verhaltensstörungen, die heute noch als wegweisend gelten. Deutsche Übersetzung von Dr. Ursula Seemann des Originaltitels „Child Care and the Growth of Love“, Second Edition, Penguin Books, 1953.
Seit seinen eigenen Untersuchungen und denen seines Kollegen René A. Spitz weiß man, welch verheerende Folgen es für einen Menschen haben kann, wenn seine erste Beziehung zu einem anderen Menschen für längere Zeit oder für immer unterbrochen wird. Mit Erfolg hat Bowlby seine Einsichten auf andere Beziehungen übertragen, die Menschen im Laufe ihres Lebens eingehen. Das große Interesse, das die Bindungsforschung heute erfährt, wäre ohne dieses Grundlagenwerk nicht möglich gewesen.
Bindung ist ein elementares Bedürfnis, vergleichbar mit Hunger oder Sex, das schon Säuglinge an eine erwachsene Bezugsperson knüpft. Werden kleine Kinder über längere Zeit von ihrer Bezugsperson getrennt, erleiden sie schwere psychische Schäden: von chronischer Trauer und Depression bis zur völligen Apathie, von Aggression bis zur Delinquenz. In seinem Grundlagenwerk stellt John Bowlby ausführlich seine Theorie dar. Jeder Einzelband ist einem thematischen Schwerpunkt gewidmet. Bowlby beobachtete Kinder, die nach dem Zweiten Weltkrieg von ihren Eltern z. B. bei Krankenhausaufenthalten getrennt wurden oder die in Waisenhäusern ohne feste Bezugsperson aufwuchsen. Aus diesen Forschungsergebnissen leitete er therapeutische Maßnahmen ab, um die Kinder in ihrer Entwicklung zu fördern. Deutsche Übersetzung der Originalausgabe "Attachment and Loss, Volume 1: Attachment", The Tavistock Institute of Human Relations, 1969.
Bindung ist ein elementares Bedürfnis, vergleichbar mit Hunger oder Sex, das schon Säuglinge an eine erwachsene Bezugsperson knüpft. Werden kleine Kinder über längere Zeit von ihrer Bezugsperson getrennt, erleiden sie schwere psychische Schäden: von chronischer Trauer und Depression bis zur völligen Apathie, von Aggression bis zur Delinquenz. In seinem Grundlagenwerk stellt John Bowlby ausführlich seine Theorie dar. Jeder Einzelband ist einem thematischen Schwerpunkt gewidmet. Bowlby beobachtete Kinder, die nach dem Zweiten Weltkrieg von ihren Eltern z. B. bei Krankenhausaufenthalten getrennt wurden oder die in Waisenhäusern ohne feste Bezugsperson aufwuchsen. Aus diesen Forschungsergebnissen leitete er therapeutische Maßnahmen ab, um die Kinder in ihrer Entwicklung zu fördern. Deutsche Übersetzung der Originalausgabe "Attachment and Loss, Volume 3: Loss - Sadness and Depression", The Tavistock Institute of Human Relations, 1980.
John Bowlby, Mary Ainsworth und die Grundlagen der Bindungstheorie
443 Seiten
16 Lesestunden
Das Buch bietet erstmals in deutscher Übersetzung grundlegende Texte zweier Pioniere der Bindungsforschung. Der Fokus liegt auf klinisch relevanten Aspekten: dem Verhalten kleiner Kinder in der Fremdensituation, der Beobachtung von Feinfühligkeit, der lebenslangen Bedeutung von Bindung und ihrer evolutionspsychologischen Funktion. Das Interesse an Bindungstheorie hat in letzter Zeit stark zugenommen, doch oft wird vergessen, dass John Bowlby, der Begründer der Bindungstheorie, von seiner Zunft lange ignoriert wurde, da er einige von Freuds Grundannahmen in Frage stellte. Mary Ainsworth, seine Schülerin, führte zentrale Beobachtungen und Experimente durch und entdeckte die drei Bindungsmuster sowie die „sichere Basis“ für psychische Sicherheit. Dennoch bleibt ein Großteil ihrer wissenschaftlichen Arbeiten, selbst auf Englisch, schwer zugänglich. Die Herausgeber haben daher die 16 wichtigsten Urtexte von Bowlby und Ainsworth, die dem deutschsprachigen Leser unbekannt sind, zusammengestellt und durch einleitende Kommentare in den aktuellen bindungstheoretischen Kontext eingeordnet. Dies geschieht auch, um der Unschärfe und der unverbindlichen Allgegenwärtigkeit des Bindungskonzepts entgegenzuwirken. Für alle, die sich ernsthaft mit Bindungsforschung auseinandersetzen, ist dieses Buch unverzichtbar.
Grundlagen und Anwendung der Bindungstheorie - 2. Auflage
149 Seiten
6 Lesestunden
John Bowlby schildert Anfänge, Grundkonzepte und empirische Prüfung der Bindungstheorie. Er zeigt, wie sich seine Erkenntnisse in der Psychotherapie anwenden lassen: Die Aufarbeitung früher Bindungserfahrungen im Erwachsenenalter hilft bei der Bewältigung schwieriger Lebenssituationen und psychischer Probleme. Der Psychotherapeut übernimmt dann die Rolle der verlässlichen Basis für die Erkundung früherer Erfahrungen und Gefühle. Eltern erkennen, wie ihre eigene Bindungsgeschichte ihr Erziehungsverhalten gegenüber ihren Kindern prägt - damit leidvolle Bindungsbeziehungen nicht über Generationen weitergegeben werden.
As author himself points out in his introduction to this seminal childcare
book, to be a successful parent means a lot of very hard work. Controversial
yet powerfully influential to this day, this classic collection of his
lectures offers important guidelines for child rearing based on the crucial
role of early relationships.
The second volume of Attachment and Loss continues Bowlby's work on the importance of the parental relationship to mental health and considers separation and the anxiety that accompanies it: the fear of imminent or anticipated separation, the fear induced by parental threats of separation, and the inversion of the parent-child relationship.
The book features an unpublished seminar conducted by the author in Milan in 1985, providing unique insights into the subject matter discussed. A foreword by Kate White from the Bowlby Centre adds context, while the introduction by editor Marco Bacciagaluppi includes excerpts from previously unseen correspondence between them, enriching the reader's understanding of the author's ideas and the seminar's significance.