Fleur Jaeggy ist eine Schweizer Schriftstellerin, die auf Italienisch schreibt. Ihr Werk zeichnet sich durch einen raffinierten Stil und eine tiefgründige Auseinandersetzung mit der menschlichen Psyche aus. Jaeggy thematisiert häufig Einsamkeit, Erinnerung und die komplexen Beziehungen zwischen ihren Charakteren. Ihre Prosa, oft prägnant und karg, hinterlässt beim Leser einen starken und bleibenden Eindruck.
Erzählungen | Die internationale Neuentdeckung einer großen Autorin
100 Seiten
4 Lesestunden
In sieben Erzählungen entwirft Fleur Jaeggy Wirklichkeiten von äußeren und inneren Zwängen, in denen sich die Menschen beunruhigend gut eingerichtet haben. Eingeengt in Ehen, Beziehungen, Altersheimen und Anstalten versuchen sie zurechtzukommen mit dem, was das Schicksal ihnen zugedacht hat. Stets ist es ein Kampf auf Leben und Tod und manchmal erscheint das Unglück als ein Geschenk des Himmels. Mit schonungsloser Präzision erschafft Fleur Jaeggy ein Kaleidoskop aus subversiven Figuren, die eine Aura von Gewalt umgibt.
Roman | Eine heftige Coming-of-Age-Geschichte | Komprimiert, zart und brutal präzise
111 Seiten
4 Lesestunden
Proleterka ist ein eindringlicher Familienroman, der die Reise einer 15-jährigen Tochter und ihres kranken Vaters nach Griechenland beschreibt. In klarer Sprache entfaltet sich ihre Beziehung, während sie die Geheimnisse ihrer einsamen Kindheit und ihre Sehnsucht nach dem Leben und ersten Erfahrungen erkundet.
Erzählungen | Die internationale Neuentdeckung einer großen Autorin
»Danken wir den Göttern und dem Teufel für Fleur Jaeggy!« Claire-Louise Bennett Fleur Jaeggy erzählt von Wahnsinn, Verlust und Mord, vom Fluch, eine Familie zu haben, und von der durch nichts zu vertreibenden Nähe des Todes. Dabei erschafft sie surreale Bilder, die sich in die Seele rammen, Geschichten von kristalliner Schönheit, die von einem bösartigen Zauber beseelt scheinen, champagnerfarbene Welten, die vor stiller Gewalt brodeln. Fleur Jaeggy ist eine Poetin der Verzweiflung und eine Virtuosin des Schauers: Ihre jenseitigen Geschichten zu lesen, das ist, als würde man sich nackt und kopfüber in ein Gestrüpp aus schwarzen Rosensträuchern stürzen – am Ende kommt man blutüberströmt und geläutert wieder heraus.
Proleterka ist der Name eines Schiffs. In Venedig festgemacht, wartet es darauf, eine Gruppe respektabler Touristen nach Griechenland zu bringen. Die letzten, die an Bord gehen, sind ein leicht hinkender Mann und seine noch nicht sechzehnjährige Tochter. Zwischen Vater und Tochter besteht eine totale Fremdheit, verbunden mit einem Band, das auf eine ferne und dunkle Zeit zurückgeht – und das scheint ihre Existenzen zu übersteigen. Auf dieser Reise möchte die Tochter mehr über diese unglaublich unbekannte Person mit den „kalten, unnatürlichen Augen“ erfahren. Vor allem verspürt sie einen Drang, das unbekannte Leben selbst zu entdecken, das sie bis dahin nur erträumt hat. Die Kreuzfahrt auf der Proleterka ist dazu bestimmt, sie zu initiieren: „Die Proleterka ist der Ort der Erfahrung. Wenn die Reise endet, muss sie alles wissen.“ Eines Tages wird die Passage auf diesem Schiff, die den schimmernden Glanz des Ersten trägt, zu einer Reise ins Reich der Toten, zwischen jenen Wesen, die „spät auf uns zukommen“ und „rufen, wenn sie spüren, dass wir Beute werden und es Zeit ist, auf die Jagd zu gehen“. Die beiden Reisen überschneiden sich und verschmelzen in einer furchtlosen Natürlichkeit zu einer Prosa, die wie eine Klinge in den geheimen Bereich eindringt, wo die Emotion verborgen ist.
Roman | Die internationale Neuentdeckung einer großen Autorin
Ein Mädcheninternat im Appenzell der sechziger Jahre. Gehorsam und Disziplin prägen die Ordnung des Hauses. Die heitere Landschaft vor den Fenstern treibt die vierzehnjährige Ich-Erzählerin zu stundenlangen einsamen Spaziergängen. Eines Tages erscheint eine Neue während des Mittagessens: Frédérique, schön, streng, verächtlich und voller Überdruss. Frédérique ist anders, etwas Leises und Schreckliches umgibt sie. Ihr sind Beherrschung, Gehorsam und Perfektion bereits zur zweiten Natur geworden. Die Erzählerin ist gebannt von ihrer Erscheinung, sie will sie erobern, sucht ihre Freundschaft. Empfänglich für den morbiden Reiz der Disziplin verfällt sie Frédérique mehr und mehr. Und erst ein ganzes Leben später kann die Erzählerin ihre abgründige Liebe in Worte fassen.
"Even among Fleur Jaeggy's singular and intricate works, The Water Statues is a shiningly peculiar book. Concerned with wealth's loneliness and odd emotional poverty, this early novel is in part structured as a play: the dramatis personae include the various relatives, friends, and servants of a man named Beeklam, a wealthy recluse who keeps statues in his villa's flooded basement, where memories shiver in uncertain light and the waters run off to the sea. Dedicated to Ingeborg Bachmann and fleshed out with Jaeggy's austere yet voluptuous style, The Water Statues-with its band of deracinated, loosely related souls (milling about as often in the distant past as in the mansion's garden full of intoxicated snails)-delivers like a slap an indelible picture of the swampiness of family life"--