Gesprungene Liebe
- 317 Seiten
- 12 Lesestunden







Eine Biographie
Manfred Flügge erzählt die Geschichte eines großen Deutschen, der Sternstunden und bittere Momente erlebte, große literarische Erfolge feierte und dennoch ins Abseits geriet, im politisch gebotenen Kampf Irrtümer beging und fatal in Anspruch genommen wurde, und der doch im Grunde ein großer Fantast war, ein Unzeitgemäßer: der allerletzte Romantiker. Sein Leben war voller Widersprüche und erscheint doch so anrührend und grotesk wie das mancher seiner Figuren. Dieser kundige Führer durch das Gesamtwerk weckt Lust auf eine neue Auseinandersetzung mit der Erbschaft dieses großen Unzeitgemäßen. „In Wirklichkeit habe ich mehr als nur den Helden des Blauen Engel und den vorweggenommenen Nazi des Untertan gemacht: Schöneres, meine ich, und näher der Vollendung, die ich nie erreichte.“ (Heinrich Mann, 1946).
Exil unter Palmen. Für deutsche Literaten und Maler war die Côte d’Azur seit Jahrhunderten ein Magnet der Sehnsucht. Bis 1933. Danach wurde die Küste mit der poetischen Patina zur Zuflucht vieler deutscher Künstler, Sanary-sur-Mer zum geistigen Zentrum der Emigration. Thomas Mann lebte hier und Lion Feuchtwanger, Ludwig Marcuse, Franz Werfel, Bruno Frank. Viele heimatlos gewordene Künstler machten als Besucher Station: Bertolt Brecht, Heinrich Mann, Arnold Zweig, Stefan Zweig, Egon Erwin Kisch. Sanary-sur-Mer war zum Wartesaal geworden, zum Sinnbild der Verlorenheit.
Zeitroman und Schicksalspanorama. Der „Anschluss“ Österreichs durch die Nazis im März 1938 und ihr Einmarsch in Wien waren ein traumatischer Wendepunkt in der europäischen Geschichte. Anschaulich und detailreich erzählt Manfred Flügge vom tragischen Irrtum Kurt Schuschniggs und dem Versagen der Weltöffentlichkeit. In einem Wechsel von historischer Darstellung und beispielhaften Lebenserzählungen von Akteuren und Opfern, unter ihnen Sigmund Freud, Egon Friedell, Robert Musil, Franz Werfel und vielen anderen, entsteht ein Zeitroman, der zum vielfältigen Schicksalspanorama wird. „Ein packendes Porträt der Stadt Wien im Jahr 1938.“ Hannoversche Allgemeine Zeitung
Das Phänomen Stéphane Hessel Manfred Flügge zeichnet den geistigen und politischen Kosmos des Stéphane Hessel nach: Als Résistancekämpfer 1944 nach Buchenwald deportiert, überlebte er dank eines Identitätsaustauschs. Fortan stellte er sein Leben in den Dienst der Menschenrechte. Innerhalb der UNO setzte er sich für eine Welt ohne Totalitarismus, Konzentrationslager, Atombomben ein. Er wirkte am ersten Teil der Menschenrechtscharta mit, vermittelte in politischen Konfiikten und unterstützte die Entkolonialisierung. Bis heute gibt der Globalisierungskritiker und Humanist Hessel unermüdlich in Büchern und weltweiten öffentlichen Auftritten seine Botschaft von Recht und Gerechtigkeit, Verantwortung und Zivilcourage weiter. "Seine Leichtfüßigkeit hat etwas vom Götterboten, vom Hermes mit den Flügeln. Mehr Infos zum Film unter: http://www.derdiplomatstéphanehessel-derfilm.de"
Pfarrerssohn aus Ankershagen, Ladengehilfe aus Fürstenberg, Bürobote aus Amsterdam, Kaufmann aus Sankt Petersburg, Goldhändler aus Sacramento – wer war Heinrich Schliemann wirklich? Er selbst hat sein Leben erzählt als die Geschichte eines Kindheitstraumes, der sich durch Glück und Beharrlichkeit auf das Schönste erfüllt hat. Dem weltweit investierenden und immer und überall erfolgreichen Geschäftsmann, dessen Reichtum seine Unabhängigkeit ermöglichte, gelang es, Homers Troia auszugraben. Gräbt man in seinem eigenen Leben nach, so sieht man bald: Er hat die Wahrheit einer Legende, einer Dichtung nachgewiesen, aber indem er es tat, hat er zugleich sein eigenes Leben legendenhaft verklärt. Doch er war kein gewöhnlicher Lügner, sondern ein Mythomane. Wie schon zuvor bei Beaumarchais durchdringt Manfred Flügge mit Leidenschaft das Leben eines hochbegabten Mannes voll unerschöpflicher Energie und versucht dem Geheimnis auf die Spur zu kommen, warum Schliemann im Licht der Troja-Legende das Märchen seines eigenen Lebens umdeutete.
„Ich glaube, dass es in Deutschland im 20. Jahrhundert keine bedeutendere, originellere und interessantere Familie gegeben hat als die Manns.“ Marcel Reich-Ranicki. Der Biograph Manfred Flügge zeichnet ein über hundert Jahre umfassendes Panorama der legendären Literatenfamilie. Diese erste Familienbiographie ermöglicht ein neues Verständnis der geistigen, politischen und kulturellen Entwicklung Deutschlands bis heute. „Es ist doch eine wirklich erlauchte Versammlung, aber einen Knacks hat jeder.“ Thomas Mann an Klaus Mann, 1942. Die Manns sind eine Glücksgeschichte, die aus vielen kleinen Tragödien besteht. Ihre Schicksalswege führen von Lübeck bis Venedig, von München bis Los Angeles und darüber hinaus. Flügge schildert die Familiengeschichte und beleuchtet auch die Zweige der Dohms und Pringsheims. Er stellt das politische Denken und Handeln sowie die wichtigsten literarischen Werke der Manns in engem Zusammenhang mit der Zeit- und Lebensgeschichte dar. Thomas Manns Bemühungen um die Humanisierung des Mythos machten ihn und seine Familie zu einem Monument der deutschen Kulturgeschichte. Über Konflikte und Missverständnisse hinweg hat Deutschland aus dem Wirken der Manns vielfachen Nutzen gezogen. Der Umgang mit dieser produktiven und provozierenden Familie, von den ersten Romanen der Brüder Mann 1901 bis zur Fernsehserie „Die Manns“ 2001, spiegelt stets den Zustand des Landes wider.
„Noch nie hat jemand das Leben … so energisch vom Standpunkt des Glücks geschildert - des Glücklichseins und des Glück-Habens.“ Kadidja Wedekind über Marta Feuchtwanger Lion Feuchtwanger versuchte mehrfach, einen Roman über seine Frau zu schreiben, doch es blieb ihm verwehrt. Marta Feuchtwanger ist eine komplexe Persönlichkeit, deren Lebensgeschichte das Porträt einer ganzen Epoche zeichnet. Als Münchner Jüdin erlebte sie Flucht und Exil und wurde zur Weltbürgerin, die als Zeugin eines herausfordernden Jahrhunderts agierte. Sie war eine moderne Frau, die ihren eigenen Weg der Emanzipation fand, eine einflussreiche Persönlichkeit, Sportlerin und große Liebende, die zwischen Leid und Luxus lebte. Ihr Leben war geprägt von Maskenbällen, Empfängen, Internierungslagern und gefährlichen Fluchten, und führte sie von München über Berlin und Sanary-sur-Mer bis nach Los Angeles. „Eine Frau sollte keine Angst haben vor dem Fallen.“ Marta Feuchtwanger Als Muse und Ikone des deutschen Exils zählt sie neben Katia Mann und Alma Mahler-Werfel zu den bedeutenden Dichterfrauen des 20. Jahrhunderts. Manfred Flügge schildert das Leben dieser außergewöhnlichen Frau, die durch ihre Schönheit, ihren Witz und ihre Lebensklugheit beeindruckte. Das Buch bietet ein faszinierendes Frauenschicksal, einen spannenden Eheroman und ein lebendiges Zeitbild, unterstützt durch umfangreiche, teils unerschlossene Materialien, einschließlich der intimen Tagebü
Feldherr, Machtmensch und Reformer – ein Blick auf Napoleon 200 Jahre nach seinem Tod.Mit seinem Tod wurde Napoleon endgültig zur Legende. Doch der Mythos gehörte schon immer zu ihm. Er selbst wirkte an seiner Entstehung mit, und dies nicht erst in der Zeit der Verbannung. Seit Julius Cäsar verstand kein Feldherr so gut, wie wichtig das eigene Bild in der Öffentlichkeit für das Erreichen politischer Ziele ist. Mit Gespür für die großen Linien wie die bezeichnenden Details erfasst Manfred Flügge in seinem Essay das Wesentliche dieses widersprüchlichen Lebens am Übergang zweier Epochen – und zeigt, wie in Napoleon Person und Mythos untrennbar miteinander verschmelzen.„Ob man will oder nicht – man ist hingerissen und überwältigt von seinem Charakter und seiner Laufbahn.“ Lord Byron