Der Staat in Frankreich von 1789 bis in die Gegenwart
- 273 Seiten
- 10 Lesestunden
Pierre Rosanvallon ist ein französischer Intellektueller und Historiker, der sich in seiner Arbeit mit der Geschichte der Demokratie und der Politik beschäftigt. Er untersucht die Rolle des Staates und die Frage der sozialen Gerechtigkeit in gegenwärtigen Gesellschaften. Seine Analysen zeichnen sich durch ein tiefes Verständnis politischer Ideen und deren Entwicklung aus. Durch seine Werke bietet er den Lesern anregende Einblicke in entscheidende gesellschaftliche Fragen.






Immer größer werdende Einkommensunterschiede setzen das soziale Band bis zum Zerreißen unter Spannung. Eine Gefahr für die Demokratie? Zwar haben die Bürger_innen ihre Fähigkeit, sich einzumischen und damit ihren Einfluss, beständig erhöht. Doch während sich die politische Bürgerschaft auf dem Vormarsch befindet, schwindet die soziale dahin. In dieser Kluft liegt die größte Gefahr für die Demokratie selbst. Das Überleben der Demokratie als »politische Form« ist an einen Vergesellschaftungsmodus, an eine »soziale Form« gebunden, in der sich Gleiche als Freie und Freie als Gleiche begegnen können. Pierre Rosanvallon entfaltet ein sowohl sozial- wie begriffsgeschichtliches Panorama, das die Geschichte der Gleichheitsvorstellungen vom späten 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart des frühen 21. Jahrhunderts darstellt und verknüpft diese Ideengeschichte mit einer kritischen Analyse der aktuellen politischen Situation.
Die meisten politischen Systeme der westlichen Welt gelten als demokratisch, legitimiert durch freie Wahlen und einen Rechtsstaat, der individuelle Freiheitsrechte schützt. Laut Rosanvallon führen diese Legitimationsprinzipien jedoch zur Vorherrschaft der Exekutive: „Unsere politischen Systeme können als demokratisch bezeichnet werden, doch demokratisch regiert werden wir nicht.“ Die demokratische Teilhabe der Bürger_innen beschränkt sich oft auf die Wahl von Repräsentanten, was zu einer bloßen Genehmigung von Mächtigen und allgemeinen politischen Zielsetzungen führt. Diese Genehmigungsdemokratien können soziale Verwerfungen hervorrufen und im Extremfall diktatorische Züge annehmen. Rosanvallon entwirft auf Grundlage seiner Analyse das Modell einer „Betätigungsdemokratie“, die als Garant für gute Regierungsführung fungiert. Diese Form der Demokratie verkörpert den positiven Aspekt des demokratischen Universalismus und ist entscheidend für den Fortschritt. Voraussetzung ist, dass nicht nur die Exekutive, sondern auch Behörden, verschiedene Justizebenen und der gesamte öffentliche Dienst Umwandlungsprozesse durchlaufen. Rosanvallon fordert eine demokratische Revolution, die eine Neudefinition der Beziehungen zwischen Regierenden und Regierten anstrebt, um die Realisierung einer Gesellschaft der Gleichen zu ermöglichen.
Geschichte - Theorie - Kritik
Der bekannte Historiker Pierre Rosanvallon entwirft eine bisher noch fehlende kohärente Theorie des Populismus. Er untersucht seine Attraktivität als Lösung für gegenwärtige Probleme, entfaltet seine Geschichte und unterzieht ihn einer gründlichen Kritik. Daraus resultierend skizziert er einen Alternativvorschlag für eine verallgemeinerte Volkssouveränität, die die Demokratie bereichert, anstatt sie zu vereinfachen und zu polarisieren: eine vitale Demokratie, die sich ständig selbst be- und hinterfragt. Denn nur durch permanente Anstrengung und Transparenz kann das populistische Projekt seine Attraktivität verlieren
EIN GEFÜHL DER VERLORENHEIT erschöpft und deprimiert heutzutage viele Franzosen, schreibt Pierre Rosanvallon. Sie halten sich für vergessen, sie fühlen sich unverstanden, ausgeschlossen aus der Welt der Regierenden, der Institutionen und der Medien. Die Lage ist alarmierend, denn auf dem Spiel steht sowohl die Würde der Individuen als auch die Lebendigkeit der Demokratie. Verfasst wurde dieses Manifest als Fundament für das Projekt Raconter la vie/Das Leben erzählen. Eine Buchreihe und eine Website, die dem Erzählen und dem Dokumentieren von Lebensgeschichten dienen, sollen den Mangel an Repräsentation beheben, sollen also eine Art Parlament der Unsichtbaren entstehen lassen. Die Lektüre zeigt, dass Rosanvallons Analyse über Frankreich hinaus relevant und somit durchaus als Handlungsanleitung für eine Erneuerung Europas zu lesen ist. Indem Menschen ihre Geschichten erzählen, verändern sie die Zustände, unter denen sie und unsere Gesellschaften leiden.
Unparteilichkeit - Reflexivität - Nahe
Für heutige Demokratien reicht das Mehrheitsvotum und die Kompetenz der öffentlichen Verwaltung als Legitimitätsgrundlage nicht mehr aus. Denn sie müssen den veränderten Bedürfnissen von Gesellschaften Rechnung tragen, die zunehmend durch eine Vielfalt von Minderheiten gekennzeichnet sind, sowie durch Bürokratien, die aufgrund von Kompetenzabwanderung und New Public Management entmachtet wurden. Vor diesem Hintergrund entwirft Pierre Rosanvallon drei Idealformen der Legitimität: erstens, die Legitimität der Unparteilichkeit, die sich von Parteipositionen und partikularen Interessen distanziert; zweitens, die Legitimität der Reflexivität, die plurale Ausdrucksformen des Gemeinwohls berücksichtigt; und drittens, die Legitimität der Nähe, die garantiert, dass Besonderheiten Anerkennung erfahren. Politische Legitimität erfordert jetzt eine Regierungskunst, in der Begriffe wie Mitgefühl, Anerkennung und Respekt eine Rolle spielen und eine neue Qualität der Unabhängigkeit von Behörden und Verwaltungsgerichten. Pierre Rosanvallon entwickelt in seiner Untersuchung über die Umbrüche der Demokratie im 21. Jahrhundert eine Geschichte und Theorie dieser »Revolution der Legitimität«.
A collection of essays on the historical origins, contemporary difficulties, and future prospects of democratic life. It examines the pathologies that have curtailed democracy's potential and challenges the antitotalitarian liberalism that has dominated recent political thought.
The latest contribution to one of the most distinguished and important series in political thought in the world.
Populism channels societal anger, positioning itself as a remedy for contemporary chaos. It presents a compelling and cohesive vision of democracy, society, and the economy, appealing to those seeking clarity and order amidst uncertainty.
The welfare state faces significant international pressure due to slowing economic growth and declining public sector confidence. Influential social theorist Pierre Rosanvallon identifies a deeper, less recognized reason for this crisis: the traditional justification that all citizens share equal risks has been eroded by social and intellectual changes. To achieve the goals of social solidarity and civic equality, Rosanvallon asserts that we must radically rethink social programs. He begins by examining the history of the welfare state, emphasizing the founding premise that risks, particularly those of illness and unemployment, are equally distributed and unpredictable. This notion has become untenable due to economic diversification and advancements in risk analysis. It is now evident that some individuals face significantly greater risks based on their jobs and lifestyle choices. Consequently, Rosanvallon argues for more narrowly targeted social policies. Drawing on evidence from various countries, particularly France and the United States, he suggests that programs like unemployment insurance and workfare could better address individual needs by incorporating explicit contracts between benefit providers and recipients. His insights have far-reaching implications for welfare programs globally and challenge our understanding of citizenship in contemporary democracies and economies.
French
Zadig, nouveau trimestriel sous la direction d'Eric Fottorino propose un voyage extraordinaire dans la France d'aujourd'hui.Il s'agit d'offrir aux lecteurs de multiples regards sur la France d'aujourd'hui avec l'objectif de rendre lisible un pays devenu illisible : la FranceLa dimension régionale est illustrée par une carte de la France et de son Outre-mer que Zadig sillonnera numéro après numéroChristian BOBIN, Maylis de KERANGAL, Léonor RECONDO, Hervé LEBRAS, Mona OZOUF, Pierre ROSANVALLON, Leila SLIMANI, Marie DESPLECHIN, Régis JAUFFRET, ainsi que Patrick BOUCHERON qui traite d'un grand livre qui a marqué sur la France, en occurrence " L'identité de la France " de Braudel, ont participé à ce premier numéro.
La démocratie constitue, depuis deux siècles, l'horizon du bien politique. Mais elle semble en même temps inachevée ou trahie. Une des principales raisons de ce malaise tient à une difficulté de figuration : l'avènement d'un monde d'individus rend la société moins lisible en ses différences. Il y a ainsi une tension qui se noue entre l'évidence du principe politique de la démocratie et le caractère plus incertain de son fondement sociologique. Le peuple est sacré souverain au moment où il paraît plus insaisissable. Dès le départ, le problème des conditions d'une "bonne" représentation politique s'est posé et il n'a pas cessé depuis. Pierre Rosanvallon s'attache à construire l'histoire de cette question. Poursuivant la recherche menée dans Le Sacre du citoyen (1992) sur l'avènement du suffrage universel, cet ouvrage constitue le second volet d'une histoire intellectuelle d'ensemble de la démocratie moderne. La démarche de l'historien nourrit dans ce travail une réflexion de philosophie politique pour éclairer le citoyen.
Une question sociétale et transversale d'actualité, analysée par des écrivains, politologues et chercheursLe titre de ce nouveau volume des1ndispensablespeut sembler provocant, tant la pandémie a surgi dans nos vies comme une effraction, balayant nos certitudes. Peut-on déjà tirer des enseignements, un an après le premier confinement ?Et si la Covid n'était pas la cause, mais le révélateur de problèmes préexistants ? C'est une piste soulevée par certaines analyses de cet ouvrage. La pandémie soulignerait les dérives de la mondialisation, de notre système de production et de consommation, et nous rappellerait la nécessité de structures jusqu'alors mises à mal, comme le rôle de l'État, les services publics ou l'importance de l'offre culturelle.À travers analyses et entretiens, cet ouvrage fait le tour des leçons politiques, économiques, sociales et culturelles que la Covid nous a dispensées. Qu'en sera-t-il demain de la démocratie, de la confiance dans la science et dans les sources d'autorité ?Les chiffres ne doivent pas nous faire oublier que la pandémie reste une tragédie humaine : c'est pourquoi des écrivains prennent aussi la plume, au travers de textes sensibles, pour questionner l'absolue nécessité du contact humain et nous réapprendre à vivre ensemble.
La société civile contre le jacobinisme de 1789 à nos jours
Décrit la spécificité du modèle politique français à travers une histoire analytique et interprétative qui couvre la période s'étendant de la Révolution à nos jours. La France se singularise par le rôle prééminent accordé à l'Etat dans l'organisation de la vie collective
Il existe de nombreuses façons de raconter l'histoire d'un pays, et celle de la France a longtemps été un récit continu, garantissant une identité collective et une communauté de destins. Cependant, ce récit traditionnel ne résonne plus de la même manière aujourd'hui. Le rapport des Français à leur passé et à leur avenir a évolué, rendant la France à nouveau énigmatique. Les changements rapides et les incertitudes qui en résultent font que les Français interrogent leur passé pour comprendre leur présent, mais les réponses sont désormais plus difficiles à saisir. Cette Histoire de la France adopte une approche originale, rompant avec les conventions du genre en proposant quatre volumes thématiques. Chacun aborde des singularités françaises qui marquent encore le paysage contemporain : l'organisation de l'espace, les relations entre l'État et la société, le rôle des conflits dans l'unité française, et les formes de la culture. Ces histoires, inscrites dans des temporalités variées, se croisent et parfois se contredisent, révélant la complexité de la genèse nationale. Les auteurs choisissent de traiter ces caractéristiques non pas comme des évidences, mais comme des problématiques à explorer, offrant ainsi au lecteur une nouvelle manière de comprendre et d'apprécier la France.