Jedes Kind hat das Recht auf einen Schulabschluss
Die ontogenetische Didaktik für alle Kinder






Die ontogenetische Didaktik für alle Kinder
für Kinder mit Down-Syndrom, Leseratten und Legastheniker
Zum ersten Mal liegt mit der Inklusiven Lesefibel ein Lesebuch vor, das für den jeweiligen Erkenntniszugang spezifische Lernangebote bietet. Jedes Kind – ob mit Down-Syndrom oder ohne – findet hier das für seine Entwicklungsstufe entsprechende Lernangebot. Produziert wurde das Buch von der Verfasserin gemeinsam mit den in der Regel drei- bis achtjährigen Kindern. Die Kinder haben alle Texte gespielt und alle Varianten kontrolliert. Bereits in ihrem Herstellungsprozess hat somit diese Fibel ihre Erfolgskontrolle unter Beweis gestellt. Kinder mit Down-Syndrom, Kinder mit Legasthenie oder Lernbehinderung unbekannter Genese konnten auf diese Weise bereits ab dem dritten Lebensjahr erfolgreich mit dem Lesenlernen beginnen.
Schlechte Schüler gibt es nicht – Sinnvolles Lernen läuft der Entwicklung voraus
Ereignispädagogik in der Zone der nächsten Entwicklung
Die Kinder werden täglich mit Fragen konfrontiert, die sie nicht alleine beantworten können. Sie hören von den Folgen der Erwärmung der Erde und dass die Schere zwischen Armut und Reichtum zunehmend auseinandergeht. Sie sehen in den Nachrichten, dass es Kriege gibt und wie die Menschen versuchen zu fliehen. Sie erfahren Einsamkeit und Mobbing. Das Lesebuch hilft ihnen, diese Fragen zu diskutieren und nach Lösungen zu suchen. Wir dürfen nie aufhören, Fragen zu stellen. Wir dürfen immer hoffen, dass wir zur Vernunft kommen. Aus gemeinsam geteiltem Empfinden wird Mitgefühl. Aus gemeinsam geteiltem Erleben wird Selbsterfahrung. Aus gemeinsam geteiltem Erinnern wird Gedenken. Aus gemeinsam geteiltem Verstehen wird Vernunft.
Dieses Mathebuch ist mit den Kindern erarbeitet worden. Wir sind von ihrer Art zu Denken ausgegangen. Jede Aufgabe muss aus ihrer Erfahrung kommen und für sie sinnvoll sein. In der Schule soll Peter die Aufgabe 3 + 5 = ? lösen. Die Lehrerin sagt: „Zähle 3 und 5 zusammen.“ Sie hilft ihm an den Fingern abzuzählen. Er versteht nicht, was das soll. Dann legt sie 3 Bonbons und 5 Bonbons hin. Peter zählt nun 1, 2, 3 und 1, 2, 3, 4, 5. Sie sagt: „Du musst weiter zählen.“ 4, 5, 6, 7, 8. Er versteht nicht, was er soll. Dann schüttet sie die acht Bonbons auf den Teller. Nun zählt er „1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8“. Er versteht nicht, was das mit 3 + 5 = 8 zu tun hat. Das sind meine Erfahrungen mit den Kindern, die hoffnungslos in der Schule scheitern. Sie lernen einerweise abzuzählen ohne Sinn und Bedeutung, bis sie das Interesse am Matheunterricht endgültig verlieren. Um die Aufgabe 3 + 5 = 8 zu verstehen fehlen ihnen alle Voraussetzungen.