Die Sammlung "Reden und Aufsätze II (1914 - 1924)" umfasst bedeutende Reden über Beethoven und Grillparzer sowie Essays zu Shakespeare, Ferdinand Raimund und einem Deutschen Lesebuch von Max Reinhardt. Zudem enthält sie einen Appell an die oberen Stände und behandelt Themen zu Preußen und Österreich.
„Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“. Das Sprichwort nährt das Vorurteil einer immer noch eher defizitären Altersvorstellung. Rolf D. Hirsch räumt auf mit der überholten Vorstellung (und Entschuldigung), der Mensch sei im Alter zu starr und zu uneinsichtig. Ältere und alte Menschen sind durchaus in der Lage, Neues zu lernen, ihr Verhalten gezielt zu ändern. Ein im Laufe des Lebens „erlerntes störendes Verhalten“ kann auch verlernt werden. Die Verhaltenstherapie bietet heute eine Palette von Methoden an, z. B. operante Methoden, systematische Desensibilisierung, Training von Selbststeuerung und sozialer Kompetenz sowie Problemlösungstraining. Das Buch ermutigt Therapeuten, mit älteren und alten Menschen zu arbeiten, gibt erprobte Konzepte weiter und ist nicht zuletzt auch ein Gewinn für kundige ältere Leser. Verblüffend einfach verdeutlichen vor allem die Fallgeschichten, daß die Möglichkeiten dieser Therapie gerade bei dementen Heimbewohnern nicht erschöpft sind (.) Dem Autor gelingt es, die zugrundeliegende, recht komplexe Theorie so anschaulich und verständlich darzustellen, daß Berührungsängste, Verhaltenstherapie zu praktizieren, beseitigt werden. (Altenheim) „Nachdrücklich empfohlen“ (ekz-Informationsdienst) Eine Pflicht- Lektüre, die Mut macht und Chancen aufzeigt, wo Resignation und Hilflosigkeit eingekert sind. (Diakonieschwestern)
Kurt Julius Goldstein, geboren am 3. November 1914 als jüngster Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie in Hamm/Westfalen, erlebt als Kind den Alltagsantisemitismus von Lehrern und Mitschülern. Er weiß sich zu wehren, schließt sich bald der KPD an und ist den Nazis als Jude und Kommunist doppelt verhaßt. 1933 aus Deutschland vertrieben, geht er über Luxemburg, Frankreich und Palästina in die Internationalen Brigaden nach Spanien. Nach dem Sieg Francos in Frankreich interniert, wird er nach der deutschen Besetzung an die Nazis ausgeliefert und nach Auschwitz deportiert. Als Häftling Nummer 58866 arbeitet er im Nebenlager Jawischowitz, einer Kohlengrube, bekommt von einem SS-Mann den Namen 'Judenkönig' und leistet auch hier Widerstand. Im Januar 1945 überlebt er den Todesmarsch nach Buchenwald und wird dort Zeuge der Selbstbefreiung. Heute lebt Kurt Julius Goldstein in Berlin und ist Ehrenpräsident des Internationalen Auschwitz-Komitees.
S. Fischer, Frankfurt am Main, 1986. 640 S., Leinen mit Schutzumschlag, (Umschlag mit Abrieb/ Stempel auf Schnitt) - herausgegeben von Bernd Schoeller in Beratung mit Rudolf Hirsch -
Gedichte - Gestalten - Prologe und Trauerreden - Idylle - Gestern - Der Tod des Tizian - Der Tor und der Tod - Die Frau im Fenster - Die Hochzeit der Sobeide - Das kleine Welttheater - Der Weiße Fächer - Der Kaiser und die Hexe