»Freiheit ist nicht möglich ohne Autorität (sonst wird sie zum Chaos) und Autorität nicht ohne Freiheit (sonst wird sie zur Tyrannei).« Diese Forderung Stefan Zweigs nach politischer Vernunft und humaner Toleranz bildet den Kern dieses 1936 geschriebenen Buches »gegen alle Gewalten der Gewalt«. Anhand historischer Ereignisse zeigt er die Gefahren und das Übel der eigenen Zeit im Spiegelbild besonders deutlich auf und gibt dadurch zugleich seiner Mahnung Gültigkeit für alle Zeiten. Der französische Humanist Sebastian Castellio tritt am entschiedensten von allen seinen Zeitgenossen gegen Jean Calvin auf, den Genfer Reformator, der Lehre und Macht despotisch verwaltet. Vor allem aber ergreift er die Partei des der Gotteslästerung angeklagten und schließlich auf dem Scheiterhaufen hingerichteten spanischen Arztes Michael Servet. Nach Vollstreckung dieses Urteils scheint der Kampf entschieden, die Forderung theologisch-politischen Anspruchs die der Toleranz endgültig über wunden zu haben. Doch Castellio setzt unter Einsatz aller Kräfte den aussichtslos erscheinenden Kampf fort.
Stefan Zweig Bücher
Stefan Zweig war ein weltweit gefeierter Autor, der besonders in den 1920er und 1930er Jahren für seine tiefen psychologischen Einblicke in die menschliche Verfassung bekannt war. Sein literarisches Schaffen, das Romane, Kurzgeschichten und Essays umfasst, zeichnet sich durch subtile Charakterdarstellungen und einen intuitiven, nicht rein objektiven Ansatz aus. Zweig befasste sich oft mit Themen wie Einsamkeit und Desillusionierung, was seine eigenen Erfahrungen mit Exil und Vertreibung widerspiegelt. Seine meisterhafte Fähigkeit, tief in die Motivationen von Charakteren einzudringen und entscheidende Momente der Menschheitsgeschichte einzufangen, festigt sein Erbe als zeitloser Schriftsteller, dessen Werke bis heute nachhallen.







Diese Erinnerungen eines Europäers zeigen noch einmal die Gelöstheit und Heiterkeit Wiens und Österreichs in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg, die Welt der Sicherheit, die Stefan Zweig selbst wie einigen, wenn auch nicht allen, die individuelle Freiheit zu garantieren vermochte; sie zeigen Glanz und Schatten über Europa bis zum Sonnenuntergang, bis zu Hitlers Machtausübung, bis Europa »sich zum zweiten Mal selbstmörderisch zerfleischte im Bruderkriege«. Stefan Zweig hat »die Welt von Gestern« als Zeitzeuge aufgezeichnet und dabei nicht so sehr sein eigenes Schicksal festgehalten, sondern das seiner Generation; er hat mit diesem Buch, weit über das Persönliche hinaus, ein Kompendium der geistigen Welt in der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts erstellt.
Die großen Erzählungen
- 320 Seiten
- 12 Lesestunden
Die hier versammelten Meisterstücke Stefan Zweigs geben Einblick in sein erzählerisches Gesamtwerk. "Brennendes Geheimnis", "Angst", "Der Amokläufer", "Die Unsichtbare Sammlung" und die berühmte "Schachnovelle" zeigen die thematischen Schwerpunkte des Schriftstellers: Menschliche Abgründe tun sich auf, Verlustängste bestimmen das Leben und die Freiheit der Gedanken wird zum höchsten Gut. Mit eindrucksvollen Bildern und ungebrochener Aktualität faszinieren diese Meistererzählungen bist heute.Mit einem Nachwort von Edda Ziegler.
Novellen
- 78 Seiten
- 3 Lesestunden
»Stefan Zweigs Novellen wenden die neu gewonnenen Erkenntnisse der zeitgenössischen Psychologie in einem biegsamen, fast nervös vibrierenden Stil auf ihre Themen an.« Richard Friedenthal
Balzac hat ihn den "psychologisch interessantesten Charakter seines Jahrhunderts" genannt. Aber eigentlich ist es sein "verwegener Mut zur restlosen Charakterlosigkeit und unentwegter Überzeugungslosigkeit", der Joseph Fouché zunächst zu Geld und dann zu Macht verholfen hat. Fast immer aus dem Hintergrund wirkend und handelnd, fordernd und zwingend paßt er sich geübt und geschickt, einem Chamäleon gleich, jeder politischen Färbung an. Stefan Zweigs große Erzählkraft faßt diesen politisch überaus begabten Menschen, der als Person glatt, kalt und unsinnlich bleibt, obwohl er ein Fanatiker ist. Kaum tritt er offen hervor, hält sich - mit allen Fäden in der Hand - als graue Eminenz immer verborgen, als "Blutsäufer" beim Gemetzel von Lyon, dem blutigsten Tag der Französischen Revolution, ebenso wie als alle und alles bespitzelnder Polizeiminister unter Napoleon und unter Ludwig XVIII. Doch den dämonisch besessenen Intriganten trifft schließlich die Verbannung, in der er einsam stirbt.
"Kein einziger Mensch wagt sich nahe und voll in den innern Kreis dieses Geschickes, immer spricht, immer kämpft, immer leidet Nietzsche für sich allein. Er redet zu niemandem, und niemand antwortet ihm. Und was noch furchtbarer ist: niemand hört ihm zu."Ein biografisches Meisterwerk: Die Lebensbeschreibung Nietzsches im berühmten, romanhaft-lebendigen Stil Stefan Zweigs verfasst.
Stefan Zweig reflektiert die politisch-kulturellen Umbrüche und Unsicherheiten im Europa der Zwischenkriegszeit: Vor dem Hintergrund von Inflation, Arbeitslosigkeit und politischen Krisen breiten sich Hetze, Hass und Gewalt wie ein schleichendes Gift in der Gesellschaft aus. Tabus werden systematisch gebrochen, Normalitätsgrenzen leise verschoben. Hitler beginnt – und damit die Unmenschlichkeit. »Was konnte Hitler Gewalttätiges durchsetzen in einem Staate, wo das Recht fest verankert war, wo im Parlament die Majorität gegen ihn stand und jeder Staatsbürger seine Freiheit und Gleichberechtigung nach der feierlich beschworenen Verfassung gesichert meinte? Dann kam der Reichstagsbrand, das Parlament verschwand, Göring ließ seine Rotten los, mit einem Hieb war alles Recht in Deutschland zerschlagen.« Stefan Zweig »Keiner unter allen deutschen Schriftstellern hat die Verbindung von Deutschtümelei und rüdem Antisemitismus so begriffen und ausgesprochen wie er.« Walter Jens
Magellan" ist ein Werk des österreichischen Autors Stefan Zweig über den portugiesischen Seefahrer Ferdinand Magellan. Stefan Zweig (* 28. November 1881 in Wien; † 23. Februar 1942 in Petrópolis, Bundesstaat Rio de Janeiro, Brasilien) war ein österreichischer Schriftsteller.
Balzac
Eine Biographie
»Seit 30 Jahren habe ich ihn gelesen und immer wieder gelesen, ohne meine Bewunderung zu verlieren.« Mit seinem »großen Balzac«, wie er selbst ihn nannte, wollte Stefan Zweig die Summe seiner schriftstellerischen Erfahrung ziehen, Biographie und Kritik in einem schreiben, »etwas Gültiges hinterlassen, ein Werk, das einige Jahrzehnte überdauert«. Im Frühjahr 1939 begann er in London mit der Niederschrift; als er im Juni des folgenden Jahres in die USA und wenig später nach Brasilien übersiedelte, ließ er 600 Seiten Manuskript, 2000 Seiten Notizen und 400 angestrichene Bücher zurück. Er hat diesen als magnum opus angelegten Lebensroman nicht mehr abschließen können – Richard Friedenthal, der Freund, bearbeitete posthum mit großem Einfühlungsvermögen und gewissenhafter Akribie das »in allen wesentlichen Teilen fertige Buch« für die Veröffentlichung 1946 im Bermann-Fischer Verlag in Stockholm.
Die Schilderung des Lebens Marie Antoinettes, der Tochter Maria Theresias, gleicht der Besichtigung eines Zeitalters am Vorabend der Neuen Zeit. Dokumentarisch belegte Geschichte wird dabei erzählt, die Heldin weder glorifiziert noch unterschätzt. Vielmehr wird sie innerhalb des Rahmens ihrer Zeit, des Rokoko, als eine Frau mit all ihrer Vergnügungssucht und Lebenslust gezeichnet. Die letzte französische Königin, zu spät auf ihre politische Aufgabe vorbereitet, zu spät auch zu ihr bereit und mit einem schwachen, biederen Mann verheiratet, wächst mit den Anforderungen, die an sie gestellt werden. So geht sie, ein mittlerer Charakter, zunächst verspielt, dann immer bewußter geradlinig ihren Weg vom Schloß Schönbrunn über den Trianon bis zur letzten Fahrt auf die Place de la Concorde, zur Guillotine.
Zeit und Welt
- 183 Seiten
- 7 Lesestunden
Edith, siebzehnjährige Tochter eines ungarischen Großindustriellen, ist an den Rollstuhl gefesselt. Als sie den jungen Leutnant Anton Hofmiller kennenlernt und sich Hals über Kopf in ihn verliebt, schöpft sie neuen Lebensmut. Anton dagegen hat kein Interesse an der gelähmten jungen Frau, heuchelt ihr aus falschem Mitleid aber Zuneigung vor und lässt sich sogar auf eine Verlobung mit ihr ein. Aus Scham über diese Verbindung verleugnet er sie jedoch vor seinen Kameraden – ohne zu ahnen, welch schwerwiegenden Konsequenzen sein Verrat nach sich ziehen wird …
„Die unsichtbare Sammlung“, geschrieben 1925, erzählt von einer außergewöhnlichen Begegnung, die vor Augen führt, was die Kunst für einen Menschen bedeuten kann. Ein bekannter Berliner Kunstantiquar sucht Anfang der 1920er Jahre einen Sammler auf, der über Jahrzehnte einen Schatz wertvoller Graphiken und Kupferstiche zusammengetragen hat. Als er, unangemeldet, bei ihm vorspricht, muss er erkennen, dass der alte Mann erblindet ist. Aber damit nicht genug. Er erfährt, dass dessen Familie, getrieben von der galoppierenden Inflation, die Drucke völlig unter Wert verkauft und heimlich durch leere Blätter ersetzt hat. Der Sammler jedoch ist nicht davon abzubringen, ihm seine Mappen zu zeigen, deren Inhalt er in- und auswendig kennt ...
Das Lamm des Armen. Dramen
- 422 Seiten
- 15 Lesestunden
Stefan Zweig war vom Theater fasziniert, was ihn trotz Bedenken herausforderte. Er wählte seine Stoffe meist aus der Geschichte, darunter den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, das Rokoko, die napoleonische Zeit und die Französische Revolution.
Sternstunden der Menschheit. Historische Miniaturen
- 288 Seiten
- 11 Lesestunden
"Sternstunden der Menschheit" ist eine Sammlung historischer Miniaturen von Stefan Zweig, die bedeutende Ereignisse und herausragende Persönlichkeiten der Geschichte beleuchtet. Zweig beschreibt diese entscheidenden Momente als seltene, leuchtende Sterne, die die Vergänglichkeit überstrahlen.
Ausgewählte Kostbarkeiten
- 64 Seiten
- 3 Lesestunden
Die unsichtbare Sammlung (1927) erzählt von einem Kunstantiquar, der einen alten Kunden besucht, während Buchmendel (1929) die Begegnung mit einem Bücherhändler in einem Wiener Café schildert. Unvermutete Bekanntschaft (1931) zeigt den Erzähler, der nach Paris zurückkehrt und amüsante Passanten beobachtet. Stefan Zweig, ein bedeutender österreichischer Schriftsteller, ist bekannt für seine dichten Novellen.
Stefan Zweig versammelt in diesen großartigen Miniaturen 12 schicksalhafte Augenblicke der Geschichte: von der Schlacht bei Waterloo über die Entstehung von Goethes berühmter Marienbader Elegie bis hin zur tragischen Südpolexpedition von Sir Robert Falcon Scott. Menschliche Größe und Schwäche, Schicksal und Charakter sind entscheidende Faktoren unseres Lebens, so zeigt uns Stefan Zweig. Und oft sind es die kurzen, vom Zufall bestimmten und hochdramatischen Augenblicke, die die Zukunft prägen – das sind die 'Sternstunden der Menschheit'.
Für das Menschliche im Menschen
Texte eines Humanisten und Weltbürgers
Stefan Zweig war in den 1930er-Jahren der meistgelesene Autor deutscher Sprache, seine Werke gehören heute zum Kanon der deutschsprachigen und europäischen Literatur. Der engagierte Kämpfer für Frieden und Völkerverständigung ist einer der wichtigsten Vordenker der europäischen Einigung. In seinen Sternstunden der Menschheit und den Biographien macht Zweig Geschichte wieder lebendig und spannend. Gekonnt porträtiert er historische Gestalten oder beeindruckende Abenteurer und Weltentdecker, aber er erinnert auch an die Opfer von Unterdrückung und Intoleranz. In den Novellen und Romanen glänzt er dank seines psychologischen Einfühlungsvermögens und der Darstellung von verborgenen Leidenschaften, die unaufhaltsam in die Katastrophe führen. Auch die heute weniger bekannten Gedichte und Dramen waren zu Lebzeiten des Autors äußerst erfolgreich. Zweigs Erinnerungen Die Welt von Gestern schließlich beschreiben eindringlich den einzigartigen intellektuellen und künstlerischen Kosmos am Ende der Habsburgermonarchie – eine Epoche, die mit dem Ersten Weltkrieg und der Verfolgung und Vernichtung ihrer jüdischen Protagonisten unterging.
Jeremias
- 222 Seiten
- 8 Lesestunden
Nicht weniger als eine neue Interpretation des biblischen Propheten Jeremias bietet Stefan Zweig uns in seinem Drama an. Die Wegführung des Volkes und die Erfahrungen der Diaspora - Zweig greift die offenkundigen Parallelen auf und schlägt die Brücke zum Pazifismus. Es ist ein scheinbarer Widerspruch: Mit seinem Anti-Kriegs-Engagement war Zweig ein einsamer Mahner in der Wüste, doch lag es nicht daran, dass sein Werk nicht verbreitet worden wäre. Zweig gehörte schon zu Lebzeiten zu den bestverkauften Autoren seiner Zeit. Gröls-Klassiker (Edition Werke der Weltliteratur)
Der Zwang
- 92 Seiten
- 4 Lesestunden
Ein Brief, amtlich. Der Einberufungsbescheid ruft einen Maler aus der Schweiz zurück, der vor der »großen Menschenmordmaschine« des Ersten Weltkriegs dorthin geflohen ist. Doch auch wenn er die »Stickluft der patriotischen Phrasen« hasst, übt der amtliche Schrieb einen Zwang auf ihn aus, der seine Ehe, seine Freiheit, sein Leben bedroht. Ein Kampf gegen die eigene Feigheit und die Macht militärischer Autorität beginnt.
Im Werk von Stefan Zweig sind Zeiten aufgehoben, die für immer vergangen sind, doch in seiner wunderbaren Literatur fortleben. Diese reiche Auswahl aus dem umfassenden Gesamtwerk des österreichischen Schriftstellers versammelt viele seiner bekanntesten und wichtigsten Erzähltexte, unter ihnen die 'Schachnovelle', den Novellenzyklus 'Verwirrung der Gefühle' und zahlreiche seiner meisterlichen Geschichten wie 'Der Amokläufer', 'Die Frau und die Landschaft' und 'Episode am Genfer See'.
„So wie ich die ganze Welt als meine Heimat empfinde, so haben auch meine Bücher in allen Sprachen der Erde Freundschaft und Aufnahme gefunden.“ Stefan Zweig (1881-1942) hat sich mit seinen Erzählungen und Biografien in den Kanon der deutschsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts eingeschrieben. Nach der einschneidenden Erfahrung des Ersten Weltkrieges wandte er sich in dem Bemühen, das eigene Zeitalter besser zu verstehen, verstärkt der Weltgeschichte zu. So entstanden zahlreiche historische Biografien und Miniaturen, die zu Weltruhm gelangten. Ebenso wie seine Novellen, in denen er die psychologischen Gründe und Abgründe seiner Helden auslotet, finden sie bis heute begeisterte Leser. Die für diesen Band ausgewählten Texte bieten einen umfassenden Überblick über das erzählerische und biografische Werk. Er versammelt einige der schönsten und eindringlichsten Texte Stefan Zweigs, darunter die „Sternstunden der Menschheit“, die postume Autobiografie „Die Welt von gestern“ und die brillante „Schachnovelle“.
Zu den bewegendsten und bisher unzugänglichen Schriften Stefan Zweigs zählen diese in seinen letzten beiden Lebensjahren entstandenen Schilderungen. Einmal mehr zeigen sie das ganze Spektrum seines Talentes, persönliche Erfahrungen wie auch historische Begebenheiten so anschaulich zu vergegenwärtigen, dass sie der Leser wie eigene Erlebnisse wiederzuerkennen meint. Die Titelgeschichte ist eine Erinnerung an die wohl glücklichsten Jahre, die er von 1919 bis 1934 in seinem Salzburger Heim verbrachte. »Nur Mut!« überliefert ein Erlebnis aus seiner Schulzeit, ähnlich folgenreich wie die »Nachhaltige Lektion« eines Besuches beim Bildhauer Auguste Rodin. Der Bericht »Was mir das Geld bedeutet« ist ebenso wie die Erzählung »Die Angler an der Seine« und seine von 1940 bis 1942 nur in Zeitungen und Zeitschriften veröffentlichten politischen Appelle, »Das große Schweigen«, »In dieser dunklen Stunde« und »Hartrott und Hitler«, Warnrufe vor Katastrophen, die er nicht mehr erleben wollte.
Die hier versammelten Vorträge und Aufsätze setzen zwei Akzente, einen politischen und zeitkritischen, und daneben als "Autitoxin", als Chance zur Überwindung der fortschreitenden "Monotonisierung der Welt", die Alternativen, die Zweig bei Zeitgenossen wie Tolstoi, Rathenau, James Joyce, Thomas Mann, Rilke, Hermann Hesse oder Joseph Roth ausgeprägt findet.
Begegnungen mit Büchern
- 268 Seiten
- 10 Lesestunden
"Durch das Buch ist keiner mehr ganz mit sich allein in sein eigenes Blickfeld eingemauert, sondern kann teilhaft werden alles gegenwärtigen und gewesenen Geschehens, des ganzen Denkens und Fühlens der ganzen Menschheit." Stefan Zweig war ein leidenschaftlicher Leser. Seine Leseeindrücke sind teils spontan in Rezensionen, teils wohldurchdacht in Einleitungen eingeflossen. Aus der Fülle dieser Texte wurde eine möglichst repräsentative Auswahl getroffen, die nach Nationalliteraturen und innerhalb dieser nach historischen Daten geordnet ist und damit Stefan Zweigs Rezeption und ihre gelegentliche Auswirkung auf seine eigenen Werke aufzeigt.
Die Heilung durch den Geist
- 395 Seiten
- 14 Lesestunden
«Dieses Buch will keineswegs eine systematische Geschichte sämtlicher seelischen Heilmethoden sein. Mir ist es nur gegeben, Ideen in Gestalten darzustellen. Wie ein Gedanke in einem Menschen Wachstum gewinnt und dann über diesen Menschen hinaus in die Welt, dieses geistig-seelische Geschehnis scheint mir immer eine Idee sinnlicher zu veranschaulichen als jedes historisch-kritische Referieren. Darum habe ich mich begnügt, nur drei Menschen zu wählen, die, jeder auf anderem und sogar gegensätzlichem Wege, das gleiche Prinzip der Heilung durch den Geist an Hunderttausenden verwirklichten: Mesmer durch suggestive Verstärkung des Gesundheitswillens, Mary Baker-Eddy durch die chloroformierende Ekstatik der Glaubenskraft, Freud durch Selbsterkennung und damit Selbstbeseitigung der unbewußt lastenden Seelenkonflikte.» Stefan Zweig
Schachnovelle
- 112 Seiten
- 4 Lesestunden
Auf einem Passagierdampfer, der von New York nach Buenos Aires unterwegs ist, fordert ein Millionär gegen Honorar den mit einer Art mechanischer Präzision spielenden Schachweltmeister Mirko Czentovic zu einer Partie heraus. Der mitreisende Dr. B., ein österreichischer Emigrant, greift beratend ein und erreicht so ein Remis für den Herausforderer. Er hat sich, von der Gestapo, die ihn verhaftete, in ein Hotelzimmer gesperrt und von der Außenwelt hermetisch abgeschlossen, monatelang mit dem blinden Spiel von 150 Partien beschäftigt, um sich so seine intellektuelle Widerstandskraft zu erhalten. Durch diese einseitige geistige Anstrengung ergriff ihn ein Nervenfieber, dessentwegen man ihn entließ. Jetzt spielt Dr. B. zum ersten Mal wieder gegen einen tatsächlichen, freilich roboterhaft reagierenden Gegner. Es geht ihm bei dieser Partie lediglich darum, festzustellen, ob sein Tun damals während seiner Haft noch Spiel oder bereits Wahnsinn gewesen ist. Er schlägt den Weltmeister in der ersten Partie souverän, läßt sich aber, eigentlich gegen seinen Willen, auf eine Revanche ein. Während dieser zweiten Partie ergreift ihn wieder das Nervenfieber: er bricht die Partie ab und wird nie wieder ein Schachbrett berühren.
Zu korrespondieren, Kontakte zu knüpfen und zu erhalten, war Stefan Zweig lebenslang Bedürfnis. Er war Mitte zwanzig, als er seine ersten Bücher an damals bereits berühmte, in ihrem Werk bewunderte Persönlichkeiten mit ein paar begleitenden Zeilen verschickte. Aus vielen Antworten entwickelten sich persönliche Beziehungen, deren schriftliche Zeugnisse erhalten sind. Um mit diesem Band einen möglichst konkreten Eindruck von der besonderen Begabung Stefan Zweigs zu geben, auf jeden einzelnen Briefpartner und seine persönlichen Äußerungen einzugehen, haben die Herausgeber vier in ihrer Art sehr unterschiedliche Korrespondenzen ausgewählt. Wollte man sie charakterisieren, so könnte man die mit Hermann Bahr bei allem Gegensatz der Charaktere kritisch kollegial, die mit Sigmund Freud respektvoll bewundernd, was Mißverständnisse nicht ausschließt, die mit Rainer Maria Rilke einen höflich-sachlichen Gedankenaustausch und die mit Arthur Schnitzler freundschaftlich anregend nennen. Allen gemeinsam ist, daß sie in den ersten Jahren des neuen Jahrhunderts zwischen 1904 und 1908 begonnen und bis kurz vor dem Tod der Partner geführt wurden – Stefan Zweig, hier immer der Jüngere, hat sie überlebt.
Schachnovelle: In Einfacher Sprache
- 52 Seiten
- 2 Lesestunden
Die Schachnovelle erzählt von einer packenden Schachpartie auf einem Passagierschiff zwischen New York und Buenos Aires. Der Weltmeister Mirko Czentovic, ein talentierter, aber intellektuell begrenzter Spieler, trifft auf Dr. B., der während des Zweiten Weltkriegs in Isolation lebte und durch Schach sein geistiges Wohl bewahrte. Diese Begegnung entfaltet sich zu einer tiefgründigen Auseinandersetzung mit den psychologischen Folgen von Isolation und der Stärke des menschlichen Geistes. Das Buch ist in einfacher Sprache verfasst und richtet sich an Leser mit eingeschränkter Lesefähigkeit oder Deutsch als Zweitsprache.
Brennendes Geheimnis Erzählungen
- 52 Seiten
- 2 Lesestunden
Brennendes Geheimnis ist eine Novelle von Stefan Zweig. Publiziert wurde das Werk erstmals im Jahre 1911 in dem Band "Erstes Erlebnis - Vier Geschichten aus Kinderland". Ein junger Baron nimmt sich einen Urlaub auf dem Semmering und ist enttäuscht und gelangweilt von der Gesellschaft, die er dort vorfindet. Später jedoch bemerkt er eine etwas angejahrte, aber immer noch attraktiv erscheinende jüdische Frau mit ihrem zwölfjährigen Sohn Edgar. Der Baron freundet sich mit dem Jungen an und verspricht ihm unter anderem einen Hund, doch ihm geht es in erster Linie nur um Mathilde, dessen Mutter.
Brief einer Unbekannten
und andere Meistererzählungen
Bei seinem ersten Besuch 1936 war Stefan Zweig sofort begeistert: "heller scheint dem Gast hier das Leben mit der helleren Sonne". Seinen Dank an das "wundervolle Land Brasilien", in das er 1940 emigrierte, goss er in die Form dieser Monographie, die sich allerdings mehr der exotischen und pittoresken Eigenart des Landes widmet als seiner damals gerade aufstrebenden, den Brasilianern so wichtigen technischen Entwicklung. Nach schwierigen Jahrzehnten scheint sich Stefan Zweigs Verdikt nun zu bestätigen: "Brasilien wird immer eine Zukunft vor sich haben".
Fantastic night
- 374 Seiten
- 14 Lesestunden
Das Stefan Zweig Buch
- 407 Seiten
- 15 Lesestunden
Legenden
- 238 Seiten
- 9 Lesestunden
Legenden" ist eine Sammlung von vier Geschichten, geschrieben von Stefan Zweig. Die Sammlung enthält folgende Legenden: Rahel rechtet mit Gott / Die Augen des ewigen Bruders / Der begrabene Leuchter / Die Legende der dritten Taube.
Die Liebe Der Erika Ewald
- 92 Seiten
- 4 Lesestunden
Die Geschichte folgt der Pianistin Erika Ewald, die während der Proben für ein Konzert eine Beziehung zu einem Geigenvirtuosen entwickelt. Obwohl ihre Anziehung zunächst platonisch bleibt und sie viel Zeit miteinander verbringen, wächst das Verlangen des Geigenvirtuosen nach Erika. Als er seine Gefühle offenbart, ist sie jedoch unsicher und flieht im entscheidenden Moment. Die Erzählung thematisiert die Komplexität von Liebe und emotionaler Bereitschaft.
Sternbilder
- 127 Seiten
- 5 Lesestunden
Der Büchermensch Stefan Zweig Ein Romancier mit Millionenauflagen bis heute – zugleich hochkarätiger Kenner und feinsinniger Beobachter der Welt der Bücher: Stefan Zweig! Mit diesen verschollen geglaubten Essays geleitet er uns durch drei Jahrhunderte deutschsprachiger Literatur – mit höchst originellem Zugang zu Größen wie Goethe, Hölderlin, Keller oder Nietzsche. Doch er hebt auch Autoren, denen eine angemessene Beachtung versagt blieb, aus dem Dunkel des Vergessens. Dass seine Sprache so diamanten gleißt wie in seiner Prosa, macht die Lektüre zum Genuss. Stefan Zweigs Beiträge verführen dazu, dem Charme seiner Sprache zu erliegen, bedeutet Literatur zu atmen, heißt die Welt besser zu verstehen …
Dem Geheimnis künstlerischen Schaffens auf die Schliche zu kommen, ist Stefan Zweigs erklärter Ansatz. Denn er ist überzeugt: "niemals vermindert Erkenntnis die wahre Begeisterung, sie erhöht und festigt sie nur". Und so zeugen seine Auseinandersetzungen mit dem Werk zeitgenössischer oder klassischer Kollegen von der Bewunderung, die er für produktive Menschen hegt, genauso wie von seinen künstlerischen Grundsätzen und Vorlieben.
Unrast der Liebe
- 302 Seiten
- 11 Lesestunden
Angst
- 63 Seiten
- 3 Lesestunden
Irene Wagner, verheiratet und Mutter zweier Kinder, lebt vordergründig ein Leben, das den Anforderungen bürgerlicher Moralvorstellung vollauf genügt. Im Widerspruch zu diesem Leben steht ihr Verhältnis mit einem Musiker. Sorgsam um Geheimhaltung bemüht, wird sie bei einem Treffen mit ihrem Liebhaber von einer vermeintlichen Nebenbuhlerin gestellt und erpresst. Als auch ihr Ehemann Verdacht zu schöpfen scheint, entsteht aus dem Konflikt zwischen individueller Leidenschaft und gesellschaftlicher Norm ein Sog, der Irene, getrieben von Angst und Schuld, schließlich zum Äußersten treibt. Die Novelle des österreichischen Schriftstellers Stefan Zweig entstand 1910 in Wien. Sie exemplifiziert am Charakter der Irene die Freudschen Theorien zur Psychoanalyse.
Eine Auswahl charakteristischer Werke eines bedeutenden 20. Jahrhunderts Autors, die sein vielfältiges Schaffen präsentiert. Enthalten sind Erzählungen wie ›Die Mondscheingasse‹, Auszüge aus ›Sternstunden der Menschheit‹, die Autobiographie ›Die Welt von Gestern‹ und zentrale Essays wie ›Die Monotonisierung der Welt‹.
Die großen Werke
- 2688 Seiten
- 95 Lesestunden
Stefan Zweig hat ein facettenreiches Werk hinterlassen, das in dieser einmaligen Ausgabe im Schmuck-Schuber umfassend präsentiert wird. 'Ungeduld des Herzens' ist ein intensiver Roman über Schuld und falsches Mitleid. Band 2 enthält neben der berühmten 'Schachnovelle' fünf weitere Erzählungen über die verstörende Welt der Gefühle. In der 'Welt von Gestern' schildert Zweig das alte Wien, das eigene und das Leben seiner Generation. Die 'Sternstunden' beleuchten zwölf schicksalhafte Augenblicke der Geschichte von der Schlacht bei Waterloo bis zur Südpolexpedition. Die Biografien sind meisterliche Psychogramme der drei Geistesgrößen Hölderlin, Kleist und Nietzsche sowie Lebensbilder der großen Entdecker Magellan und Amerigo Vespucci.
Auch wenn Zweigs jüdische Herkunft in seinen Werken keine prominente Rolle spielt, und er den jüdischen Kontext in seinen Werken nie besonders herausgestellt hat, darf dessen Bedeutung für Zweigs Schaffen nicht unterschätzt werden. In den sechs hier versammelten Novellen und Legenden »Im Schnee«, »Die Wunder des Lebens«, »Untergang eines Herzens«, »Rahel rechtet mit Gott«, »Buchmendel« und »Der begrabene Leuchter« gelingt es Zweig, die jüdische Thematik immer wieder subtil aufscheinen zu lassen.Die Texte stammen aus den Jahren 1901 bis 1936 und sind teils als eigenständige Publikationen, teils in Sammelbänden erschienen. In dieser Form werden sie hier erstmals gemeinsam veröffentlicht.
Die Verwirrung in Herzensangelegenheit, das Durcheinanderbringen der alltäglichen Gefühlswelten ist ein immer wiederkehrendes Thema in Stefan Zweigs Werk und bildet den Kern dieser Novellensammlung. Zweig legt den Fokus absichtlich auf »die Kellergewölbe, die Wurzelhöhlen und Kloaken des Herzens«. Er bleibt nicht an der Oberfläche, sondern lässt tief blicken in die menschlichen Abgründe. Aufrichtig und doch taktvoll vermag er wie kaum ein anderer von den aller intimsten Gedanken und seelischen Qualen der Protagonisten zu erzählen. Stefan Zweig macht immer wieder deutlich, wie schutzlos das menschliche Herz ist und zu welchen Handlungen die Leidenschaft treiben kann. Enthalten sind die Novellen: »Die Liebe der Erika Ewald, Vergessene Träume, Untergang eines Herzens, Verwirrung der Gefühle, Angst.«
Ungeduld des Herzens
Roman
Aus falschem Mitleid, »das eigentlich nur Ungeduld des Herzens ist«, verlobt sich ein junger Leutnant mit einem siebzehnjährigen gelähmten Mädchen. Unfähig, für seine Kurzschlusshandlung geradezustehen, streitet er seinen Kameraden gegenüber die Verlobung ab. Sein Schuldbewusstsein erwacht und er ist bereit, Verantwortung zu tragen. Doch dann erfährt seine Verlobte, dass er sie verleugnet hat ... Mit Daten zu Leben und Werk, exklusiv verfasst von der Redaktion der Zeitschrift für Literatur TEXT + KRITIK.
Marceline Desbordes-Valmore
- 154 Seiten
- 6 Lesestunden
"In der ersten Morgenröte des Jahrhunderts, im Kriegsjahre 1801 steuert eine kleine französische Karavelle Westindien zu, vierzig Tage und vierzig Nächte durch den unendlichen Ozean. Nur ganz Verwegene wagen ihr Leben damals an solche Fahrt, denn die englischen Fregatten durchkreuzen raubgierig das Meer und jagen jeder Napoleonsflagge als erwünschter Prise nach. Auf dem Verdeck zwischen Offizieren, Abenteurern, Kommissären und Kaufleuten, zwischen all den Heimatlosen des Wunsches und des Schicksals zwei weibliche Gestalten, eng aneinandergelehnt in ihrer Angst, wenn die Wellen wie gierige Tiere über Bord springen, zwei kranke und schwanke Gestalten (...). Manchmal singt das kleine Mädchen mit ihrer gebrechlichen Silberstimme altmodische Romanzen, um die Mutter zu trösten und eine Heiterkeit vorzutäuschen, von der das eigene Herz nichts weiß. Dieses vierzehnjährige blonde Mädchen unter fremden Sternen ist Marceline Desbordes, mit ihrem späteren Doppelnamen Marceline Desbordes-Valmore als Frankreichs größte Dichterin bekannt." Ein biographisches Meisterwerk von Stefan Zweig: Die Lebensbeschreibung von Frankreichs berühmtester Dichterin, der legendären Marceline Desbordes-Valmore. Hier in einer vollständigen Neuausgabe. Stefan Zweig. Marceline Desbordes-Valmore. Das Lebensbild einer Dichterin. Erstdruck: Insel-Verlag, Leipzig 1920. Vollständige Neuausgabe, LIWI Verlag, Göttingen 2020. LIWI Literatur- und Wissenschaftsverlag
Schachnovelle
Text und Materialien
Die Reihe präsentiert bedeutende Werke der Weltliteratur in der aktuellen Rechtschreibung gemäß Duden. Herausgegeben von Klara Neuhaus-Richter, bietet sie eine moderne Lesart klassischer Texte und erleichtert so den Zugang zu diesen literarischen Schätzen.
Ben Jonsons "Volpone"
- 151 Seiten
- 6 Lesestunden
Als Stefan Zweig im September 1912 nach einer Unterbrechung wieder Tagebuch zu führen begann, hielt er fest: »Der Grund – ich spürte gerade im Wiederlesen eines Früheren, wie matt, wie gefährlich, wie krankhaft matt mein Gedächtnis geworden ist.« Nahezu dreißig Jahre später schrieb er zum gleichen Stichwort in der Einleitung zu seiner Autobiographie ›Die Welt von Gestern‹: ». .. ich betrachte unser Gedächtnis nicht als ein das ›eine‹ bloß zufällig behaltendes und das ›andere‹ zufällig verlierendes Element, sondern als eine wissend ordnende und weise ausschaltende Kraft.« Zwischen beiden Bemerkungen liegt das in schweren Zeiten gelebte Leben eines der inneren Schwere seines Wesens bewussten Menschen, das sich in den vorliegenden Tagebüchern facettenreich abzeichnet.
Ein Liebesbrief erreicht den Romancier und Lebemann R. an seinem einundvierzigsten Geburtstag – die leidenschaftliche Lebensbeichte einer Frau, deren Lebensmittelpunkt er war. Doch sie ist für ihn nur eine belanglose Geliebte unter vielen geblieben, letztlich eine Unbekannte. »Ich klage Dich nicht an, mein Geliebter, nein, ich klage Dich nicht an«, verspricht sie, und doch stellen ihre glühenden Worten das Leben dieses Mannes, der »nur das Leichte, das Spielende, das Gewichtlose« lieben kann und vor Bindungen zurückscheut aus »Angst, in ein Schicksal einzugreifen«, vollständig in Frage.
Romain Rolland
- 434 Seiten
- 16 Lesestunden
"Es bestand – wie Verhaeren so schön sagte – 'Gefahr, ihn zu lieben', und die meisten scheuten die Gefahr", bekennt Stefan Zweig in seiner Biographie Romain Rollands: Galten frühe Äußerungen noch ganz dem heroischen Idealismus des literarischen Werkes, so war ein Teil dieses Buchs Rolland als dem "Gewissen Europas" gewidmet, das dem "Haß den Kampf" angesagt hatte. Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs war Rolland aus humanistischem Bewusstsein zum überzeugtesten und überzeugendsten Pazifisten seiner Generation geworden. Stefan Zweig wurde auch in den zwanziger und dreißiger Jahren nicht müde, seine großen Lebenshaltung und -leistung zu rühmen, obwohl er Rollands Parteinahme für den Bolschewismus mit seinem eigenen Weltbild nicht vereinigen konnte. Seine Bereitschaft, in einer Freundschaft allen Widrigkeiten zu trotzen, war letzten Endes stärker.
Für große Aufregung sorgt das Verschwinden eines weiblichen Gastes in einer kleinen Pension an der Riviera. Was ist passiert? Ein Unglück? Nun, wie man es nimmt … Madame Henriette ist mit einem jungen Franzosen durchgebrannt, einem äußerst charmanten Beau, den sie erst am Tag zuvor kennengelernt hatte. Kaum zu glauben! Das völlige Unverständnis auf Seiten der Hotelgäste fordert den Ich-Erzähler zu einem leidenschaftlichen Plädoyer für den mutigen Schritt der Ehefrau und Mutter heraus, die einzig ihrem Gefühl folgte. Eine hitzige Diskussion entbrennt, die sich erst durch das Einschreiten von Mrs. C., einer vornehmen älteren Dame, beruhigt. Was niemand ahnt: Auch in ihrem Leben gab es einst einen jungen Mann. Sie beginnt zu erzählen: Vierundzwanzig Stunden aus dem Leben einer Frau, nach denen nichts mehr war wie zuvor.
Mit einem Nachwort von Knut Beck. Mit den Autorenporträts aus dem Metzler Lexikon Weltliteratur. Mit Daten zu Leben und Werk, exklusiv verfasst von der Redaktion der Zeitschrift für Literatur TEXT + KRITIK. Ihr Werk ist Selbstdarstellung, ihre eigene Existenz ihnen wichtiger als jede andere Wirklichkeit: Casanova bleibt dabei unbefangen und naiv auf der Oberfläche sinnlichen Erlebens, Stendhal durchsucht sein Seelenleben nach Handlungsmotiven, Tolstoi befragt sich darüber hinaus nach der Gesinnung, die ihn in seinem Tun bestimmt. Da ihre Perspektive allerdings auf das Innen beschränkt bleibt und Objektivität nicht erlangen kann, bleiben sie bei aller Beobachtung doch »Dichter ihres Lebens«. Dies ist der letzte der drei vollendeten Teile des Zyklus ›Die Baumeister der Welt. Versuch einer Typologie des Geistes‹. Die beiden anderen Teile sind ›Drei Meister. Balzac, Dickens, Dostojewski‹ und ›Der Kampf mit dem Dämon. Hölderlin, Kleist, Nietzsche‹.
Liebes- und Gefühlserfahrungen unterschiedlichster Menschen, die diesem sie verwirrenden Rausch gar nicht oder nur schwer widerstehen können, und die Wirkung ihres Verhaltens auf andere hat Stefan Zweig mit großer sprachlicher Suggestivkraft geschildert
Liebes- und Gefühlserfahrungen unterschiedlichster Menschen, die diesem sie verwirrenden Rausch gar nicht oder nur schwer widerstehen können, und die Wirkung ihres Verhaltens auf andere hat Stefan Zweig mit großer sprachlicher Suggestivkraft geschildert
Auf diesem Weg zu pilgern in ein Land, Das hinter allen Träumen liegt, so weit Und wolkenfroh, so fremd und so bekannt Stefan Zweig nimmt den Leser mit auf eine poetische Reise durch seine Welt. Es ist eine Fahrt, die uns von Venedig zum Taj Mahal führt, von Brügge über Sevilla in die Provence, nach New York und an viele weitere Orte, die Stefan Zweig besuchte.Die vergessene Sammlung von Gedichten, Elegien und lebendigen Beschreibungen lässt uns reisen mit einem literarischen Ausnahmetalent, einem Mann, der die Welt und besonders Europa so sehr liebte, dass er sich mit seiner Zerstörung im Jahr 1943 das Leben nahm.
Sternstunden der Menschheit. Schmuckausgabe mit Kupferprägung
- 352 Seiten
- 13 Lesestunden
Stefan Zweig versammelt in diesen großartigen Miniaturen 12 schicksalhafte Augenblicke der Geschichte: von der Schlacht bei Waterloo über die Entstehung von Goethes berühmter Marienbader Elegie bis hin zur tragischen Südpolexpedition von Sir Robert Falcon Scott. Menschliche Größe und Schwäche, Schicksal und Charakter sind entscheidende Faktoren unseres Lebens, so zeigt uns Stefan Zweig. Und oft sind es die kurzen, vom Zufall bestimmten und hochdramatischen Augenblicke, die die Zukunft prägen – das sind die »Sternstunden der Menschheit«. Zweigs Erzählungen umspannen 2000 Jahre und 14 facettenreiche Persönlichkeiten der Weltgeschichte: Von Ceaser über Leo Tolstoi bis hin zu Lenin „Was ich am meisten an ihm bewunderte, war die Gabe, historische Epochen und Gestalten psychologisch und künstlerisch lebendig zu machen.“ - Thomas Mann über Stefan Zweig Ausstattung: Surbalin Linea mit Schmuckprägung
Sommer 1926. Christine Hoflehner hat eine bescheidene Anstellung als Postassistentin in einem österreichischen Dorf gefunden. Die Sorgen der Nachkriegszeit sind überwunden, doch vor ihr liegt ein freudloses, ärmliches Leben. Ein Telegramm reißt sie völlig unerwartet aus der Monotonie ihres Daseins: Amerikanische Verwandte laden sie zu einem Urlaub ins Engadin nach Pontresina ein. Verschüchtert und unsicher kommt sie in dem großen, eleganten Hotel an, gerät aber rasch in den Sog dieser "Welt ohne Arbeit, ohne Armut, die sie nie geahnt", und genießt ihn schon bald als die reiche Christiane von Boolen, für die man sie hält. Zum erstenmal erfährt sie, daß sie jung und attraktiv ist. Neid und Intrigen der Hotelgesellschaft enthüllen ihre wirkliche Herkunft. Jäh verfliegt der Rausch der Verwandlung. Christiane stürzt zurück in die kleine Welt ihrer Armut und ihres Alltags, die sie kaum noch erträgt. Da lernt sie Ferdinand kennen, einen "mit dem Geist der Revolte geladenen Menschen", durch Krieg und Gefangenschaft um seine Jugend und die Möglichkeit einer gesicherten Existenz betrogen. Spontan fühlt sie sich ihm verwandt. In ihrer Hoffnungslosigkeit erwägen beide den gemeinsamen Freitod. Doch dann faßt er einen anarchischen Plan, und sie sagt laut und leidenschaftlich ja dazu.
Es sind seine Erzählungen, die Stefan Zweig zu einem der am meisten gelesenen Schriftsteller der Welt machen. Dieses Kernstück seines Schaffens wird nun im Rahmen der Salzburger Ausgabe neu erschlossen. Besonders eindringlich skizziert Zweig in diesen frühen Texten (1900–1911) Kindheit, Pubertät und jugendliche Liebesnot. In „Brennendes Geheimnis“, der berühmten und mehrmals verfilmten Novelle, versetzt er sich in die Rolle eines Kindes, das gegen die unaufrichtigen Eltern rebelliert. Als „feinsinnig und psychologisch bedeutsam“ klassifizierte Sigmund Freud diese Prosa, in der sich die Abgründe des Unbewussten spiegeln. Das Jugendwerk des Schriftstellers ist eine außergewöhnliche Entdeckung. Der nächste Band (Stefan Zweig: Ungeduld des Herzens. Roman. Salzburger Ausgabe Band 6. Herausgegeben und kommentiert von Stephan Resch) erscheint im Herbst 2021.
Tief taucht Stefan Zweig in die Abgründe einer menschlichen Seele hinab und kommt mit der Tragik ihres Lebens wieder hervor. Wenn seine Helden im Verlauf einer Geschichte Hoffnung schöpfen oder zu einer Einsicht gelangen, ist der Moment der Enttäuschung, des Scheiterns nicht weit. Für die verstörende Welt der Gefühle entwickelte Zweig dramatische Handlungen und eine berückende Sprache. Dieser Band versammelt seine besten Geschichten, unter ihnen 'Brennendes Geheimnis', 'Angst', 'Verwirrung der Gefühle' und die 'Schachnovelle'.
Leporella
- 371 Seiten
- 13 Lesestunden
Die 39-jährige Magd Crescentia Anna Aloisia Finkenhuber lässt sich aus ihrem Zillertaler Gebirgsdorf abwerben. Der höheren Entlohnung wegen nimmt die unehelich geborene, verknöcherte Jungfer Dienst im Wiener Hause des jungen Lebemannes Freiherr von F. an. Zwar hat das bigotte, strenge alte Mädchen seit Jahren schon das Lachen verlernt, doch nach einem Klaps auf den Hintern, verabreicht vom Hausherrn, ist die dürre Tirolerin dem Freiherrn geradezu hündisch ergeben.
"Wenn einen Augenblick die Wolken weichen"
- 433 Seiten
- 16 Lesestunden
Anfang 1920 wird Friderike von Winternitz, die zwei Romane geschrieben hat, Stefan Zweigs Frau, eine resolute, wie aus den Ehebriefen hervorgeht. Sie bekundet stets regen Anteil an seinen literarischen Arbeiten und erteilt ihm hin und wieder auch einen Tadel: »Mir ist es traurig zu denken, daß ein Mensch, der wie Du so besonders glückliche Gaben besitzt, der also den Göttern immerzu danken müßte, auch mit Zufriedenheit und Ausgeglichenheit, so unbedenklich ist, Menschen in seiner nächsten Umgebung so schwer zu verkränken und zu demütigen ...« Stefan Zweig hingegen übt gelegentlich Kritik an Friderikes Erziehung ihrer schwierigen Töchter: »Lass sie schwimmen! Einen Schwimmgürtel hat man ihnen umgetan, dass sie nicht untergehen können, also in Not geraten – um alles andere kümmere Dich nicht, dann werden sie selbst genötigt sein, sich durchzuschlagen.« Bis Anfang 1934 lebt das Paar samt Töchtern in Salzburg, dann getrennt, er in London, wo er und seine Sekretärin Lotte Altmann einander schätzen und lieben. Nach der Auslöschung Österreichs 1938 erfolgt die Scheidung von Friderike, bei Kriegsbeginn die Heirat Lottes und Stefans. Ihre Exilbriefe an Friderike spiegeln den Leidensweg wider bis zum selbstgewählten Ende. Die Neuausgabe der Korrespondenz zwischen Friderike und Stefan ist als Erzählung konzipiert und enthält revidierte und bislang unveröffentlichte Briefe, auch einige von Lotte Zweig.
Romanschriftsteller sind nach Stefan Zweigs Auffassung »enzyklopädische Genies«. Frankreich, England und Rußland haben im 19. Jahrhundert nach seiner Überzeugung die einzigen Meister dieses Genres hervorgebracht, die sich gerade »durch den Kontrast ihrer Persönlichkeit ergänzen und vielleicht den Begriff des epischen Weltbildners, des Romanciers, zu einer deutlichen Form erheben«.
Verwirrung der Gefühle
Erzählungen
»Ist es Bequemlichkeit, Feigheit oder ein zu kurzes Gesicht, daß sie – unsere Schriftsteller und Dichter – alle immer nur den obern erhellten Lichtrand des Lebens zeichnen, wo die Sinne offen und gesetzhaft spielen, indes unten in den Kellergewölben, in den Wurzelhöhlen und Kloaken des Herzens phosphorhaft funkelnd die wahren, die gefährlichen Bestien der Leidenschaft umfahren, im Verborgenen sich paarend und zerfleischend in allen phantastischen Formen der Verstrickung?«Stefan Zweig Der Stern über dem Walde – Die Liebe der Erika Ewald – Vergessene Träume – Geschichte in der Dämmerung – Die gleich-ungleichen Schwestem – Untergang eines Herzens – Verwirrung der Gefühle – Angst
"Es ist, als hätte sich diese Zeit lauer Menschen gerade diesen einen aufgespart, um zu zeigen, welche titanischen Maße in Lust und Qual auch unserer Welt noch möglich seien, und er, Dostojewski, scheint dumpf den gewaltigen Willen über sich zu spüren. Denn niemals wehrt er sich gegen sein Schicksal, niemals hebt er die Faust. Der Körper, der wunde, bäumt sich konvulsivisch in Zuckungen empor, aus seinen Briefen bricht manchmal wie Blutsturz ein heißer Schrei, aber der Geist, der Glaube, zwingt die Revolte nieder." Ein biografisches Meisterwerk: Die Lebensbeschreibung Dostojewskis im berühmten, romanhaft-lebendigen Stil Stefan Zweigs. Stefan Zweig. Dostojewski - Die Tragödie seines Lebens. Eine Biografie. Erstdruck unter dem Titel „Dostojewski“ in: Drei Meister. Balzac, Dickens, Dostojewski. Insel Verlag, Leipzig 1920. Neuausgabe, durchgesehener Neusatz, LIWI Verlag, Göttingen 2020. LIWI Literatur- und Wissenschaftsverlag
Wondrak
- 118 Seiten
- 5 Lesestunden
Inspiriert von der Kraft eines Schöpfergeistes, der selbst den Tod noch bezwingt, huldigte der Dichter Stefan Zweig (1881–1942) mit seiner ergreifenden Novelle 'Georg Friedrich Händels Auferstehung' einer 'Sternstunde der Menschheit': Nach langer schwerer Krankheit scheint die Schaffenskraft des Komponisten Händel schon für immer gebrochen, als er sich 1741 wie erweckt aus den Fängen des näher rückenden Todes befreit. Im Verlauf dreier rauschhaft erlebter Wochen vollendet Händel die Niederschrift seines berühmten »Messias« und schafft ein Kunstwerk von bleibendem Wert und unvergänglicher Schönheit.
Triumph und Tragik des Erasmus von Rotterdam
- 187 Seiten
- 7 Lesestunden
Eine »verschleierte Selbstdarstellung« hat Stefan Zweig sein Erasmus-Buch genannt, mit dem er »Größe und Grenzen des Humanismus« aufzeigt – Triumph und Tragik eines großen, aber zur Tat nicht entschlossenen Denkers, Erasmus von Rotterdam, »der erste bewußte Europäer, der erste streitbare Friedensfreund, der beredteste Anwalt des humanistischen, des weit- und geistesfreundlichen Ideals«, wurde durch seine Kritik an der Theologie und der Kirche zum Wegbereiter der Reformation. Doch er förderte sie nicht, distanzierte sich vielmehr mit seiner eigenen Ansicht über den freien Willen des Menschen von Luthers Meinung. Er riet, als Kurfürst Friedrich ihn im Glaubensstreit zwischen Luther und dem Papst um sein Votum bat, bei deutlicher Sympathie für die Erneuerung der Kirche, »angesehene und unverdächtige Richter« einzusetzen. Erasmus wollte und konnte seine eigene Meinung, vielleicht aus Furcht vor Verantwortung, nicht ausschlaggebend werden lassen. Der wohl berühmteste und gelehrteste Mensch seiner Zeit zog sich so in sich selbst zurück. Denn »der freie, der unabhängige Geist, der sich keinem Dogma bindet und für keine Partei entscheiden will, hat nirgends eine Heimstatt auf Erden«.
Vor dem Sturm
- 143 Seiten
- 6 Lesestunden
„Wie mit einem Ruck brach die Sorglosigkeit der Optimisten zusammen, die den Gewitterzeichen nicht Glauben geschenkt und auch jene letzte Mahnung aus Sarajewo überhört hatten.“ Ein Jahr nach Ausbruch des I. Weltkrieges schrieb Stefan Zweig seine bis dato nicht bekannte Sicht auf die Brandherde dieser menschlichen Katastrophe. „Europa zur Jahrhundertwende: Friedensglocken läuten das neue Jahrhundert ein …“ So beginnt sein zu Unrecht vergessenes Werk, in dem er aber sogleich einräumt: „Die Stille, die wir damals als dauernde Verheißung zu genießen vermeinten, war nur die Sekunde der letzten Sammlung für den großen, den fürchterlichsten Kampf der Menschheit.“ Bitterste europäische Geschichte: Feinfühlig und tiefgründig führt uns Zweig durch die Ära der Monarchie, gewährt spannende Einblicke in die vielen Dynastien und macht transparent, wie unausweichlich der Krieg von Tag zu Tag wurde. Er entfesselt die quälenden Dämonen unserer Vorfahren, weckt die Seele dieser Zeit, lässt diese wie einen Film Revue passieren … Ein brillantes Buch von unschätzbar literarischem Wert, ein mahnender Wegweiser – in der heutigen krisengeschüttelten Zeit – für ein starkes Europa der Zukunft, für eine Welt im Frieden!
Die Andere Bibliothek - 4: Erasmus von Rotterdam & Montaigne Sonderausgabe
- 288 Seiten
- 11 Lesestunden
Die »Sternstunden der Menschheit« sind das berühmteste Beispiel von Stefan Zweigs historischer Essaykunst. Erasmus von Rotterdam und Michel de Montaigne waren ihm wesentliche Bezugsgrößen des eigenen Schreibens. »Erasmus von Rotterdam, einstmals der größte und leuchtendste Ruhm seines Jahrhunderts, ist heute, leugnen wir es nicht, kaum mehr als ein Name.« Der Humanist und Wegbereiter der Reformation ist für Stefan Zweig der »erste bewusste Europäer«, in dem er einen frühen Geistesverwandten erkannte. Michel de Montaigne widmete Stefan Zweig seinen letzten, unvollendet gebliebenen biographischen Essay. »Am hilfreichsten wird sein freies und unbeirrbares Denken einer Generation, die, wie etwa die unsere, vom Schicksal in einen kataraktischen Aufruhr der Welt geworfen wurde.« Beide Essays – Triumph und Tragik des Erasmus von Rotterdam (1934) und Montaigne (1942) – behandeln die großen Fragen nach der Möglichkeit von Freiheit und Gerechtigkeit und werden deshalb in einem Band zusammengefasst. Die Werke von Michel de Montaigne – die Essais und das Tagebuch der Reise nach Italien – hat die Andere Bibliothek in den gerühmten Neuübersetzungen von Hans Stilett veröffentlicht. Montaigne zählt zu den Ikonen unserer Bibliothek – wie selbstverständlich gehört auch Stefan Zweigs Blick auf ihn in unser Repertoire.






























































