Der nationale Wettbewerbsstaat
- 213 Seiten
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Denationalisierung, Internationalisierung, Renationalisierung
Gespräche über die Gegenwart der sozialistischen Bewegungen
Die Geschichte der letzten hundertfünfzig Jahre lässt sich von keiner der verschiedenen sozialistischen Bewegungen als Erfolgsgeschichte reklamieren: Sozialdemokratisch-reformistische Versumpfung im Bestehenden, zumeist nur kurzfristig gelungene anarchistische Aufbrüche und schließlich – alles überschattend – massenhafte Gewalt im so genannten Realsozialismus. Es gilt, sich dieser Vergangenheit zu stellen, um für mögliche Gefahren sozialistischer Politik zu sensibilisieren und alte innersozialistische Konflikte und deren mögliche Aktualität zu beleuchten und zu verhandeln. In ausführlichen Gesprächen diskutiert Philippe Kellermann deshalb mit Bini Adamczak, Jochen Gester, Joachim Hirsch, Gerhard Hanloser und Hendrik Wallat über Anarchismus, Marxismus, Emanzipation.
Der europäische Integrationsprozess wird durch eine massive 'Vielfachkrise' erschüttert, die sich in der Euro-Krise, Staatskrisen in mehreren Ländern und einem Legitimationsverlust der EU äußert. Angesichts des arabischen Frühlings und globaler anti-neoliberaler Proteste eskalieren die sozialen Kämpfe in der europäischen Peripherie, die gegen die Abwälzung der Krisenfolgen und für eine Demokratisierung der Gesellschaft gerichtet sind. Die sozialwissenschaftliche 'Europaforschung' hat bislang nur marginal zur kritischen Analyse dieser Entwicklungen beigetragen. Der vorliegende Band der Assoziation für kritische Gesellschaftsforschung (AkG) reagiert auf diese Lücken, indem er die Diskussionen der kritischen Europaforschung aufgreift und weiterentwickelt. Die Beiträge, die aus einer intersektionalen Kapitalismusanalyse hervorgehen, beleuchten die Hintergründe und Dynamiken der Krise und erörtern emanzipatorische Strategien für ein anderes Europa. Die Forschungsgruppe "Staatsprojekt Europa", zu der mehrere Wissenschaftler gehören, untersucht die tieferliegenden Ursachen und Lösungsansätze der EU-Krise. Methodisch wird ein neogramscianischer Ansatz verfolgt, der konkurrierende Hegemonieprojekte innerhalb der EU und ihrer Mitgliedstaaten identifiziert. Insgesamt bietet der Band eine fundierte Krisenanalyse, die verschiedene politische Projekte innerhalb der EU beleuchtet.
Theorie, Methode und Analysen kritischer Europaforschung
Die Europäische Union ist kein neuer Staat. Sie ist fragmentiert, umkämpft, voll innerer Widersprüche. In wenigen Bereichen wird dies so deutlich wie im europäischen Grenzregime. Dieser Band versammelt die Ergebnisse einer intensiven vierjährigen Forschungsarbeit. Ausgehend von aktuellen Debatten materialistischer Staatstheorie und kritischer Europaforschung untersuchen die Beiträge mit der Methode der "historisch-materialistischen Politikanalyse" die Kämpfe um europäische Migrationspolitik. Im Mittelpunkt stehen dabei Konflikte in Deutschland, Spanien und Großbritannien sowie Auseinandersetzungen über zentrale Projekte der EU-Migrationspolitik: Blue Card, Frontex und Dublin II.