Das Fernsehen ist das mit großem Abstand wirksamste und wichtigste Medium der letzten sechzig Jahre. Unser Wissen über dieses Medium des schaltbaren Bilds ist demgegenüber allerdings punktuell und vorläufig geblieben: Das Nachdenken über das Fernsehen erfordert offenbar einen neuen Theorietyp, der nur wenig konturiert ist. Wir wissen oftmals gar nicht, was wir über das Fernsehen schon wissen, was wiederum der Theorie zum Nachteil gereicht und ihre Anerkennung verhindert. Die vorliegende Einführung möchte dies ändern. Lorenz Engell schlüsselt den diffusen und fragmentarischen Zustand der Fernsehtheorie auf und entwirft aus begründeter Perspektive und unter Einbeziehung zentraler Ansätze (Günther Anders, Stanley Cavell, Marshall McLuhan) einen grundlegenden Überblick und Zusammenhang einer Theorie des schaltbaren Bilds.
Lorenz Engell Bücher
Lorenz Engell ist ein Professor für Medientheorie, der sich mit der Schnittstelle von Kultur und Technologie befasst. Seine Arbeit beleuchtet oft, wie digitale Umgebungen unsere Wahrnehmung und Gesellschaft prägen. Als Professor und Leiter eines Forschungsinstituts beschäftigt er sich mit tiefgreifenden Fragen nach der Natur der Medien und ihren philosophischen Implikationen. Engell bringt aufschlussreiche und zum Nachdenken anregende Ideen in den zeitgenössischen Kulturdiskurs ein.




Philosophie des Fernsehens
- 203 Seiten
- 8 Lesestunden
Das Fernsehen hat den Weltzugriff der späten Moderne geprägt und eine globale Wahrnehmung ermöglicht. Es hat neue Zeitverhältnisse geschaffen und Bedingungen für den Konsens festgelegt, indem es Wahrnehmung und Kommunikation organisiert hat. Dadurch hat es auch das Denkvermögen beeinflusst und ein eigenes Denken in Bewegung gesetzt. Die Formen des Fernsehens wirken als Medium dieser Denkbewegungen und verdichten sich zu philosophischen Figuren, wenn sie die Reflexion des Mediums auf seine Denkmöglichkeiten und -bedingungen offenbaren. Fernsehen operiert in den Kategorien des Bildes, des Ereignisses und der Serie. Der Ansatz, eine Philosophie des Fernsehens zu entwickeln, versucht, diese spezifischen Formen durch begriffliche Reflexion zu modellieren und sie im Medium der Theoriesprache zu rekonstruieren, ohne sie zu unterwerfen. Beiträge von verschiedenen Autoren beleuchten unterschiedliche Aspekte, wie die philosophischen Perspektiven, die Herausforderungen einer Philosophie des Fernsehens, sowie die Rolle von Bildern, Serien und Emotionen im Medium. Themen reichen von der Krise und dem Ende des Fernsehens bis hin zur Gewöhnlichkeit des Unheimlichen und der Serialität, was ein breites Spektrum an Überlegungen zur Bedeutung und Funktion des Fernsehens in der modernen Gesellschaft eröffnet.
Archiv für Mediengeschichte - 2003: Medien der Antike
- 211 Seiten
- 8 Lesestunden