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Bookbot

Thomas Schestag

    1. Jänner 1956
    Die unbewältigte Sprache
    Philia
    erlaubt, entlaubt
    Naturkunden: Insektopädie
    • Philia

      • 159 Seiten
      • 6 Lesestunden

      In seiner Nikomachischen Ethik diskutiert Aristoteles die vollkommene oder erfüllte Freundschaft – teleía philía – als Gesprächsgemeinschaft. Diese Diskussion zieht Thomas Schestag in ein Zwiegespräch zwischen Stimmen, die im Untergrund der Freundschaftsdiskussion – weder bloß Gespräch unter Freunden noch auch bloß ein Gespräch über Freundschaft – Spuren einer unerhörten, unerörterten Philologie freilegen: Die Freundschaft unter Menschen wird in der (von Aristoteles nur im Vorübergehen angesprochenen) Freundschaft der Dichter zu ihren Gedichten in ein Extrem getrieben, das die Sprache aus der Fassung zur Habe des Menschen schlägt und die am Eingang der Politik aufgebotene exklusive Bestimmung des Menschen zum sprachhabenden Lebewesen ruiniert. Denn die philía im Verhältnis der Dichter zu ihren Gedichten ist nicht nur nicht teleologisch, sie ist nicht einmal logisch ausgerichtet. Ihr Übermaß – das über alles, was als Sprache gilt, Sprache insbesondere als lógos aufgefasst, hinausgeht – hält den Übergang des entstehenden Gedichts zum entstandenen auf. Das Gedicht bietet nichts als diesen Aufenthalt. In ihm gewinnt eine Philologie – als Liebe zum Lesen – Kontur (ohne zustande zu kommen), die sprachlose Züge im Aufriss aller sprachlichen Gebilde freilegt. Ihr ist das Zwiegespräch gewidmet.

      Philia2023
    • Naturkunden: Insektopädie

      • 383 Seiten
      • 14 Lesestunden

      Sie waren vor uns da und werden uns überleben. Sie begleiten uns seit Menschengedenken, so nah und alltäglich wie keine anderen Lebewesen: Insekten bestäuben unsere Nutzpflanzen, ernähren sich von unserem Essen, leben in unseren Betten und Kleidungsstücken, in den Ritzen unserer Dielen und dem Fell unserer Haustiere. Grund genug, sich endlich diesen fremdartigen, beinahe unsichtbaren Lebensbegleitern zu widmen. Der Anthropologe Hugh Raffles erzählt die faszinierende Geschichte der langen und engen Beziehung, die uns mit diesen kleinen, wunderbaren und erstaunlich vollendeten Wesen verbindet. Seine Insektopädie ist ein fesselnder Streifzug durch Wissenschaft und Philosophie, Anthropologie und Zoologie, Wirtschaft und Populärkultur, auf dem nicht nur die Insekten, sondern auch die Menschen genau unter die Lupe genommen werden

      Naturkunden: Insektopädie2013
      3,8
    • Die unbewältigte Sprache

      Hannah Arendts Theorie der Dichtung

      • 245 Seiten
      • 9 Lesestunden

      Hannah Arendt hat kein Buch mit dem Titel Elemente und Ursprünge einer Theorie der Dichtung geschrieben, doch ihre bedeutenden Arbeiten zur politischen Theorie und Philosophie beziehen sich stets auf literarische Texte und die poetischen Implikationen. Für Arendt sind das Politische, die Philosophie und die Poesie untrennbar miteinander verwoben, da alle drei Bereiche eine ursprüngliche Sprachlichkeit teilen. Sie definiert das Denken als einen inneren Dialog und hebt das Gespräch als das Wesen politischen Handelns hervor. Die Frage, welche Sprache die Dichtung spricht und wie sie in das politische und philosophische Handeln eingreift, steht im Mittelpunkt ihrer Überlegungen. In ihrer Lessingpreisrede von 1959 thematisiert Arendt die Dichtung als Unterbrechung narrativer Techniken, die versuchen, traumatische Erlebnisse in verständliche Erfahrungen zu transformieren. Eine Dichtung, die nicht bewältigt werden kann, bleibt unverständlich. Arendt untersucht das Verhältnis von Ding und Wort in der Sprache und zeigt, dass die Dichtung die Unbrauchbarkeit von Zeichen verstärkt. Diese Irritation des Zweck-Nutzen-Schemas durch die Dichtung eröffnet neue Perspektiven im politischen und philosophischen Raum und deutet auf das hin, was Arendt als Welt bezeichnet: die Gegenwart als Unterbrechung im Kontinuum geschichtlicher Zusammenhänge.

      Die unbewältigte Sprache2006