Die Buchanmerkung erzählt von Freddy Balthoff, einem jüdischen Schauspieler, der während der Nazizeit im Berliner Schlachtensee versteckt lebte. Zusammen mit anderen überlebte er in einer Bauhaus-Villa, die einem jüdischen Schauspieler gehörte. Thomas Blubacher schildert die skurrilen Überlebensgeschichten inmitten feindlicher und hilfreicher Menschen.
Von Glamour und großen Geistern Wo man ab 1911 im modernsten Filmstudio Amerikas Western drehte und 1922 das größte christliche Zentrum der Welt errichten wollte, versammelten sich nach 1933 emigrierte KünstlerInnen und Intellektuelle wie Thomas Mann, Vicki Baum und Lion Feuchtwanger. Sie machten Pacific Palisades zu einem »Weimar unter Palmen«. Dieses Buch erzählt die dort bis heute lebendige Geschichte des deutschsprachigen Exils, entwirft ein farbenfrohes Sittengemälde Hollywoods und nimmt uns mit auf eine Reise zu diesem besonderen Ort.
Ein jedes Ding hat seine Zeit. Vieles, was vor hundert Jahren den Alltag prägte, ist heute verschwunden und vergessen. Darunter findet sich manch Kurioses oder Entbehrliches, aber es gibt auch viel Schönes und Wissenswertes aufzustöbern: Gerätschaften, Artefakte, Berufe, Kenntnisse und Bräuche, die in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts zum Leben auf dem Land oder in der Stadt gehörten: von Brausepulver, Kaffeemühle und Blechspielzeug über Paternoster, Taschenuhr und Weißwäsche hin zu Seelenwärmer und Sommerfrische sowie universal einsetzbaren Heilmitteln wie Brennnessel und Holunder. Was für unsere Urgroßeltern selbstverständlich war, unsere Großeltern noch kannten, heute aber selten geworden oder sogar in Vergessenheit geraten ist – hier wird in über 330 Artikeln daran erinnert.
Zwischen 1933 und 1945 suchten zahlreiche Künstler, Schriftsteller, Theatermacher, Musiker und Philosophen im amerikanischen Exil bei Hollywood nach neuen Arbeitsmöglichkeiten. Viele ließen sich in Pacific Palisades nieder, wo in privaten Häusern mit Blick auf den Pazifischen Ozean ein reger Austausch über Arbeit, Leben und Überleben stattfand. Nur wenigen gelang es, an ihre Erfolge in der Heimat anzuknüpfen, darunter Thomas Mann, Vicki Baum und Bertolt Brecht. Die Anzahl der gescheiterten Exilanten war jedoch deutlich höher, wie der Regisseur Max Reinhardt und der Schriftsteller Alfred Döblin. Der Autor Thomas Blubacher gibt Antworten auf Fragen zu den Arbeitsaufträgen und der Sorge um die Daheimgebliebenen. Er beschreibt das Leben der Exilanten und die heutigen Bewohner der ehemaligen Künstlerhäuser. Das Porträt deutscher Kultur im Exil wird durch die Darstellung von Individualität und Werk sowie dem feinen Netzwerk, das die Künstler verband, lebendig. Viele deutsche und österreichische Künstler, die vor den Nationalsozialisten fliehen mussten, hofften, in der Nähe der boomenden Filmindustrie ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Vicki Baum, Thomas Mann und andere fanden in Pacific Palisades ein landschaftliches Paradies, in dem das Leben dennoch herausfordernd war. Einige lernten optimistisch Englisch, während sie von Broadway und amerikanischem Film träumten.
Spaziergänge zu bemerkenswerten Toten auf Basels Friedhöfen
264 Seiten
10 Lesestunden
Auf den fünf heute noch genutzten Friedhöfen auf basel-städtischem Boden liegen unzählige Persönlichkeiten begraben, die Lokal-, Landes- und manche sogar ein Stück Weltgeschichte geschrieben haben. Der Autor lädt dazu ein, auf ausgewählten Routen über den Wolfgottesacker, den Israelitischen Friedhof, den Friedhof am Hörnli, den Gottesacker Riehen und den Friedhof Bettingen die Grabstätten einiger dieser Menschen zu besuchen und ihre Geschichten zu entdecken. Für die körperlich leicht zu bewältigenden und geistig stimulierenden Spaziergänge, die kein kräftezehrender Bildungsmarathon werden sollen, wurden die an den vorgeschlagenen Strecken Ruhenden weder einem Bedeutungsranking folgend ausgewählt, noch mit dem vermessenen Anspruch auf Vollständigkeit versammelt. Dafür finden sich ein Couturier, ein doppelt besternter Cuisinier, der Erfinder der lila Kuh, das reale Vorbild der Hanna aus Max Frischs «Homo faber», ein Kleinbasler Postbeamter, der mit einer Fehlentscheidung in die Fussballgeschichte einging, ein deutsch-baltischer Chemiker, dessentwegen Generationen von Kindern Unmengen von Spinat verspeisen mussten, und übrigens auch der Begründer der Promenadologie, der Spaziergangswissenschaft, unter den vorgestellten Menschen, die in Basel ihre letzte Ruhe gefunden haben.
Yogakurs und River Rafting, Schattentheater und Moonlight-Party: Thomas Blubacher, der seit mehr als zwanzig Jahren immer wieder nach Bali zurückkehrt, führt uns durch die Luxusresorts in Nusa Dua, über den »Ballermann« von Kuta und an den Lavastrand in Lovina. Er reist aufs benachbarte Java und Lombok sowie ins Tauch-Dorado der Gili-Inseln. Verrät, warum in Indonesiens hinduistischer Enklave jeder Ort mindestens drei Tempel haben muss und alle Balinesen Maler, Holzschnitzer oder Tänzer sind. Welche Bedeutung die mysteriösen Toiletten-Strichmännchen haben und was man in den Garküchen außer Saté-Spießen sonst noch probieren sollte. Und er erklärt versiert, wo man am besten Dämonen austreiben oder sich wie eine echte Prinzessin massieren lassen kann.
Die in diesem Buch vorgestellten Sehnsuchtsorte boten Künstlern, Literaten und Aussteigern Freiraum für kreative Entfaltung und persönliches Glück. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts ließen sich künstlerisch ambitionierte Individualisten von der Schönheit der Natur in Oberengadin und der Ostseeinsel Hiddensee inspirieren. Sie reisten auch nach Bali und Capri, um Konventionen abzulegen, Inspiration zu finden und ein wahrhaftiges Leben zu führen. In Ascona zeigten einige sich im »Luftkleid« (wie Hermann Hesse), lebten rohköstlich oder flohen vor ihren Gläubigern, während andere die luxuriösen Grandhotels in St. Moritz bevorzugten, wo Persönlichkeiten wie Thomas Mann und Charlie Chaplin die Bergluft genossen. Auch auf Bali, am Attersee und Hiddensee versammelten sich Künstler und Aussteiger, die ein selbstbestimmtes Leben suchten. Sie entdeckten nicht nur die Schönheit der Landschaft, sondern fanden auch Inspiration für ihr schöpferisches Schaffen. Thomas Blubacher erzählt lebendig und detailliert von den eigenwilligen Vertretern dieser geistigen Elite, darunter Hesse, Hauptmann, Mann und Rilke, als wäre er selbst Augenzeuge gewesen. Das Buch beleuchtet das Leben unkonventioneller Menschen, die das Dasein an Seen, Meeren und in den Bergen in vollen Zügen genossen.
Er raste im Cabriolet mit hermelinbezogenen Sitzen durch Berlin oder spazierte im gelben Seidenschlafrock über den Kurfürstendamm. Sie war ein gefeierter Star am Berliner Theaterhimmel und für ihre Affären mit den Großen der Zeit berühmt-berüchtigt. Das glamouröseste Geschwisterpaar Berlins, Francesco und Eleonora von Mendelssohn, versammelte alles um sich, was in den »Roaring Twenties« Rang und Namen hatte. Sie feierten mit Max Reinhardt und Gustaf Gründgens wilde Feste und gehörten zu den schillerndsten Figuren der Kulturszene – bis die Nationalsozialisten die Macht ergriffen und die Zeit der Unbekümmertheit ein jähes Ende fand. Die erste Biographie über das faszinierendste Geschwisterpaar im Berlin der 20er Jahre.
Die erste Biographie der Ruth Landshoff-Yorck Sie spielte Krocket mit Thomas Mann, wurde von Oskar Kokoschka porträtiert, verhalf Marlene Dietrich zu ihrer Rolle im Blauen Engel, verkehrte mit Andy Warhol, Patricia Highsmith und Salvador Dalí … Ruth Landshoff-Yorck war Glitzergirl und androgyne Stil-Ikone, vor allem aber eine vielseitige Literatin, die die Presse der Weimarer Republik mit flotten Feuilletons versorgte und mehrere Romane publizierte. Ihre Kurzgeschichten und Gedichte wurden weltweit veröffentlicht. Das Leben der Ruth Landshoff schlägt eine Brücke von der Bohème der Weimarer Republik zur amerikanischen New Bohemia der 60er Jahre, vom expressionistischen Stummfilm zur Entstehung des experimentellen Off-Off-Broadways und nicht zuletzt von der schwulen Subkultur der „goldenen“ Zwanziger zur alternativen Szene New Yorks. In jahrelanger Arbeit hat Thomas Blubacher unbekannte Dokumente aufgespürt und Zeitzeugen befragt. Erstmals liegt nun eine Biographie der verkannten Avantgarde-Literatin und engagierten Antifaschistin vor, deren viele Leben in Berlin, Paris und Venedig, London und New York die Zeitläufte eines halben Jahrhunderts spiegeln.
Wussten Sie, dass Schiffe nur von Frauen getauft werden? Dass der Seemannssonntag am Donnerstag stattfindet? Und was eine Schmetterlingsfahrt ist? Thomas Blubacher, passionierter Kreuzfahrer, war in der Karibik und im Indischen Ozean, im Mittelmeer, in der Ostsee und auf europäischen Flüssen unterwegs. Ob Ozeanriese oder Luxusliner, Segelboot oder Eisbrecher – er weiß, wie man die passende Reise für sich findet. Berichtet von Weihnachtsmarkttouren und Gin Tastings, vergoldeten Wasserhähnen und Wellnessoasen. Erhält Einblicke in den verborgenen Crewbereich, unterhält sich mit einer Ärztin und einem Pastor über ihre Einsätze an Bord. Und verrät, wie viele Hummer ein Passagier pro Woche verzehrt. Danach ist vom Neuling bis zum »Repeater« garantiert jeder für das Captain’s Dinner bereit.
Thomas Blubacher entführt uns in die glanzvolle Geschichte des «Küchlins Variété-Theater» in Basel, das 1911 eröffnet wurde und internationale Stars wie Josephine Baker und die Comedian Harmonists präsentierte. Es entwickelte sich schnell zu einer Topadresse der Showwelt und ist heute eines der ältesten Variététheater der Schweiz.
In Münchenstein 1938 wird der Schauspieler Robert Alberti tot aufgefunden, und das Tatmesser wurde ausgetauscht. Die Studenten Max und Simon, die als Statisten agieren, geraten in Schwierigkeiten, als Simon als Verdächtiger identifiziert wird. Max will den wahren Täter finden, während sein Patenonkel die Ermittlungen leitet. Blubacher präsentiert einen spannenden Kriminalroman mit einem Blick auf das Basler Kulturleben der 1930er-Jahre.
Wussten Sie, dass der erfolgreichste Schweizer Film aller Zeiten im sankt-gallischen Wil und im Tessiner Dorf Carona gedreht wurde, die kostspieligste Fernsehserie in Haut-Intyamon im Kanton Fribourg und im Glarner Dorf Diesbach? Von Aarau bis Zwieselberg zeigt Thomas Blubacher in seiner kenntnis- und anekdotenreichen Darstellung von Schweizer Drehorten auf, wo Jason Bourne seine Identität sucht, Papa Moll wohnt, Wachtmeister Studer, Max Männdli und Nestor Burma ermitteln, James Bond und Sherlock Holmes in die Tiefe stürzen. Wo immer möglich bis zur Angabe der Hausnummer erfahren wir, in welchem Weiler der Gasthof von Kohlhiesel steht und in welcher Strasse das Haus des Bäckers Zürrer, an welchen Orten Al Pacino, Juliette Binoche und Robert Downey jr. vor der Kamera standen, Clint Eastwood, Margrit Rainer und Alec Guinness, Louis de Funès, Max Hubacher und Sophia Loren. [4e de couverture]
Menschen aus Kunst und Kultur im Exil 1933 bis 1945
344 Seiten
13 Lesestunden
Zwölf Porträts schildern die unterschiedlichen Schicksale von Kunst- und Kulturschaffenden, die aus dem «Dritten Reich» nach Basel flohen. Darunter die Literaten Hans Weigel und Alexander Moritz Frey, die Organistin Lili Wieruszowski, drei Germanisten, die unter dem Pseudonym Stefan Brockhoff Kriminalromane mit Lokalkolorit verfassten, und der einst bestbezahlte deutsche Stummfilmstar Ludwig Trautmann. Den Journalisten Berthold Jacob kidnappte im Kleinbasel die Gestapo. Der Nazi-Günstling Gustaf Gründgens floh nur aus taktischen Gründen nach Basel. Margit von Tolnai verstiess gegen das Arbeitsverbot und wurde interniert. Während Gustav Hartung als engagierter Antifaschist den Nationalsozialisten verhasst war, entwickelte sich Wilhelm Kiefer im Exil zum überzeugten Anhänger Hitlers. Käte Rubensohn diente als Inspiration für eine der berühmtesten Romanfiguren der Schweizer Literatur. Und der in Basel aufgewachsene, aber nach Deutschland ausgewiesene Rainer Brambach floh zurück in seine Heimatstadt. Pointiert und kenntnisreich zeigt der Autor in seinen Lebensbeschreibungen die Bandbreite des Exils in Basel auf.
Thomas Blubacher erzählt die faszinierende Biographie von Ruth Hellberg, einer Schauspielerin, die fast ein ganzes Jahrhundert auf der Bühne und vor der Kamera stand. Sie arbeitete mit Größen wie Therese Giehse, Heinz Rühmann und Zarah Leander sowie Regisseuren wie Max Reinhardt und Volker Schlöndorff. Hellberg wurde von Elisabeth Bergner als Nachfolgerin an die Münchener Kammerspiele empfohlen, wo sie eine Freundschaft mit Bertolt Brecht schloss. Mit siebzehn erwartete sie ein Kind vom späteren Hollywoodstar Oskar Homolka und pflegte enge Beziehungen zu Brechts Geliebter Helene Weigel und den Ehefrauen anderer prominenter Künstler. Sie feierte Erfolge in Städten wie Hamburg, Berlin und Wien, trat in Fritz Langs legendärem Science-Fiction-Film „Metropolis“ auf und spielte das Gretchen neben Alexander Moissis Faust. Ihre leidenschaftliche Beziehung zu Gustaf Gründgens führte zu Spannungen mit seiner Frau Erika Mann, da sie auch in Pamela Wedekind verliebt war. Klaus Mann ließ sie in seinem Schlüsselroman „Mephisto“ erscheinen, während sie mit Gründgens am Staatstheater Berlin auftrat. Jahrzehnte später kündigte sie die Freundschaft zu Klaus Maria Brandauer, als dieser die Hauptrolle in der Verfilmung von „Mephisto“ annahm.
Die Holbeinstrasse in Basel wird von Eleonora von Mendelssohn als ein geliebtes Europa beschrieben, während sie im New Yorker Exil nach dem Zweiten Weltkrieg an Freunde schreibt. Zu den prominenten Persönlichkeiten, die Basel besuchten, zählen der Dadaist Kurt Schwitters, Bertolt Brecht, der für kurze Zeit in Basel lebte, und der Theaterintendant Gustaf Gründgens, der schließlich ins «Dritte Reich» zurückkehrte. Thomas Mann fühlte sich in Basel sofort heimisch, während andere wie der Violinist Adolf Busch und die Grande Dame des Basler Theaters, Eva-Maria Duhan, tatsächlich eine Art Heimat fanden, auch wenn nicht immer eine geliebte. Thea Sternheim äußerte sich kritisch über die Stadt, die sie als zu gepflegt und freundlich empfand. In insgesamt achtzehn Miniaturen werden Künstler des 20. Jahrhunderts sowie gebürtige Basler wie der vertriebene Theaterdirektor Oskar Wälterlin und der gescheiterte Filmpionier René Guggenheim porträtiert. Auch der nach Bali ausgewanderte Maler Theo Meier wird erwähnt. Diese Porträts umfassen eine Vielzahl von Persönlichkeiten, darunter Lore Berger, Wilhelm Herzog, Hermann Kesten, Hannes Meyer und Lisa Wenger.
Oskar Wälterlin prägte mit seinem 'Humanistischen Realismus' das deutschsprachige Theater des 20. Jahrhunderts. Nach seiner Zeit in Basel und Frankfurt leitete er ab 1938 das Zürcher Schauspielhaus, wo viele verbotene Stücke uraufgeführt wurden. Das Buch schildert lebendig die Biografie dieses bedeutenden Theatermannes und Humanisten.