A n der Küste Neufundlands überlagern sich Vergangenheit und Zukunft, und die Gegenwart ist eine einsame, ungeplante Reise. Eine Meeresbiologin kommt für ein Forschungsprojekt nach Neufundland. Obwohl sie dort geboren ist, kennt sie das Land nicht: Als sie ein kleines Kind war, ist ihre Mutter mit ihr vor der Einsamkeit an der Küste geflüchtet. Jetzt sie hat sich gerade von ihrem Mann getrennt, und was in ihrem Leben einst sichere Zukunft schien, ist in sich zusammengebrochen will Lavinia mehr über ihre Wurzeln erfahren. Sie findet ein altes Tagebuch, geschrieben von der Matriarchin ihrer Familie, als diese sich vor über 150 Jahren auf Cape Random, einem wilden, menschenleeren Teil der neufundländischen Küste, ansiedelte. Die wechselvolle Geschichte dieser Mary Bundle läßt Lavinia nicht mehr los. Inzwischen wird Lavinias Projekt von politischen Kreisen torpediert: Sie soll gefälschte Daten aufnehmen, um die Fischereiquoten nicht zu gefährden. Eine Weigerung würde das Ende ihrer Karriere bedeuten, und auch das einer gerade begonnenen Liebesgeschichte. Sie ist hin- und hergerissen zwischen den Anforderungen, die Karriere und Moral an sie stellen, und der Erfahrung des so ganz anderen Lebens auf Cape Random, das der Natur nicht ausweichen kann.
Bernice Morgan Bücher



Die Farben des Meeres
- 474 Seiten
- 17 Lesestunden
Eine Siedlerkolonie Anfang des 19. Jahrhunderts auf Neufundland: Aus der Sicht zweier Außenseiter, der Lehrerin Lavinia und des Priesters Hutchins, wird der Überlebenskampf zweier Großfamilien geschildert.
»Morgan entfaltet ein großartiges Gespür dafür, wie Menschen die Vergangenheit in ihrem Gedächtnis mit sich tragen.« Virginia Beaton in ›Chronicle-Herald‹ Sarah, die gerade von ihrem Mann verlassen wurde und deren Gedanken jetzt magisch von der nahen Steilküste des Atlantiks angezogen werden; Kate, deren Begegnung mit einem jungen Mann Erinnerungen an eine Beinahe-Romanze vor vielen Jahrzehnten auslöst; Celie, die in einem abgesperrten Flügel einer psychiatrischen Klinik alte Aufzeichnungen studiert und immer mehr das Gefühl bekommt, diese beträfen sie ganz unmittelbar: Jede hat ihre Geschichte, und gleichzeitig sind sie alle miteinander verbunden. Es sind Familiengeschichten, Liebesgeschichten, Lebensgeschichten, in die wir hier eintauchen. Und immer spielt Neufundland eine Rolle – das moderne St. John's oder auch das entbehrungsreiche Leben an der menschenleeren Küste Anfang des 20. Jahrhunderts.