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- 291 Seiten
- 11 Lesestunden
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Die gängigen Vorstellungen haben ein hartes Leder: Der Lettre de cachet, unter dem Ancien Régime, gilt auch heute noch als das Paradebeispiel für das königliche Wohlgefallen, das dazu dient, ungehorsame Adelige oder störende Vasallen einzusperren. Als Symbol des Willkür wird sie als ein öffentliches Akt angesehen, das darauf abzielt, den Feind der Macht ohne weiteres Verfahren zu beseitigen – bis zu dem Punkt, dass die Geschichte sie zum Symbol der Bastille genommen hat. Doch aus der Erinnerung sind die unzähligen Briefe verschwunden, die zu ganz anderen Zwecken dienten als den Staatsangelegenheiten. Es gibt solche für polizeiliche Angelegenheiten, das einfachste Instrument, um diskret und heimlich den Kopf, der Unordnung im Atelier schafft, einzusperren, aber auch Prostituierte, Taschendiebe, Gauner oder Schauspieler – eine ganze Welt von Migranten, beweglich, flüchtig. Noch mehr gibt es die Familienbriefe, wenn das Verhalten eines Ehepartners oder eines Sohnes das intime Ordnung stört, dessen Ruhe zum öffentlichen Ordnung beiträgt. Arlette Farge und Michel Foucault bieten uns eine andere Lesart der Archive der Bastille an: Wo man nur die Wut des Souveräns sehen wollte, enthüllen sie die Leidenschaften eines einfachen Volkes; wo man vom monarchischen Ordnung besessen war, erkennen sie zwischen Eltern und Kindern, in den Streitereien der Haushalte, das feine Gewebe des Privatlebens und die Unordnung der Familien.
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Familiäre Konflikte, Arlette Farge
- Sprache
- Erscheinungsdatum
- 1989
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- (Paperback)
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- Titel
- Familiäre Konflikte
- Sprache
- Deutsch
- Autor*innen
- Arlette Farge
- Verlag
- Suhrkamp
- Erscheinungsdatum
- 1989
- Einband
- Paperback
- Seitenzahl
- 291
- ISBN10
- 3518115200
- ISBN13
- 9783518115206
- Reihe
- Schlagwörter
- Sachbücher, Sozialwissenschaften, Historisches Thema, Geschichte, Philosophisches Thema, Philosophie, Frankreich
- Bewertung
- 4 von 5 Sternen
- Beschreibung
- Die gängigen Vorstellungen haben ein hartes Leder: Der Lettre de cachet, unter dem Ancien Régime, gilt auch heute noch als das Paradebeispiel für das königliche Wohlgefallen, das dazu dient, ungehorsame Adelige oder störende Vasallen einzusperren. Als Symbol des Willkür wird sie als ein öffentliches Akt angesehen, das darauf abzielt, den Feind der Macht ohne weiteres Verfahren zu beseitigen – bis zu dem Punkt, dass die Geschichte sie zum Symbol der Bastille genommen hat. Doch aus der Erinnerung sind die unzähligen Briefe verschwunden, die zu ganz anderen Zwecken dienten als den Staatsangelegenheiten. Es gibt solche für polizeiliche Angelegenheiten, das einfachste Instrument, um diskret und heimlich den Kopf, der Unordnung im Atelier schafft, einzusperren, aber auch Prostituierte, Taschendiebe, Gauner oder Schauspieler – eine ganze Welt von Migranten, beweglich, flüchtig. Noch mehr gibt es die Familienbriefe, wenn das Verhalten eines Ehepartners oder eines Sohnes das intime Ordnung stört, dessen Ruhe zum öffentlichen Ordnung beiträgt. Arlette Farge und Michel Foucault bieten uns eine andere Lesart der Archive der Bastille an: Wo man nur die Wut des Souveräns sehen wollte, enthüllen sie die Leidenschaften eines einfachen Volkes; wo man vom monarchischen Ordnung besessen war, erkennen sie zwischen Eltern und Kindern, in den Streitereien der Haushalte, das feine Gewebe des Privatlebens und die Unordnung der Familien.
