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Die kulturalistische Wende

Zur Orientierung des philosophischen Selbstverständnisses

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  • 449 Seiten
  • 16 Lesestunden

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Die sprachkritische Wende zu Beginn dieses Jahrhunderts leitete einen Wechsel von der Bewusstseins- zur Sprachphilosophie ein. Der »Methodische Kulturalismus« strebt nun eine »Kulturalistische Wende« an, die den Naturalismus, der im letzten halben Jahrhundert zur dominierenden philosophischen Strömung wurde, hinter sich lässt und den Kulturalismus in den Vordergrund rückt. Naturalismus charakterisiert sich durch die Annahme, dass alles Geschehen als Naturgeschehen verstanden werden kann, das mit den Mitteln der Naturwissenschaften vollständig beschrieben und erklärt werden kann, einschließlich menschlichen Handelns und Kultur. Diese extreme Sichtweise stößt jedoch zunehmend auf Widerstand. Antinaturalisten erkennen, dass auch die Naturwissenschaften als gesellschaftliche Praktiken Teil unserer Kultur sind und ihren Geltungsansprüchen kulturimmanente Rationalitätsnormen unterliegen. Der Kulturalismus basiert auf der Überzeugung, dass gemeinsames Handeln aus einer Wir-Perspektive primär ist, sich in Praxis und Kultur manifestiert. Die kulturalistische Wende zielt darauf ab, gravierende thematische Verkürzungen in der philosophischen Reflexion zu überwinden. Diese Forderung sollte nicht als Rückschritt hinter die sprachkritische Wende missverstanden werden. Der Kulturalismus ist im dialektischen Verlauf der Philosophiegeschichte nicht nur der Überwinder des Naturalismus, sondern auch dessen legitimer Erbe.

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Die kulturalistische Wende, Dirk Hartmann

Sprache
Erscheinungsdatum
1998
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(Paperback)
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Titel
Die kulturalistische Wende
Untertitel
Zur Orientierung des philosophischen Selbstverständnisses
Sprache
Deutsch
Autor*innen
Dirk Hartmann
Verlag
Suhrkamp
Erscheinungsdatum
1998
Einband
Paperback
Seitenzahl
449
ISBN10
3518289918
ISBN13
9783518289914
Reihe
Bewertung
4 von 5 Sternen
Beschreibung
Die sprachkritische Wende zu Beginn dieses Jahrhunderts leitete einen Wechsel von der Bewusstseins- zur Sprachphilosophie ein. Der »Methodische Kulturalismus« strebt nun eine »Kulturalistische Wende« an, die den Naturalismus, der im letzten halben Jahrhundert zur dominierenden philosophischen Strömung wurde, hinter sich lässt und den Kulturalismus in den Vordergrund rückt. Naturalismus charakterisiert sich durch die Annahme, dass alles Geschehen als Naturgeschehen verstanden werden kann, das mit den Mitteln der Naturwissenschaften vollständig beschrieben und erklärt werden kann, einschließlich menschlichen Handelns und Kultur. Diese extreme Sichtweise stößt jedoch zunehmend auf Widerstand. Antinaturalisten erkennen, dass auch die Naturwissenschaften als gesellschaftliche Praktiken Teil unserer Kultur sind und ihren Geltungsansprüchen kulturimmanente Rationalitätsnormen unterliegen. Der Kulturalismus basiert auf der Überzeugung, dass gemeinsames Handeln aus einer Wir-Perspektive primär ist, sich in Praxis und Kultur manifestiert. Die kulturalistische Wende zielt darauf ab, gravierende thematische Verkürzungen in der philosophischen Reflexion zu überwinden. Diese Forderung sollte nicht als Rückschritt hinter die sprachkritische Wende missverstanden werden. Der Kulturalismus ist im dialektischen Verlauf der Philosophiegeschichte nicht nur der Überwinder des Naturalismus, sondern auch dessen legitimer Erbe.