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Träume eines Geistersehers, erläutert durch Träume der Metaphysik

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Das Schattenreich ist das Paradies der Phantasten, ein unbegrenztes Land, das reich an hypochondrischen Dünsten, Ammenmärchen und Klosterwundern ist. Hier können die Phantasten nach Belieben gestalten. Die Philosophen entwerfen und verändern die Grundrisse nach ihrem Belieben, während das heilige Rom als einzige Macht einträgliche Provinzen besitzt. Die zwei Kronen des unsichtbaren Reichs stützen die dritte, die als schwaches Diadem der irdischen Hoheit fungiert. Die Schlüssel, die die Pforten der anderen Welt öffnen, wirken auch auf die Kasten der gegenwärtigen Welt. Diese Rechtsansprüche des Geisterreichs, gestützt durch staatliche Klugheit, erheben sich über die Einwände der Schulweisen, deren Gebrauch oder Missbrauch zu ehrwürdig ist, um einer kritischen Prüfung standhalten zu müssen. Dennoch kursieren viele gemeine Erzählungen, die viel Glauben finden, aber schlecht widerlegt werden. Warum bleiben sie ungenutzt und schleichen sich in die Lehrverfassungen ein, obwohl der überzeugendste Beweis, das argumentum ab utili, fehlt? Welcher Philosoph hat nicht schon einmal zwischen den Beteuerungen eines überzeugten Augenzeugen und dem unüberwindlichen Zweifel die einfältigste Figur gemacht? Soll er die Richtigkeit aller Geistererscheinungen gänzlich leugnen? Welche Gründe könnte er anführen, um sie zu widerlegen?

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Träume eines Geistersehers, erläutert durch Träume der Metaphysik, Immanuel Kant

Sprache
Erscheinungsdatum
2023
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(Paperback)
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Sprache
Deutsch
Autor*innen
Immanuel Kant
Verlag
Culturea
Erscheinungsdatum
2023
Einband
Paperback
ISBN13
9791041818228
Reihe
Originaltitel
Träume eines Geistersehers, erläutert durch Träume der Metaphysik
Bewertung
3,6 von 5 Sternen
Beschreibung
Das Schattenreich ist das Paradies der Phantasten, ein unbegrenztes Land, das reich an hypochondrischen Dünsten, Ammenmärchen und Klosterwundern ist. Hier können die Phantasten nach Belieben gestalten. Die Philosophen entwerfen und verändern die Grundrisse nach ihrem Belieben, während das heilige Rom als einzige Macht einträgliche Provinzen besitzt. Die zwei Kronen des unsichtbaren Reichs stützen die dritte, die als schwaches Diadem der irdischen Hoheit fungiert. Die Schlüssel, die die Pforten der anderen Welt öffnen, wirken auch auf die Kasten der gegenwärtigen Welt. Diese Rechtsansprüche des Geisterreichs, gestützt durch staatliche Klugheit, erheben sich über die Einwände der Schulweisen, deren Gebrauch oder Missbrauch zu ehrwürdig ist, um einer kritischen Prüfung standhalten zu müssen. Dennoch kursieren viele gemeine Erzählungen, die viel Glauben finden, aber schlecht widerlegt werden. Warum bleiben sie ungenutzt und schleichen sich in die Lehrverfassungen ein, obwohl der überzeugendste Beweis, das argumentum ab utili, fehlt? Welcher Philosoph hat nicht schon einmal zwischen den Beteuerungen eines überzeugten Augenzeugen und dem unüberwindlichen Zweifel die einfältigste Figur gemacht? Soll er die Richtigkeit aller Geistererscheinungen gänzlich leugnen? Welche Gründe könnte er anführen, um sie zu widerlegen?