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Die Historiografie hat von der späten Clara Zetkin ein Bild gezeichnet, das sie mal als desorientierte, betreuungswürdige Greisin zeigt, und mal als willensschwache, ja willfährige Stalinistin. Im Stalinismus wurde sie – ähnlich wie ihre Freundin Rosa Luxemburg – bewusst so hoch auf ein Podest gestellt, dass beide »Geehrten« an Kontur verloren. Mit der Veröffentlichung ihrer Briefe gewinnt die Initiatorin des Internationalen Frauentages (1910) nun ihre eigene Stimme zurück. Clara Zetkin war unter den führenden Persönlichkeiten die Einzige, die sich Stalin nicht unterwarf. Bis zu ihrem Lebensende leistete sie Widerstand – zunehmend isoliert, doch nicht völlig vereinsamt. Der vorliegende Band eröffnet neue, bislang wenig bekannte Einblicke in die Stalinisierung des internationalen Kommunismus. So zeigt sich etwa, wie Clara Zetkins Vertrauter, der spätere DDR-Präsident Wilhelm Pieck, als Leiter des Organisationsbüros des Zentralkomitees der KPD seine eigene Ausstoßung aus der Thälmann-KPD verhinderte – indem er seine engsten Freunde sowie den gesamten Parteibezirk Schlesien ausschloss und damit verriet. Dieses Beispiel steht exemplarisch für die innerparteilichen Mechanismen jener Zeit. Jörn Schütrumpf, geb. 1956, ist Historiker und Publizist. Bis 2017 war er Geschäftsführer des Karl Dietz Verlags Berlin und anschließend bis 2022 Leiter der Fokusstelle Rosa Luxemburg der Rosa-Luxemburg-Stiftung.
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Clara Zetkin - Die Briefe 1914 bis 1933 (3 Bde.) / Die Briefe 1914 bis 1933, Clara Zetkin
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- 2026
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- (Hardcover)
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