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Die Stadt der Blinden

Diese eindringliche Serie erforscht die dunkelsten Aspekte der menschlichen Natur und die Zerbrechlichkeit der Zivilisation angesichts einer unerwarteten Katastrophe. Als eine mysteriöse Epidemie den Großteil der Bevölkerung erblinden lässt, sind die Menschen gezwungen, sich ihren primitivsten Instinkten zu stellen und aus den Trümmern eine neue Gesellschaft aufzubauen. Die Geschichten tauchen tief in die psychologischen und sozialen Folgen der Massenblindheit ein und enthüllen sowohl Brutalität als auch unerwartete Akte der Menschlichkeit und Widerstandsfähigkeit unter extremen Bedingungen. Es ist eine erschreckende Betrachtung dessen, was uns menschlich macht, wenn herkömmliche gesellschaftliche Strukturen zusammenbrechen.

Die Stadt der Sehenden
Die Stadt der Blinde

Empfohlene Lesereihenfolge

  1. Die Stadt der Blinde

    • 400 Seiten
    • 14 Lesestunden

    Saramagos Antwort auf Die Pest von Albert Camus. Ein Mann steht an einer Ampel. Von einer Sekunde auf die nächste, ohne erklärbaren Grund, erblindet er. Wie ihm ergeht es immer mehr Menschen in seiner Heimatstadt. Wie eine Seuche greift die Blindheit um sich. Die Regierenden wissen sich nicht anders zu helfen, als die Betroffenen in einer verlassenen Irrenanstalt einzuquartieren – unter der Bewachung von Soldaten, die auf jeden schießen, der fliehen will. Je mehr Blinde dort zusammengepfercht werden, desto schlimmer, desto unmenschlicher wird die Situation. Inmitten dieses grausamen Chaos befindet sich ein Augenarzt mit seiner Frau – die als Einzige noch sehen kann …

    Die Stadt der Blinde1
    4,0
  2. In der Hauptstadt einer ungenannten westlichen Demokratie geben bei einer Regionalwahl aus heiterem Himmel drei Viertel aller Bürger einen unbeschrifteten Stimmzettel ab. Die Regierung hält sich mit diesem Wahlergebnis für handlungsunfähig; eine Wiederholung der Wahl bringt ein noch schlechteres. Die Minister sind bestürzt, ein subversiver Angriff auf das System, meinen manche, eine Torpedíerung der Demokratie. Statt dass man die Motive der Wähler ergründet, wird der Ausnahmezustand verhängt, um den «Infektionsherd» zu finden. Diktatorische Maßnahmen greifen, Panzer patrouillieren durch die Stadt, willkürliche Verhaftungen folgen. Unter den Verfolgten ist auch eine Frau, die Frau des Augenarztes aus « Die Stadt der Blinden », Saramagos paradigmatischem Meisterwerk über die moralische Zerbrechlichkeit des Menschen. « Die Stadt der Sehenden » ist, wenngleich vollig unabhängig davon zu lesen, dessen Weiterführung, Ergänzung und Gegenstück - eine glanzvolle politische Parabel, ein Buch darüber, wie fragil unsere Demokratie sein kann, wie sehr es von uns abhängt, sie mit Leben zu füllen; ein weiteres, notwendiges Element im Zyklus des großen Moralisten Saramago über das Wesen unseres Menschseins.

    Die Stadt der Sehenden2
    4,0