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Tierno Monénembo

    21. Juli 1947

    Tierno Monénembo gestaltet Erzählungen, die sich mit den komplexen Themen Identität und Erinnerung befassen, oft mit einem Fokus auf die afrikanische Diaspora und ihre Erfahrungen. Sein unverwechselbarer Stil wird für seine lyrische Qualität und seine tiefgründige Erforschung von Charakteren gefeiert, die sich mit der Last der Geschichte und den Komplexitäten der Moderne auseinandersetzen. Monénembos Werk konfrontiert tapfer die Hinterlassenschaften des Kolonialismus und der Gewalt und gibt zum Schweigen gebrachten Perspektiven eine Stimme. Er verwebt meisterhaft persönliche Geschichten mit breiteren sozialen und historischen Strömungen und bietet einzigartige Einblicke in die menschliche Verfassung.

    Le roi de Kahel
    Le terroriste noir
    Kubas Hähne krähen um Mitternacht
    Indigoblau
    Der König von Kahel
    Zahltag in Abidjan
    • Ein Tag, eine Nacht in der afrikanischen Millionenstadt Abidjan. Ein Fest in der Kneipe von Tante Akissi, ein Abschiedsessen für Idjatou, die am nächsten Tag nach Brüssel fliegen will. Studenten aus Guinea, die vor dem Terrorregime ihrer Heimat nach Abidjan ins Exil geflohen sind, spielen das »Wahrheitsspiel«. Niemand unter ihnen ist der, für den er sich ausgibt. Das Exil verändert die Menschen, sie werden sich fremd. Überkommene Werte und Moralvorstellungen verlieren zwangsläufig ihre Bedeutung. Aber die Wahrheit ist schwer erträglich: Aus dem Wahrheitsspiel wird ein Todesspiel. Badio, der Ich-Erzähler, als Aushilfslehrer ständig in Geldnöten, versucht wie die anderen Studenten, sich im Moloch der Stadt irgendwie durchzuschlagen und gleichzeitig mit der Erinnerung und mit seinem Heimweh fertigzuwerden. Die Gespräche kreisen immer wieder um Elgass, der bis zu seinem Tod Anführer der Studentengruppe und deren Identifikationsfigur war. Wer hat ihn umgebracht? Und wer hat seine minderjährige Schwester Idjatou, die Schutzbefohlene der Studenten, verführt, ausgenutzt und um ihr Erbe betrogen? Das Wahrheitsspiel bringt alles ans Licht. Die illusionslose Demontage von Sehnsüchten und Idealen ist umso faszinierender, als der Autor ihr mit der Vitalität und Schärfe seiner Sprache begegnet: Ironie und Spott, Sarkasmus und Trauer schlagen die Leserinnen und Leser in den Bann. Mit der Gestaltungskraft einer neuen Sprache, die den bitteren Realitäten seines Kontinents schonungslos auf den Grund geht, lässt er den realistischen Roman der vor- und nachkolonialen Zeit weit hinter sich. Zahltag in Abidjan ist ein echter Großstadtroman aus dem modernen Afrika und gleichzeitig ein bedeutender Roman des Exils.

      Zahltag in Abidjan
      2,0
    • Der König von Kahel

      • 327 Seiten
      • 12 Lesestunden

      Anfang der 1880er Jahre fasste Aimé Victor Olivier, Graf von Sanderval, den die Fulani Yémé nannten, den Plan, das Königreich Futa Jalon in Westafrika persönlich zu erobern und eine Eisenbahnlinie durch das Land zu bauen. Heute ist fast alles über ihn vergessen: Er war jedoch eine Triebkraft der Kolonisierung Westafrikas. Auf seinen fünf aufeinanderfolgenden Reisen gelang es Sanderval, das Vertrauen des almâmi, des obersten Herrschers des theokratischen Landes in Mittelguinea, zu gewinnen, der ihm die Ebene von Kahel überließ und ihm erlaubte, Münzen nach seinem Bildnis zu prägen. Tierno Monénembo kehrt den Blick, der uns aus kolonialer Reiseliteratur bekannt ist, um und liefert anhand von Recherchen im Familienarchiv der Sandervals eine schillernde romanhafte Biografie über den weißen Entdecker. Sein Porträt des einsamen und eigenwilligen Eroberers, der sich genau vor der Nase der französischen Verwaltung und der Engländer ein eigenes Königreich schaffen wollte, gibt den Paradoxien im historischen Verhältnis zwischen Europa und Afrika ein Gesicht. Ausgezeichnet mit dem Renaudot Preis 2008

      Der König von Kahel
    • Indigoblau

      • 270 Seiten
      • 10 Lesestunden

      Conakry, Hauptstadt Guineas, Westafrika. Die 15-jährige Véronique flieht aus dem Haus ihrer Eltern, nachdem sie ihren Vater mit dessen Dienstwaffe erschossen hat. Ein gleichaltriges Mädchen hilft ihr lange Zeit, sich zu verbergen, doch als sie sich endlich in Sicherheit glauben und in das Nachtleben der Clubs von Conakry wagen, taucht eine mysteriöse Figur auf: Ein Verfolger, der ihr Geheimnis zu kennen scheint. Die Art, wie der Roman Véroniques Geschichte erzählt, ist ein Ereignis, das verschiedene Zeiträume und Kontinente verbindet. Zwei Frauen, die sich zufällig in Paris kennenlernen, stellen fest, dass sie beide auf dramatische Weise Opfer der Tyrannenherrschaft von Sékou Touré im gerade unabhängigen Guinea sind. In einem Strudel der Erinnerung lassen sie einander eintauchen in ihre Geschichten - eine der Frauen ist Véronique, die Vatermörderin. Nach einem rätselhaften Einstieg liefert der Roman eine Überraschung nach der anderen. Seine Leser*innen erfahren vom berüchtigten Todeslager Camp B. und von der nie endenden Suche hinterbliebener Kinder nach ihrer Identität. Mit „Indigoblau" gibt Monénembo den Opfern der Diktatur eine Stimme. Der Wunsch, auszusagen und anzuprangern, hindert ihn nicht daran, einen rasanten und burlesquen Roman zu verfassen. Dass seine Protagonistinnen dem Leben Lust, Genuss und Glück abtrotzen, macht sie zu den resilienten Heldinnen in einer Geschichte mit Macht und Gewalt.

      Indigoblau
    • Tierno Diallovogui, Sohn einer Kubanerin und eines Guineers, weiß nichts von der Liebesgeschichte seiner Eltern und seiner Geburt. Als er nach Havanna kommt, um das Schicksal seiner Mutter zu erforschen, hat er nicht mehr als ein Foto von ihrem Grab und den Anfang eines Liedes. Sie hat es oft gesungen, bevor sie ihn als Kind im Land seines afrikanischen Vaters zurückließ. Gleich bei seiner Ankunft in Havanna drängt ihm der Fremdenführer und Geheimdienstspion Ignacio seine Dienste auf, besorgt ihm eine Wohnung, macht ihn vertraut mit Bars, Frauen und Rum und entdeckt in ihm einen begnadeten Tänzer mit tiefem Gefühl für die kubanische Musik. Als Tierno die Suche nach der Geschichte seiner Mutter Juliana aufnimmt, begegnet er bald, ohne es zu ahnen, den entscheidenden Protagonisten. Er tritt Entwicklungen los, die schnell die höchsten Kreise der kubanischen Gesellschaft erreichen. Alte kriminelle Machenschaften drohen aufzufliegen und Tierno wird kurzerhand ausgewiesen. Es ist Ignacio, der ihm ein Jahr später in einem langen Brief die Aufklärung für die Rätsel um seine schöne Mutter liefert, der erst die Liebe und dann ihr großes Erbe zum Verhängnis wurden. Perspektivisch raffiniert erzählt der Autor seine spannende Geschichte. Die sarkastische Kritik am spätkommunistischen Kuba steht seiner Hymne auf Havanna mit seinem von der Musik bestimmten Lebensgefühl nicht im Weg!

      Kubas Hähne krähen um Mitternacht
    • Le terroriste noir

      • 214 Seiten
      • 8 Lesestunden

      La guerre, Monsieur, a si bien mis tout sens dessus dessous qu'un tirailleur nègre agonisait à nos portes ! Etre Noir et soldat, croyez-moi, c'est être mal vu des français et chassé par l'occupant. Mais Addi Bâ, si fier, si poli, a fait sensation au village – surtout auprès des femmes. Les ennuis sont venus quand il a pris le maquis. Les Boches ont alors traqué sans relâche le fameux "terroriste noir"...

      Le terroriste noir
      3,3
    • Le roi de Kahel

      • 262 Seiten
      • 10 Lesestunden

      Au début des années 1880, Aimé Victor Olivier, que les Peuls appelleront Yémé et qui deviendra le vicomte de Sanderval, fonde le projet de conquérir à titre personnel le Fouta-Djalon et d'y faire passer une ligne de chemin de fer. On a presque tout oublié de lui aujourd'hui: il fut pourtant un précurseur de la colonisation de l'Afrique de l'Ouest et ses aventures faisaient le régal des gazettes de l'époque. Au cours de ses cinq voyages successifs, Sanderval parvient à gagner la confiance de l'almâmi, le chef suprême de ce royaume théocratique qu'était le pays peul, qui lui donne le plateau de Kahel et l'autorise à battre monnaie à son effigie. De ce personnage haut en couleur, Tierno Monénembo nous offre une foisonnante biographie romancée. L'épopée solitaire d'un homme, Olivier de Sanderval, qui voulut se tailler un royaume au nez et à la barbe de l'administration française... et des Anglais.

      Le roi de Kahel
      3,5